Unglaubliche 23ct/kWh Einspeisetarif für Solarthermie?

Einspeisetarife für Solarstrom in Großbritannien

Einspeisetarife für Solarthermie? Wir starten das Jahr gleich mit einer Meldung, die in Deutschland noch undenkbar ist. Vielleicht können wir 2015 schon anderes vermelden aber bis dahin müssen wir noch zu den Nachbarn schielen denn in Großbritannien können indessen auch Privathaushalte mit einer Vergütung für das Heizen mit erneuerbaren Energien rechnen, umgerechnet etwas mehr als 23 ct pro Kilowattstunde Solarwärme bis runter zu knapp 9 ct für Luftwärmepumpen. Wie das geht? Ganz einfach: Mit der angekündigten Reform des RHI (Renewable Heat Incentive Programme – Anreizprogramm für Erneuerbare Wärme).

Grundlegende Reform der Subventionen für Erneuerbare Energien

Bereits seit 2011 erhalten britische Unternehmen, Energieversorger und Großverbraucher, die ihre Wärme regenerativ erzeugen, eine von der Anlagengröße und vom Ertrag abhängige Förderung (Phase 1: Commercial RHI). Diese Subventionen werden jetzt angehoben und auf weitere Energiequellen ausgeweitet, z.B. Luftwärmepumpen, Biogas oder Wärme aus Abfallverwertung. Noch interessanter ist aber die Ausweitung auf Phase 2 (Domestic RHI), die schon mehrmals verschoben wurde. Ab Frühjahr 2014 soll es nun endlich so weit sein.

Domestic RHI: Einspeisevergütung für private Hausbesitzer ab 2014

Claudia hat hier schon mal darüber berichtet; kurz danach, im Juli 2013, kam das Domestic RHI Policy Statement des britischen Department of Energy & Climate Change (DECC) heraus. Anfang Dezember 2013 folgten weitere Informationen in der Publikation Further details of the domestic Renewable Heat Incentive. Vorgesehen ist eine Einspeisevergütung für private Bauherren (also für Wohngebäude – daher “Domestic RHI”).

Für das Heizen mit Solarthermie gibt es die höchste Einspeisevergütung

Abhängig von der Anlagenart sind folgende Tarife pro Kilowattstunde Wärme vorgesehen (in pence bzw. ct / kWh):

AnlageFörderung in p/kWhFörderung in ct/kWh
Solarthermie19,223,2
Erdwärmepumpe18,822,8
Biomasse12,217,8
Luftwärmepumpe7,38,8
Einspeisetarife Domestic RHI ab 2014. Quelle: gov.uk

Wechselkurs: 1 Euro = 0,82605 Pfund (Quelle: Deutsche Bundesbank, 27.12.13)

Gefördert werden Heizanlagen der oben genannten Typen, vorzugsweise bei Häusern ohne Anschluss an das Gasnetz – weil man davon ausgeht, dass Altbauten ohne Gasheizung z.B. mit Öl oder gar Strom beheizt werden und daher die Umstellung auf Erneuerbare Energien hier am meisten Geld und CO2 einspart. Bis 2020 könnten gut 750.000 Heizsysteme mit einer RHI-Förderung auf das Heizen mit Erneuerbaren Energien umgerüstet werden.

Bis es so weit ist, können private Bauherren noch eine Förderung nach dem alten Renewable Heat Premium Payment Scheme (RHPP) bekommen, das dann Schritt für Schritt vom Domestic RHI abgelöst werden soll.

Einspeisetarif nach dem Vorbild der deutschen PV-Förderung?

Um “echte” Einspeisetarife wie bei der Photovoltaikförderung nach deutschem Modell handelt es sich allerdings nicht – die Wärme wird an Ort und Stelle verbraucht und nicht erst in ein Netz eingespeist und von dort zurückbezogen. Allerdings hat die ertragsabhängige Förderung der selbst erzeugten Wärme eine ähnliche Lenkungswirkung: Jede Kilowattstunde Wärme, die erzeugt wird, bringt Förderung ein.

Zertifizierte Anlagen, berechneter Ertrag

Um in den Genuss der Förderung zu kommen, müssen die Anlagen zertifiziert sein; der Wärmeertrag wird in den meisten Fällen berechnet und nicht gemessen. Bei Solarthermieanlagen beispielsweise ist die Vorausberechnung des Ertrags Teil der Zertifizierung. Kombinierte Anlagen mit einer Nachheizung z.B. in Form eines Ölkessels benötigen ein Wärmemengenzähler für den Anteil aus Erneuerbare Energien.

Jetzt fehlt nur noch das Gesetz

Die angekündigte Reform des RHI-Programms würde den Markt für das Heizen mit Erneuerbaren Energien breitflächig anschieben und Investitionssicherheit auch für private Bauherren schaffen. Jetzt muss es nur noch das Parlament passieren.

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Foto: (c) Rädisch

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