China Energy Label: Pflichtprogramm für solare Warmwasserbereiter in China

Neues aus China: Die Volksrepublik (VR) China lässt künftig nur Solar-Anlagen zur Warmwasserbereitung zu, die den Mindestanforderungen des „China Energy Labels“ genügen. Stufe 3 des Labels ist Pflichtprogramm für alle Unternehmer, die ihre Anlagen auf dem chinesischen Markt verkaufen wollen.

Das vom China National Institute of Standardisation (CNIS) initiierte „China Energy Label“ stuft energieeffiziente Hochleistungsgeräte zur solaren Warmwasserbereitung in drei Klassen ein. Es ist für alle nach dem 1. September 2012 produzierten Anlagen Pflicht. Das Zertifikat „China Energy Label“ gilt laut Presseberichten sowohl für Thermosiphon- als auch Pumpanlagen (Hier eine Erklärung zu den verschiedenen Systemen).

China Energy Label für Solaranlagen: Stufe 3 ist Pflicht

Nur Produkte, die mindestens den Anforderungen der  Stufe 3 des „China Energy Labels“ entsprechen, dürfen fortan auf dem chinesischen Markt gehandelt werden. Für Produkte „auf Lager“ gäbe es keine ausdrückliche offizielle Übergangszeit, gleichwohl hätten Hersteller ausreichend Zeit, ihre Produkte noch zertifizieren zu lassen, heißt es in entsprechenden Meldungen.

Die Standards des „China Energy Labels“ sind in ihrer Mindestanforderung (Stufe 3), veröffentlicht am 10. Oktober 2011 von den beiden Institutionen der Volksrepublik China „General Administration of Quality Supervision, Inspection and Quarantine“ (AQSIQ) und „Standardization Administration“, ein Must-have für Unternehmer, die ihre Produkte auf dem chinesischen Markt verkaufen wollen.

Hauptfaktor des „China Energy Labels“ ist der Koeffizient der Thermalen Leistung, genauere Beschreibungen dazu findet man hier.

Effizienzlabel für Solarthermie in China

Label für solare Heizungen in China

China Energy Label: Stufe 1 und 2 sind Kür und bringen staatliche Förderung

Zuvor hatten Chinas National Development and Reform Commission (NDRC) und das Chinesische Finanzministerium  eine neue Initiative gestartet, die dazu beitragen soll, dass der Vertrieb hocheffizienter solarer Warmwasserbereiter unterstützt werde. Die je nach Effizienz subventionierten Anlagen müssen die Anforderungen der Stufen 1 oder 2 des „China Energy Labels“ erfüllen, um subventioniert zu werden. Die Solar-Subventionen sind Teil der Kampagne „Energiesparende Produkte“, die neben den Solarthermie-Anlagen auch Photovoltaik(PV)-Generatoren und kleine Windräder umfasst. Die Kampagne läuft laut Pressemeldungen noch bis 31. März diesen Jahres.

Solarthermie-Unternehmen rechnen mit zwei bis drei Monaten Bearbeitungszeit aufgrund langer Wartelisten zur Prüfung sowie weiteren ein bis zwei Monaten bis zur endgültigen Registrierung ihrer zertifizierten Produkte.

Hintergrund: Solarthermie in China – Warmwasser für Milliarden

Fließend warmes Wasser ist in China noch längst nicht so selbstverständlich wie hierzulande. Doch es ist ein Will-ich-haben-Produkt, das damit Zeichen des zunehmend selbstverständlich werdenden alltäglichen Komforts ist. Aufgrund ihrer hohen Sonneneinstrahlungswerte hat die VR China ein hohes Potential für Solar-Anlagen, solarthermische Anlagen ebenso wie Photovoltaik-Anlagen. Während die meisten der in China produzierten PV-Module in die Welt exportiert werden, bleiben solarthermische Anlagen Großteils in der Volksrepublik. Sie dominieren (noch) den Binnenmarkt. Experten sehen dafür auch den Grund: Chinesische Verbraucher bevorzugen Technologien, die sich bewährt haben, die einfach zu installieren und möglichst leicht oder gar nicht zu warten sind. PV-Anlagen haben sich offensichtlich entgegen dieser Ansprüche nur deshalb durchsetzen können, weil sie über staatlich geförderte Programme verbreitet wurden. Solarthermische Anlagen dagegen haben es ohne staatliche Hilfe auf den chinesischen Markt geschafft. China gilt heute als größter Solarthermie-Markt weltweit. Seit Ende April 2012 ist China offiziell das 21. Mitglied des Solarthermieprogramms der Internationalen Energieagentur (IEA SHC).

