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Wir stellen vor: Solarthermie als Biotreppen-Lösung!

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„Gas und Öl sind wieder erlaubt” – dieser Satz kursiert seit der Verabschiedung des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) in vielen Köpfen. Er stimmt sogar, ist aber gefährlich unvollständig. Denn wer sich jetzt für eine neue Gas- oder Ölheizung entscheidet oder eine bestehende weiter betreibt, muss sich auf einen steigenden Anteil vorgeschriebener klimafreundlicher Brennstoffe einstellen, die sogenannte Biotreppe. Und die kostet: Biomethan, Bioheizöl und vergleichbare Brennstoffe sind schon heute spürbar teurer als fossiles Heizgas oder Heizöl, und dieser Anteil wächst mit jeder Stufe der Biotreppe. Und genau hier bekommt unsere erneuerbare Lieblingstechnologie eine überraschend neue Bedeutung: Solarthermie als Biotreppen-Lösung.

Die Bio-Treppe kurz & knapp erklärt

Mit dem GModG, das am 10. Juli 2026 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde und seit dem 29. Juli 2026 in Kraft ist, entfällt die bisherige Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben. Stattdessen gilt für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen die Biotreppe und damit das Heizen mit einem steigenden Mindestanteil an klimafreundlichen Brennstoffen wie Biomethan, Bioheizöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff.

Die Stufen der Biotreppe auf einen Blick:

  • ab 2029: mindestens 10 Prozent
  • ab 2030: mindestens 15 Prozent
  • ab 2035: mindestens 30 Prozent
  • ab 2040: mindestens 60 Prozent
  • ab 2045: 100 Prozent

Für Bestandsanlagen, die bereits vor Inkrafttreten des GModG eingebaut wurden, kündigt der Gesetzgeber demnach ein separates Gesetz an. Wer also glaubt, mit einer bestehenden Öl- oder Gasheizung von der Biotreppe verschont zu bleiben, sollte diese Entwicklung unbedingt im Blick behalten.

Warum Bio-Brennstoffe teuer und unsicher werden

Biomethan, Bioheizöl und vergleichbare Brennstoffe klingen nach einer einfachen Lösung: einfach den Brennstoff wechseln, fertig. In der Praxis ist das komplizierter. Diese Brennstoffe sind heute bereits spürbar teurer als ihre fossilen Pendants, und die Mengen, die der Markt liefern kann, reichen bei Weitem nicht aus, um den künftigen Bedarf aller Gas- und Ölheizungen in Deutschland zu decken. Wer sich allein auf den Brennstoffmarkt verlässt, geht damit ein Risiko ein, das sich weder in Preis noch Verfügbarkeit verlässlich planen lässt.

Solarthermie als Biotreppen-Lösung

Solarthermie ist eine gesetzlich anerkannte Möglichkeit, die Biotreppen-Pflicht zu erfüllen, und zwar bis zum Jahr 2035 gleichwertig zur geforderten Beimischungsquote.

Für die Jahre 2029 bis 2034 gelten dafür feste Mindestflächen. Wer eine größere Fläche Solarthermiekollektoren auf seinem Dach installiert und damit einen höheren Anteil als 15 Prozent auf die Pflicht anrechnen lassen möchte, muss diesen Anteil von einer fachkundige Person oder über eine Unternehmer:innenerklärung nachweisen. Das Entscheidende dabei: Diese Erklärung kann der ausführende Fachbetrieb selbst ausstellen. Eine zusätzliche Energieberatung ist dafür nicht erforderlich.

Was in der Praxis erreichbar ist: Eine solide dimensionierte Solarthermieanlage erfüllt 30 Prozent der Biotreppen-Pflicht ohne größere Schwierigkeiten, und auch 60 Prozent sind mit entsprechender Kollektorfläche machbar.

Für alle, die noch mit Gas oder Öl heizen, bedeutet das: Solarthermie als Biotreppen-Lösung ist damit die planbarste und zuverlässigste Möglichkeit, die eigene Heizung ab 2029 gesetzeskonform zu betreiben, ohne von unsicheren und teuren Bio-Brennstoffmärkten abhängig zu sein. 

