Wie Solarthermie unsere Wirtschaft ankurbelt

Fahrplan-Solarwärme-Serie

Heute möchte ich mich mit den volkswirtschaftlichen Effekten im Fahrplan Solarwärme des Bundesverbandes Solarwirtschaft  befassen, – also den Auswirkungen des Solarwärmeausbaus unter anderem auf die Staatseinnahmen, das Volkseinkommen, Arbeitsmarkt und Konjunktur.

Was hat die Volkswirtschaft vom Solarwärmeausbau?

Um diese Frage zu beantworten, kombinierten die Macher der Studie zwei Methoden:

  • Input-Output-Rechnung
  • Analyse der drei wichtigsten Wertschöpfungsebenen Hersteller, Handel, Handwerk

Mit Hilfe der Input-Output-Rechnung ermitteln Wirtschaftswissenschaftler „die produktions- und gütermäßigen Verflechtungen innerhalb einer Volkswirtschaft“, so erklärt es das Statistische Bundesamt 2010 in seiner Publikation Input-Output-Rechnung im Überblick . Was heißt das im Klartext für die Solarthermie? Bis eine Solaranlage auf dem Dach des Endkunden landet, sind viele Produktions- und Arbeitsschritte nötig: Vom Teilezulieferer über die Fertigung der Anlage beim Hersteller, Lieferung über den Fachgroßhandel an den Fachbetrieb bis hin zur Lieferung und Montage. Auf jeder Stufe werden Menschen beschäftigt, Einkommenssteuer gezahlt, Betriebsüberschüsse erzielt, es fallen Gewerbe- und Umsatzsteuern an – um nur einige Beispiele zu nennen. Die Input-Output-Rechnung erfasst und analysiert diese Stufen und den damit ausgelösten Multiplikatoreffekt – das heißt, dass zum Beispiel neue Jobs entstehen können, wenn mehr Menschen in Solarthermie investieren.

Sonnige Aussichten für den Arbeitsmarkt

Eine aktuelle und belastbare Beschäftigtenzahl für den Solarwärmemarkt zu finden, ist schwer. Laut einer Studie von BSW Solar und Solarpraxis AG waren es im Jahr 2009 rund 20.000 Menschen. Wie viele neue Jobs genau entstehen könnten, lässt sich ebenfalls schwer abschätzen. Fest steht, dass die Zahl der Beschäftigten nicht linear mit der installierten Kollektorfläche ansteigt, doch immerhin halten die Autoren des Fahrplans Solarwärme eine Verdreifachung für möglich.

Mehr Staatseinkommen durch Solarthermie

In Kombination mit der Analyse der Wertschöpfungskette von Hersteller, Handel und Handwerk (wobei letzteres den größten Umsatzanteil hat) zieht die Studie Rückschlüsse auf die Volkswirtschaft – unter der Annahme, dass 75 % der Wertschöpfung in Deutschland erzielt wird und dass dies auch bis 2030 so bleibt. Erwartet wird eine Verdreifachung des Umsatzes in der Solarthermie auf über 3.000 Millionen Euro, die Staatseinnahmen steigen nicht ganz so steil an. Zieht man dann noch die Förderungen ab, bleiben die jährlichen Einnahmen relativ stabil, wie ihr in dieser Grafik seht:

Entwicklung von Umsatz, Förderung und Staatseinnahmen im Szenario „Forcierte Expansion“ des Fahrplans Solarwärme

Kumulierte Zahlen zeigen zunehmende wirtschaftliche Bedeutung

Bei Verwirklichung des Szenarios „Forcierte Expansion“ würden so innerhalb von 20 Jahren mit Solarwärme mehr als 44 Milliarden Euro Umsatz gemacht, die wiederum fast 16 Milliarden Euro Staatseinnahmen generieren. Dabei enttäuschte mich zunächst, dass nur 6 Milliarden davon übrig bleiben, weil gut zwei Drittel von den staatlichen Förderungen aufgefressen werden. Allerdings ein vorübergehender Effekt, da die Förderungen irgendwann entfallen – immer vorausgesetzt, das sich der Markt tatsächlich so entfaltet, wie im Szenario vorgesehen.

Quellen: Fahrplan Solarwärme, Langfassung (Juli 2012); Fahrplan Solarwärme, Kurzfassung (Juli 2012); Input-Output-Rechnung im Überblick (Statistisches Bundesamt 2010); Studie Solarenergie in Deutschland (BSW Solar / Solarpraxis AG)

Grafik: www.solarwirtschaft.de | (c) BSW Solar

Titelfoto: (c) Daniel

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