Sogar die UEFA baut mit Solarenergie

Zum Start der Fussball Weltmeisterschaft In Brasilien heute also ein solarer Fussballartikel!

„Der Ball ist rund, und das Spiel dauert neunzig Minuten“, sagte Fußball-Legende Sepp Herberger einmal. Oder, etwas abstrakter: Die Rahmenbedingungen sind klar, während alles andere noch offen ist – Überraschungserfolge sind ja gerade das Spannende am Fußball.

Die Fußball-Zentrale ist rund, und der Bau dauerte keine zwei Jahre

Beim Bau seines neuen Verwaltungsgebäudes in Nyon am Genfer See hingegen hat der Europäische Fußballverband (UEFA) nichts dem Zufall überlassen: Ein nachhaltiges, energieeffizientes Gebäude sollte es sein, und so wurde es von den Genfer Architekten Andrea Bassi und Roberto Carella konsequent nach dem schweizer Minergie-Eco-Standard geplant. Der Baukörper ist zwar nicht rund wie ein Fußball, aber doch immerhin teilweise zylindrisch. Die Grundsteinlegung war im Januar 2009, und im Oktober 2010 wurde es bereits eröffnet – recht flott für ein Projekt dieser Größenordnung.

Respekt: Freiwilliges Engagement für Klima und Gesellschaft

Das Minergie-Zertifikat stellt unter anderem Anforderungen an die Gebäudehülle und den Energiebedarf und übrigens auch die Kosten: Maximal 10 % mehr als ein konventionelles Vergleichsobjekt darf ein Minergie-Haus kosten. Wobei ich mir hier, anders als bei einem Einfamilienhaus, den Nachweis schwierig vorstelle. In La Clairière („Die Lichtung“) wurden jedenfalls rund 40 Millionen Euro investiert. Für den Zusatz „Eco“ erfüllt das Gebäude weitergehende Anforderungen, die der Gesundheit seiner Benutzer dienen sollen (z.B. Tageslicht, Innenraumklima), Baustoffe (Stichwort Graue Energie) und Bauprozesse. Und all das ohne gesetzliche Verpflichtung: Im Rahmen der Respekt-Kampagne hat sich der UEFA neben dem sozialen Engagement auch den Einsatz für die Umwelt und gegen den Klimawandel zum Ziel gesetzt.

Die Eckdaten                                                      

Das vierstöckige Gebäude hat ca. 6.300 m² Nutzfläche und 50.000 m³ umbauten Raum, die dreifachverglaste Fassade bietet unter anderem einen wunderbaren Blick auf den Genfer See. Für den sommerlichen Wärmeschutz sorgen elegant geschwungene Vordächer aus Sichtbeton, liebevoll „Schirmmützen“ genannt. Und: Das Gebäude schmiegt sich landschaftsverträglich in einen Abhang und liegt größtenteils hinter Bäumen verborgen.

Das Energiekonzept

Das Flachdach von La Clairière ist mit 220 m² Photovoltaik-Modulen und 110 m² Vakuumröhrenkollektoren von Helvetic Energy bestückt. Letztere sammeln Wärme für das Heizen mit der Sonne; dazu kommt eine geothermisch betriebene Wärmepumpen wissen“ href=“https://blog.paradigma.de/das-sollten-sie-uber-warmepumpen-wissen/“>Wärmepumpe (35 Erdwärmesonden, 200 Meter tief). In der wärmeren Jahreszeit wandelt eine Absorptionskälteanlage Solarwärme in Kälte um. Ergänzt wird die Anlage durch einen Kaltwasserspeicher von 3.000 Litern Inhalt. Die einzelnen Komponenten kommen aus einer Hand und konnten so optimal aufeinander abgestimmt werden; die Regelungstechnik sorgt dafür, dass das hybride System seine Effizienz voll entfalten kann – ganz so wie bei einem Fußballteam, bei dem erst das intelligente Zusammenspiel die Leistungen jedes Einzelnen zur Geltung bringt. In diesem Sinne, wir wünschen viel Spaß bei der Fußballweltmeisterschaft 2014!

Foto: 50Centimos / photocase.de

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