Absatz von Solarthermie-Kollektoren steigt

Klima retten mit Solarwärme – Absatz von Solarthermie-Kollektoren steigt

Das Erzeugen von Wärme für Warmwasser und/oder Heizung aus Sonnenenergie ist ein Schritt, der zur Wärmewende führt. Mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach kann ein Privathaushalt ihn machen. Eine Solarthermie-Großanlage auf dem freien Feld mit Anschluss an ein Nahwärmenetz bringt sogar eine ganze Kommune in Richtung Wärmewende voran. Nachdem die Nachfrage nach Solarthermie in den letzten zehn Jahren um 75 Prozent gesunken sei, würden seit Herbst 2018 wieder mehr Solarthermie-Kollektoren nachgefragt. Das ergab eine gemeinsame Erhebung der Solar- und Heizungsindustrie.

Absatz von Solarthermie-Kollektoren ist seit Herbst 2018 um 6 Prozent gestiegen

Nach einer vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW Solar) und dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) gemeinsam geführten Kollektorabsatzstatistik sei der Absatz von Solarthermie-Kollektoren in den zwei Quartalen um gut sechs Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gewachsen.

Wachsender Absatz von Solarthermie-Kollektoren dank wachsendem Klimaschutzbewusstsein

Die belebte Nachfrage lasse sich laut dem Bundesverband Solarwirtschaft e.V. auf das wachsende Klimaschutzbewusstsein zurückführen. Noch, so der BSW Solar, hinke der Absatz jedoch dem klimapolitisch nötigen Zubau hinterher.

Solarbranche fordert konsequente Maßnahmen, um Solarthermie-Nutzung zu vervielfachen

Von der Bundesregierung fordert die Solarwirtschaft endlich wirksame Maßnahmen zur Vervielfachung der Solarwärme-Nutzung im Raum-, Prozess- und Fernwärmesektor. Die Bundesregierung sei weit davon entfernt, die selbst gesteckten Klimaschutzziele im Wärme- und Gebäudesektor zu erreichen. Zur Umsetzung ihres Klimaschutzplans müsse der Kohlendioxidausstoß im Gebäudesektor bis 2030 gegenüber 2018 um rund 40 Prozent reduziert werden. Gemäß der Energieeffizienzstrategie Gebäude der Bundesregierung erfordere dies eine Verdreifachung bis Versiebenfachung der jährlich installierten Solarthermie-Leistung, heißt es in der zugehörigen Pressemeldung des BSW-Solar.

Zwischen Anspruch und Realität klaffe demnach eine gewaltige Lücke. Ohne energiepolitische Paukenschläge würden wir die Klimakrise nicht in den Griff bekommen. Erneuerbare Energien benötigten endlich faire Investitionsbedingungen gegenüber fossilen Wärmeträgern. Die fortschreitende Klimakrise könne nur mit einer Abkehr von fossilen Brennstoffen aufgehalten werden. Gerade im Wärmebereich passiere hier noch viel zu wenig. Die Politik müsse dringend die richtigen Anreize und Standards setzen, sowohl im Bestand als auch im Neubau. Das sagte Carsten Körnig, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft Ende Mai auf dem Symposium Solarthermie im Kloster Banz, Bad Staffelstein.

Konkret forderte Körnig einen Dreiklang aus

  • attraktiveren Förderangeboten,
  • sozial abgefedertem CO2-Preis
  • und gesetzlichen Mindeststandards

für den Einsatz von Erneuerbaren Energien. Letztere dürften demnach nicht nur bei Neubauten gelten, sie müssten dringend auf die Heizungssanierung und die Fernwärme ausgedehnt werden.

Die Forderung stützt der BSW-Solar auch auf die Ergebnisse seiner aktuellen Umfrage vom Februar 2019, in der zwei Drittel der Bürger dafür ausgesprochen hätten, dass im Sanierungsfall die neue Heizung aus Erneuerbaren Energien gespeist werden müsse – zumindest anteilig und sofern das technisch zumutbar sei.

Zeugnis für mehr als 10 Millionen deutsche Heizungen: vollkommen veraltet

In Deutschland seien der Pressemitteilung zufolge weit über zehn Millionen Heizungen in Betrieb, die vollkommen veraltet seien und zügig ausgetauscht werden sollten. Ihr Verbrauch an fossilen Brennstoffen wie Heizöl und Heizgas sei besonders hoch – damit verursachten sie nicht nur sehr viel klimaschädliche Emissionen, sondern auch unnötig hohe Kosten. Die Zahl der Solarwärmeanlagen in Deutschland sei im vergangenen Jahr 2018 um rund 71.000 gewachsen. Insgesamt erzeugten hierzulande aktuell (Stand Ende 2018) etwa 2,4 Millionen Solarthermie-Anlagen Solarwärme.

Warum Solarthermie die Wärmewende voranbringt

Solarthermie-Anlagen würden Sonnenenergie verwenden, um warmes Brauchwasser für Küche und Bad, Raum- oder Prozesswärme zu erzeugen. In den sonnenreichen Sommermonaten würden sie laut dem BSW Solar dafür sorgen, dass der Heizkessel komplett außer Betrieb bleibe und keine Energiekosten produziere. Mit passenden Wärmespeichern werde die Wärme aus einer Sonnenheizung auch für die Nacht und bis zu mehreren Wochen in den Übergangsjahreszeiten und teilweise im Winter gespeichert. Nur zu Spitzenzeiten werde der Heizkessel zugeschaltet.

Solarthermie-Kollektoren ließen sich demnach mit beinahe jedem erdenklichen Wärmeerzeuger kombinieren, etwa mit einem Holzheizkessel, einer Wärmepumpe oder einem Gasbrennwertkessel.

Wissenswertes zum BSW-Solar e.V.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von einigen hundert Solar- und Speicherunternehmen in Deutschland. Der Branchenverband agiere als Informant, Berater und Vermittler im Aktionsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Verbrauchern. Er sorge für Investitionssicherheit in der Wachstumsbranche Solarenergie. Wichtige Unternehmen der Solar- und Speicherbranche – von Rohstofflieferanten und Produktionsfirmen über das Handwerk bis hin zu Betreibergesellschaften, Planern und Financiers – seien im BSW Solar organisiert.

Foto: Ritter XL Solar