Solarthermie sorgt für kühle Köpfe im Bundesministerium

Im Alltag gehen gute Nachrichten mitunter unter. Zu viele schlechte machen ihnen Konkurrenz. Das ist im Bereich der Erneuerbaren Energien, insbesondere unserem special interest Solarthermie nicht anders. Doch uns sind gute Solarthermie-News eine Meldung wert! Zum Beispiel diese aus Berlin: „Bundesministerium lobt seine Solarthermie-Kühlung“. Vermutlich gerade jetzt, wo es draußen so richtig heiß her geht. Lest hier, worum es geht!

Laut des Berichts – gefunden haben wir die good news zur Solarthermie in der Ausgabe 425 der Solarthemen vom 5. Juni 2014 – nutze das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (kurz: BMVI) seit zwei Jahren eine „solarthermische Anlage plus Absorptionskältemaschine zur Klimatisierung“. Jetzt habe das Ministerium positive Bilanz zu deren Betrieb gezogen. Ihr seht, das ist nicht mal eben nur eine Meldung! Hier geht es immerhin um ein Bundesministerium! Grund genug für uns, die good news auch hier nochmal zu verbreiten, vor allem weil es noch immer Menschen gibt, die von der Funktionsweise nicht 100% überzeugt sind.

Vakuum-Röhrenkollektoren von Ritter Solar XL GmbH auf dem dach des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin.

Vakuum-Röhrenkollektoren von Ritter Solar XL GmbH auf dem Dach des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin. Foto: BMVI

Positive Bilanz für Solarthermie-Anlage auf Ministerialgebäude in Berlin

Marco Dreyer, der Projektleiter für den Umbau beim Ministerium berichtet demnach, dass im Ministerium die Entscheidung anstand, die vorhandenen Absorptionsmaschinen zu Klimatisierung zu modernisieren. Einige Jahre bereits sei das Bundesministerium teils mit Hilfe der solaren Wärme aus Flachkollektoren klimatisiert worden. Die alten Kollektoren hätten demnach jedoch häufig nicht die nötigen Temperaturen von 95 Grad Celsius liefern können. Im Zuge dessen, eine optimalere Lösung zu finden, habe man auch geprüft, ob sich die Lieferung von Fernwärme lohne. Schließlich wollte das Bundesministerium neben den vorhandenen Kompressionskältemaschinen die Absorptionsanlagen weiter nutzen. Die Option Fernwärme stellte sich jedoch als nicht machbar heraus, weil der Betreiber des Fernwärmenetzes nicht hatte garantieren können, durchgängig eine Vorlauftemperatur von 95 Grad Celsius zu liefern. Grund genug für das Bundeswirtschaftsministerium, sich gegen Fernwärme und für optimierte Solarthermie auf dem Dach zu entscheiden. Als Maßnahme der Optimierung wurden die alten Flachkollektoren gegen neue, leistungsfähige Vakuum-Röhrenkollektoren getauscht. Die so modernisierte Anlage laufe nunmehr seit zwei Jahren und habe, so Dreyer, die Erwartungen erfüllt. Demnach liefere die Anlage 125 Megawattstunden Energie für Kälte und Wärme pro Jahr. Thats it! A good news!

Nun könnte man das für sich stehen lassen. Als gute Nachricht. Und Schluss. Doch uns ist das nicht genug: Wir wollen Euch nicht vorenthalten, wes Geistes Kind die Solarkollektoren der Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Bundesministeriums sind: Sie stammen nämlich von der Ritter XL Solar GmbH, der „Sonnenseite“ der Ritter Gruppe, die – wie Ihr wisst – auch hinter unserem Blog steht. Und dafür muss eben auch mal Platz hier auf diesem Blog sein: Zum Verbreiten hausgemachter guter Nachrichten!

Die technischen Details der Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

Zu den technischen Details der Solarthermie-Anlage gibt es Folgendes zu vermelden: Laut Dr. Rolf Meißner, Geschäftsführer der Ritter Solar XL GmbH, werde die Solarwärme, die auf dem Dach eingefangen werde, in einen sogenannten Pufferspeicher eingespeist. Ab einer Temperatur von ungefähr 90 Grad Celsius führe man sie direkt der Kältemaschine zu.

Das Kollektorfeld auf dem Dach des Ministeriums, mit dessen Hilfe ausgewählte Räume des Ministerialgebäudes auch an heißen Sommertagen gut gekühlt würden, sei 245 Quadratmeter groß. Sämtliche Kollektoren seien Vakuum-Röhrenkollektoren, zusätzlich seien zwei Absorptionskältemaschinen im Einsatz, die die solare Wärme in Kälte umwandeln, mit der die Räume klimatisiert würden. Dabei stellten, so Ritter, sie die zum Kühlen benötigte Wassertemperatur von 95 Grad Celsius schnell und ohne Probleme bereit. Und auch die Umweltbilanz der Anlage kann sich sehen lassen: Sie soll den CO2-Ausstoß um immerhin 33 Tonnen im Jahr verringern, heißt es hier.

Fotos (2): BMVI

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