Das Haus unseres amtierenden Handwerkers des Monats, Guido Butscher, zeigt euch, was Sonnenenergie kann: Die große Solarthermie-Anlage teilt sich das nach Südwesten gerichtete Solardach mit einer ebenfalls großen Photovoltaik-Anlage in technischer Eintracht. Gemeinsam erzeugen die beiden Solaranlagen Sonnenwärme und Sonnenstrom für das Gebäude, in dem sieben Personen leben: Guido Butscher und seine Familie sowie seine Eltern. Spannend: Neben den Kurzzeitwärmespeichern verfügt das Gebäude über einen großen Erdwärmespeicher, der als Langzeitwärmespeicher dient. Wir stellen euch das Solarteurhaus von Guido Butscher hier als unser 1. Projekt des Monats Juni 2018 vor.
Über das Solarteurhaus
Das Haus, in dem Guido Butscher mit seiner fünfköpfigen Familie und seinen Eltern in Durach lebt, einer Gemeinde mit 6.500 Einwohnern im Allgäu, ist ein Zweifamilienhaus mit 380 Quadratmetern zu beheizender Wohnfläche.
Die Solarwärmeversorgung vom Solarteurhaus Butscher
Das Solarteurhaus ist 40 Jahre alt. Es wurde beim Bau von Bauherr August Butscher, dem Vater unseres Handwerkers des Monats, direkt mit einer Solarthermie-Anlage, bestehend 48 Quadratmetern Flachkollektoren, ausgerüstet. Ein Fakt, der das belegt, was uns Guido Butscher im Interview berichtet hatte: Dass sein Vater ein Solarthermie-Pionier ist. Schon damals legte August Butscher einen 16.000 Liter fassenden Langzeitspeicher aus dick gedämmten Beton im Erdreich unter dem Haus an.
Die alte Solarthermie-Anlage lief gute 30 Jahre und wurde, so erzählt uns Guido Butscher weiter, nur demontiert, weil effizientere Vakuumröhrenkollektoren mit Wasser als Solarfluid aufs Solardach sollten, für die auch keine Wärmetauscher mehr nötig waren. Nur ganz nebenbei ein Beleg für die Laufzeit einer Solarthermie-Anlage: “Wir haben die alte Anlage verkauft und die wurde wieder in Betrieb genommen. Die lief noch tadellos”, sagt Guido Butscher.
Flachkollektoren runter vom Dach – Vakuum-Röhrenkollektoren rauf aufs Dach
Statt der Flachkollektoren sitzen seit zehn Jahren sechs CPC-Vakuumröhrenkollektoren des Typs Aqua Plasma Star 19/49 von Paradigma auf dem gen Südwesten ausgerichteten Solardach (Neigungswinkel: 28 Grad) der Butschers. Zusammen kommen die sechs Kollektoren auf eine Bruttokollektorfläche von knapp 30 Quadratmetern (m2): 6 x 4,94 m2.
Die Kollektoren speisen ihre Solarwärme, die zur Bereitstellung von warmem Brauch- und Heizwasser genutzt wird,
- einerseits in ein Kurzzeitwärmespeicher-System ein: zwei jeweils 800 Liter fassende und als Kaskade angelegte Pufferspeicher (Typ: Expresso von Paradigma, siehe Foto) mit integrierter Frischwasser-Anlage (siehe Foto im Vordergrund), die für allzeit hygienisch sauberes Warmwasser sorgt, das in den Küchen und Bädern der beiden Haushalte verbraucht wird.
- und andererseits in den Langzeitwärmespeicher unter dem Solateurshaus ein, bis der voll ist. “Der wird üblicherweise erst mit Beginn der Heizsaison angezapft und reicht bis weit in diese hinein”, erklärt uns Guido Butscher.
“Im Haus liegen Fußbodenheizungen, die sich prima mit der Solarwärme betreiben lassen, denn sie arbeiten im Niedertemperaturbereich von 35° Celsius (Vorlauftemperatur)”, beschreibt uns unser Handwerker des Monats.
Die solare Deckung bei der Wärmeerzeugung liegt laut Guido Butscher bei etwa 45 Prozent.
Als Nachheizung ist eine Gasbrennwertheizung (Typ Modula NT von Paradigma mit einer Nennleistung von 25 Kilowatt (kW), siehe Foto) im Solarteurhaus Butscher installiert.
Die Solarstromversorgung vom Solarteurhaus Butscher
“Die 13-kW-Photovoltaik-Anlage auf unserem Dach ist schon etwas älter. Wir nutzen sie wegen der einst noch recht hohen Einspeisevergütung als reine Einspeiseanlage – zumindest solange die Vergütung noch in dieser Höhe garantiert ist”, erklärt Gudo Butscher. Zur Versorgung der Butscherschen Haushalte mit selbst erzeugtem Strom ist seit Juli 2017 eine Brennstoffzelle (siehe Foto oben) im Einsatz: “Die liefert uns mit etwa 5.000 Kilowattstunden (kWh) vergleichsweise wenig Wärme, dafür aber etwa 13.800 kWh Strom im Jahr”, sagt Guido Butscher, “und deckt somit fast 80 Prozent des Strombedarfs im Haus”.
Das 1. Projekt des Monats Juni 2018 auf einen Blick
Sie möchten auch Handwerker des Monats werden?
Wenn Sie wie Guido Butscher glühender Kämpfer für die Wärmewende und noch dazu Paradigma-Partner sind, schreiben Sie uns bitte eine kurze E-Mail an: mail@nulldoreenbrumme.de! Schildern Sie darin in ein paar Sätzen, was Sie antreibt und warum sie so gerne Solaranlagen bauen. Bitte schreiben Sie auch Ihre zwei Lieblingsprojekte dazu. Wir schauen uns das gemeinsam mit dem Gebietsmanager an und melden uns.
Fotos: Guido Butscher/Butscher GmbH
Technisch ganz schön aufwendig um auf eine solare Deckungsquote von 45 % zu kommen.
Wir haben in unserem sehr gut gedämmten > 200m² Altbau Flächenheizungen und eine simple LWP in kombination mit 13Kwp PV-Anlage und kommen auf ca 50% Eigenerzeugung für unseren Wärme- und Haushaltsstrombedarfs. Ingesamt benötigen wir ca 4000Kwh/a Strom für unseren Haushalt, 2000Kwh kommen vom eigenen Dach. 2000Kwh beziehen wir aus dem Netz, 10000Kwh speisen wir in das Netz ein.
Somit finanziert sich die Heizungsanlage ganz entspannt über die Einspeisevergütung oder anders Herum sorgte die Technickinvestition von 20k bei der Renovierung dafür das wir im Jahr mehr Geld durch energieverkauf verdienen als wir für energiekauf benötigen.