Mobile Solarwärme – für überall

Für Sonnenstrom gibt es eine Reihe von mobilen Modulen: Vom Solarladegerät für das Handy über PV-Module auf Wohnmobilen und Segelbooten bis hin zur ausrollbaren Solarmatte für das Extrembergsteiger-Basiscamp. Aber was ist mit Solarthermie?

Gibt es auch mobile Solarwärme?

Ja, es gibt sie: Solarsysteme für die Gartendusche oder das Schwimmbad beispielsweise. Angefangen beim einfachen „Solarsack“ für die Campingdusche – dabei erwärmt sich das Wasser in einem schwarzen Kunststoffbeutel. Den Duschzeitpunkt muss man dann schon genau planen, damit das Wasser angenehme Duschtemperatur hat. Also ein echtes low tech Verfahren … 🙂 Außerdem sind die Dinger meist aus PVC.

Etwas fortgeschrittener: So genannte Schwimmbadabsorber aus EPDM, einem Material, das auch für Dachabdichtungen eingesetzt wird und einigermaßen UV- bzw. chemisch beständig ist. Für einen Absorber wird dieser synthetische Kautschuk zu nebeneinanderliegenden Röhren geformt. Das darin erwärmte Wasser wird direkt in den Pumpenkreislauf des Schwimmbeckens eingebunden. Eine andere Variante sind Absorberplatten aus hartem Polyethylen.

Außerdem habe ich schon kuppelförmige Solarheizungen gesehen, in denen spiralförmige Absorber verbaut sind, oder Geräte, bei denen auch ein kleiner Speicher integriert ist. Selbst getestet habe ich sie noch nicht, doch sicherlich gibt es auch da große Qualitätsunterschiede – vom Billigschrott bis zum durch aus funktionalen, kleinmaßstäblichen Brauchwassergerät. Einfach mal „Solare Poolheizung“, „Poolheizung“ oder „Schwimmbadheizung“ oder „Solar Warmwassererwärmer“ in eine Suchmaschine eingeben, vergleichen und sich umhören.

Selbstversorgung macht Spaß – aber Gesundheit geht vor!

Bestimmt macht es Spaß, das ein oder andere mal auszuprobieren. Doch Vorsicht beim Eigenbau und bei der Nutzung: Zum einen sind nicht alle Kunststoffmaterialien für die Nutzung am menschlichen Körper ausgelegt – PVC zum Beispiel gilt generell als problematisch; vom einfachen Gartenschlauch als Selbstbauabsorber ist abzuraten. Außerdem siedeln sich in stehendem Wasser schnell Krankheitserreger an wie die gefürchteten Legionellen. Wobei es viele überzeugte Solarfreaks gibt, die sich genauestens informieren, bevor sie eine (auch größere) Solaranlage installieren, und sich im Lauf der Zeit Wissen angeeignet haben, auf das so mancher Solarteur neidisch werden könnte…

Echte Kollektoren in Klein

Klar, dass die eher schlichten Geräte mit einer fest in die Haustechnik integrierten Anlage nicht vergleichbar sind – also bitte die gelegentliche Warmwasserbereitung nicht verwechseln mit einer Anlage, die eine ganze Ölheizung ersetzen kann. Doch in der warmen Jahreszeit können die kleinen Lösungen genau das Richtige für eine Gartenhütte oder das Freizeitgrundstück sein. „Echte“ Kollektoren für den Outdoor-Einsatz gibt es aber auch: So ist mir ein Solarer Garten-Wichtel begegnet. Hat jemand Erfahrung damit? Er soll besonders auf Almen in Österreich und der Schweiz gesichtet worden sein 🙂 Und so sieht er aus:

gartenwichtel-von-vorn

Alm- und Gartenwichtel

Solarkollektoren für Geschosswohnungen

Und noch ein Schmankerl habe ich gefunden: Den Vorschlag,Geschosswohnungen direkt mit kleinen Balkonkollektoren auszustatten und damit beispielsweise das Spülmaschinenwasser vorzuheizen. Leider zeigt der Film nicht, mit welcher Technik genau gearbeitet wurde; ambitioniert erscheint die Lösung allemal. So eine Minianlage wäre sogar – mit Erlaubnis des Eigentümers – für Mieter denkbar. Man muss also selbst kein Haus besitzen, um Solarwärme zu nutzen.

Foto: Nicco / photocase.de

Bild Alm- und Gartenwichtel: DPI-Solar Energiespar GmbH

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