Thomas Ketel: „Jeder Quadratmeter Solarthermie rentiert sich“ | Handwerker des Monats 12/2015

So, meine Lieben: Zum letzten Mal in diesem Jahr läuten wir hier die Glocken für unseren Handwerker des Monats: Im Dezember ist das Heizungsbaumeister Thomas Ketel aus 74246 Eberstadt. Sein Betrieb läuft unter „die Ketels Bad Heizung Solar“. Im Interview lässt uns Thomas Ketel an seiner Begeisterung für die Solarthermie teilhaben und erzählt uns aus dem Alltagsgeschäft. 

Doreen Brumme für Ecoquent Positions: Meister Ketel, beschreiben Sie uns als Erstes bitte kurz Ihren Betrieb!

Thomas Ketel: die Ketels Bad Heizung Solar ist ein kleiner Familienbetrieb: Meine Frau Silke Ketel gehört dazu und unser Anlagenmechaniker SHK Dennis Wagner … und ich.

Welche Jobs stehen bei den Ketels häufig auf der Tagesordnung?

Vor allem modernisieren wir im Heizungs- und Sanitärbereich bei Privatkunden – das sind Bestandsgebäude vom Einfamilienhaus bis hin zum kleinen Mehrfamilienhaus.

Und welche Region decken Sie mit Ihren Diensten ab?

Wir sind überwiegend in Eberstadt, Weinsberg (Weinsberger Tal), Heilbronn und Neckarsulm zu Gange.

Wie kamen Sie zu dem Beruf und was gefällt Ihnen daran?

Als 14-jähriger Junge durfte ich den Heizungsbauern über die Schulter schauen, die gerade eine Heizung in mein Elternhaus einbauten. Damals noch mit Schwarzrohr und Schweißbrenner. Als die Handwerker fertig waren, hatten wir es schön warm. Das hat mich irgendwie beeindruckt. (lacht)

Sie scheinen nach wie vor begeistert …

Absolut. Die tolle Technik, die heute in unseren Produkten steckt, begeistert mich immer wieder. Das breite Spektrum und vor allem der Kontakt zu den Menschen, sprich: unseren Kunden, finde ich sehr schön. Sie mit den Basics Wasser und Wärme zu versorgen, das ist doch ein toller Job.

Thomas Ketel, wie landete die Solarthermie auf der Liste Ihrer Dienstleistungen?

Als ich mich 1998 selbstständig machte, kam kurz darauf meine erste Tochter zur Welt. Als junger Vater macht ich mir noch viel mehr Gedanken in Richtung Zukunft. Spätestens ab da war klar, dass die Erneuerbaren bei mir die Hauptrolle spielen werden. Eine friedvolle Energieform, wie es die Solarthermie ist, nicht zu nutzen, ist für mich total unverständlich und passt absolut nicht zu den Problemen, die die Erde heute hat.

Sie sind Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Gegenfrage: Wie sah das vor der Paradigma-Partnerschaft aus?

…?

(lacht) … den Pelletkessel kauften wir bei Hersteller A, das Pelletlager bei Hersteller B, die Solaranlage bei Lieferant C und so weiter und so fort … Wir versuchten daraus eine ordentliche Heizungs-Solaranlage zu bauen. Das  ergab aber immer wieder Schnittstellenprobleme und wenn es dann mal klemmte, war es schwierig, einen Verantwortlichen zu finden. Kurz: Keine gute Lösung.

Wir wollten aber eine bessere Lösung für unsere Kunde als dieses Stückwerk. Wir wollten ein effizientes System anbieten und einbauen und uns dadurch auch vom  Wettbewerb unterscheiden. Paradigma bietet uns genau das. Der Systemgedanke, die ecoquente Ausrichtung der Firma, die gelebte Partnerschaft … Übrigens, im November feierten wir unser 10-jähriges Partnerschaftsjubiläum!

Gratuliere! Das bringt mich direkt zur nächsten Frage: Welches ist Ihr aktuelles Solarthermie-Projekt?

In dieser Woche haben wir die Kollektoren für eine Betriebswohnung in einer Gärtnerei montiert. Die Wohnung wird vornehmlich mit Wärmeenergie aus der Solaranlage versorgt  (also teilsolares Heizen). Ein Kaminofen, eine Heizpatrone und der Anschluss des Titan-Speichers an die nur im Winter betriebene Heizungsanlage der Gärtnerei springen dann ein, wenn die Sonne mal nicht ausreicht.

Haben Sie unter den von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ein Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Ich habe kein ausgesprochenes Lieblings-Solarthermie-Projekt. Ich finde, es ist immer ein schöner Moment, eine Aqua-Solarthermie-Anlage an den Kunden zu übergeben … Außer vielleicht mein eigene. Vor etwa zwei Jahren haben wir unser  gesamte Heizungs- und Solartechnik  für unser Wohn- und Betriebsgebäude erneuert.

Was musste getan werden?

Wir hatten noch die Technik von früher: Pelletkessel von Hersteller A, Lager von Hersteller B und die Solarthermie-Anlage von Lieferant C … Sie wissen schon (lacht).

Seit der Erneuerung erlebe ich täglich live wie effizient Paradigma-Systeme miteinander arbeiten. Unser Pelletverbrauch hat sich stark verringert und unser Solarertrag ist mit der Aqua-Solaranlage um fast 40 Prozent gestiegen!

Weil alle Regelungen miteinander vernetzt und internetfähig sind, zeigen wir unter anderem auch die Erträge unserer Solaranlagen auf unserer Homepage. So kann sich ein Interessent live erkundigen.

Oh, da muss ich gleich mal gucken … (hier der entsprechende Screenshot, Stand vom 9.12.2015, 16:48 Uhr – Anmerkung von Doreen)

Schema_Livedaten_Ketel

Das Schema zeigt die Livedaten der Heizungs-Anlage mit Solarthermie von dem Haus, unter dessen Dach unser Handwerker des Monats, Thomas Ketel, lebt und arbeitet.

Beschreiben Sie uns bitte Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie!

Mit Aqua-Solaranlagen feiert man nur Erfolgserlebnisse (lacht).

Und wo drückt der Schuh im Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Ich finde, es gibt im Moment wenig Grund zu meckern, die Fördersituation ist so gut wie nie (auch für kleine Anlagen), Solarthermie kommt wieder mehr in die Köpfe der Verbraucher, die Aqua-Systeme laufen im Betrieb sehr gut. Und dank des neuen Kollektorertragslabels werden nun auch endlich die Unterschiede zwischen Flach- und Röhrenkollektor deutlich.

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Wir würden sehr gerne wieder mehr Solaranlagen zur Nachrüstung  verkaufen. Das kam früher sehr häufig vor. Da wurde die vorhandene Heizungsanlage einfach durch ein Aqua-System ergänzt. Vielleicht kommt das ja mit der verbesserten Fördersituation bei den kleinen Anlagen wieder …

Und was erwarten Sie in Sachen Solarthermie vom kommenden Jahr 2016?

Direkte Erwartungen habe ich keine. Ich würde mir allerdings wünschen, dass die Solarthermie auch bei vielen meiner Kollegen wieder den Stellenwert einnimmt, der ihr gebührt und endlich mit der völlig sinnfreien Floskel Schluss gemacht wird, dass sich Solarthermie nicht rentiere. Jeder Quadratmeter Solarthermie rentiert sich und das in jeder Hinsicht.

Vielen Dank, dass Sie uns Rede und Antwort gestanden haben!

Foto: Thomas Ketel

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