Solarthermie als Biotreppenlösung: Was das für eure bestehende Heizung bedeutet

Wenn ihr heute eine funktionierende Gas- oder Ölheizung besitzt und diese nicht sofort austauschen möchtet oder könnt, habt ihr die Wahl:

  • Entweder kauft ihr künftig teure und schwer verfügbare Bio-Brennstoffe ein
  • oder ihr rüstet eine Solarthermieanlage nach, die einen Teil der Pflicht zuverlässig übernimmt.

Die zweite Option ist in aller Regel die wirtschaftlichere und planbarere. Und sie wirkt sofort, nicht erst ab 2029: Jede Kilowattstunde (kWh) Wärme, die die Solarthermieanlage für Warmwasser oder Heizungsunterstützung liefert, ersetzt direkt eine mit Gas oder Öl erzeugte kWh – Brennstoffe, die ihr sonst hättet kaufen müssen. Der gesetzliche Vorteil bei der Biotreppe kommt oben drauf.

Nicht vergessen: die Solarthermieförderung

Solarthermie bleibt über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 30 Prozent Grundförderung förderfähig, kombinierbar mit den üblichen Boni wie dem Einkommensbonus oder dem Klimageschwindigkeitsbonus, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

Bemerkenswert ist dabei ein Blick auf die tatsächliche Nachfrage: Während Wärmepumpen monatlich mit mehr als 30.000 Förderanträgen die mit Abstand meistgeförderte Technologie sind, kommt Solarthermie derzeit nur auf rund 250 bis 300 Anträge im Monat. Angesichts der neuen Rolle als Biotreppen-Erfüllungsoption ist das eine deutlich unterschätzte Chance, insbesondere für alle, die noch fossil heizen und nicht sofort komplett umsteigen wollen oder können.

Kombination mit Pelletheizung oder Wärmepumpe

Wie wir euch in unseren jüngst veröffentlichten Artikelreihen zu Pelletheizungen und Wärmepumpen gezeigt haben, ist Solarthermie in beiden Fällen ein starker Teamplayer: Sie übernimmt im Sommer die Warmwasserbereitung, entlastet den Pelletkessel oder die Wärmepumpe und verbessert die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems spürbar. Mit dem GModG kommt jetzt eine weitere, rein rechtliche Dimension hinzu, die diese Kombination zusätzlich attraktiv macht.

Was Solarthermie leistet und was nicht

Solarthermie deckt je nach Auslegung (Dimensionierung) 30 bis 60 Prozent der Biotreppen-Pflicht, nicht mehr. Sie ersetzt keine vollständige Umstellung auf klimaneutrale Brennstoffe, die spätestens bis 2045 ohnehin ansteht. Und sie braucht geeignete Dachfläche mit passender Ausrichtung, was nicht bei jedem Gebäude in ausreichendem Maß gegeben ist.

Wer stark eingeschränkte Dachflächen hat oder ohnehin eine vollständige Umstellung auf Pellets oder Wärmepumpe plant, für den ist der direkte und komplette Systemwechsel – weg vom fossilen hin zum erneuerbaren Heizen –  oft die konsequentere und langfristig wirtschaftlichere Lösung. Solarthermie als Biotreppen-Lösung eignet sich vor allem für alle, die ihre funktionierende fossile Heizung noch einige Jahre weiterbetreiben möchten, ohne später allzu sehr teuren von Biobrennstoffen abhängig zu sein.

Nächste Schritte zu Solarthermie als Biotreppen-Lösung

Damit ihr mit Solarthermie als Biotreppen-Lösung heizen könnt, sind folgende Schritte zu gehen:

  • Dachfläche und Ausrichtung von einem Fachbetrieb einschätzen lassen
  • Klären, welcher Anteil der Biotreppen-Pflicht sich damit realistisch erfüllen lässt
  • Die Unternehmer:innenerklärung frühzeitig mit dem Fachbetrieb besprechen, damit sie bei Bedarf rechtzeitig vorliegt
  • Förderantrag stellen, idealerweise kombiniert mit einer ohnehin geplanten Heizungsmaßnahme

Unsere Paradigma Partnerbetriebe unterstützen euch dabei, die passende Anlagengröße für eure Situation und die Biotreppen-Anforderungen zu ermitteln. Einen Partnerbetrieb findet ihr über unsere Handwerkersuche auf unserer Internetseite.

Foto: Paradigma