Warum gibt es solche eindeutigen Effizienzlabels eigentlich bei uns nicht? Es gibt immerhin haushohe Unterschiede zwischen den einzelnen Kollektoren und auch unter den Solar- Keymark-zertifizieren Produkten müsste es deutliche Unterschiede geben, die der Konsument auf den ersten Blick nicht sieht. Da man sich aber beim EU-Label für Heizungen schon nicht einig werden kann, ist es hier wohl noch schwieriger, weitere Labels einzuführen. Wer es ganz genau wissen will, kann die Effizienz seines Kollektors übrigens hier in der Solar Keymark – wenn auch nur mit viel Geduld und Hintergrundwissen – ansehen. Es gibt sogar einen Artikel zum Thema: Wie finde ich mich in der Solar Keymark-Datenbank zurecht? Man möchte fast meinen, dass Transparenz zur Effizienz von solaren Warmwasserbereitern in Europa nicht den höchsten Stellenwert besitzt. Was meint Ihr dazu?

Foto: ico_daniel / photocase.com

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7 Kommentare zu “China Energy Label: Pflichtprogramm für solare Warmwasserbereiter in China”

  1. Franz Bergen

    „Man möchte fast meinen, dass Transparenz zur Effizienz von solaren Warmwasserbereitern in Europa nicht den höchsten Stellenwert besitzt. Was meint Ihr dazu?“
    Ich hoffe sehr, dass Sie hier nicht auf Warmwassersolaraanlagen abheben. Heizungswasser ist schließlich auch Warmwasser – und zwar für den Heizkörper. Leider muss man derzeit immer noch auf diese Unterschiede hinweisen, weil es noch nicht allgemeines Gedankengut ist, die Installation von (meist) unwirtschaftlichen Warmwassersolaranlagen zu vermeiden. Eine solarthermische Anlage sollte immer als heizungsunterstützende Anlage oder gar als Sonnenheizung ausgelegt werden, um das Potential der Sonne auszunutzen und wirtschaftlich interessant zu sein. Solche Anlagen werden mit höchster Effizienz mit U-Tube Vakuumröhrenkollektoren realisiert (z.B. D&K Solar oder Paradigma).

    1. Cornelia Daniel

      Danke für den Kommentar. Sie haben Recht es geht natürlich vor allem um Transparenz für Kollektoren für solare Heizungsunterstützung, da es hier wichtig ist, dass die Kollektoren auch bei niedrigen Temperaturen noch Erträge liefern. Ich finde, dass die Effizienz der Kollektoren für den Endkunden, die nicht mit der Solar Keymark Datenbank vertraut sind, sehr schwer zu beurteilen ist, man muss sich hier sehr stark darauf verlassen, was einem der Verkäufer anbietet.

    2. Blumental

      Herr Bergen,

      sowie sie das hier schreiben ist das Unsinn. Die Auslegung von Solarthermieanlagen auf den Warmwasserbedarf ist die wirtschaftlichste Vorgehensweise, da der Warmwasserbedarf das Jahr über gesehen gleich bleibt. Wenn sie auch die Heizung unterstützen wollen, nehmen sie in Kauf das in den Monaten im Jahr in denen nicht geheizt wird, große Wärmemengen von der Solarthermieanlage kommen, die dann nicht abgenommen werden können. Die Solarthermieanlage ist dann in dieser Zeit überdimensioniert. Es ist schlüssig, dass man das nicht gerade als wirtschaftlich ansehen kann.
      Für Solarthermieanlagen lässt sich ja ein solarer Wärmepreis bestimmen. Sie berechnen die Anlagenkosten, die Abschreibungsdauer, den Ertrag der Anlage (wohlgemerkt der Ertrag der auch abgenommen werden kann) und bekommen dann einen Preis pro Kilowattstunde thermischer Energie. Und hier ist es einfach wegen dem oben dargelegten Zusammenhang so, das bei einer größeren Kollektorfläche der Preis pro Kilowattstunde steigt.

      Der Kunde kann eine Heizungsunterstüzung ja wollen und es wäre sicher auch gut wenn er sich dafür entscheidet, nur ist das sicherlich nicht die wirtschaftlichste Variante.

      Zu den Begrifflichkeiten ist zudem zu sagen, dass in China- und auch einigen südeuropäischen Ländern- die Sonne tatsächlich nur zur Warmwasserbereitung genutzt wird und es gar keine Verbindung zur Heizung gibt. Der Warmwasserspeicher befindet sich direkt über den Kollektoren, sobald das in den Kollektoren erwärmt wird steigt es nach oben- das Prinzip wie bei einer Schwerkraftheizung- und fließt in den Speicher. Aus dem Speicher fließt gleichzeitig das kalte Wasser raus wieder richtig Kollektoren. Die Systeme kommen also ohne separate Pumpe aus.
      Diese Solarthermieanlagen sind also wesentlich simpler ausgeführt und nicht mit der bei uns verwendeten Technik zu vergleichen.
      Hier ein Beispiel: http://www.andersreisen.net/wp-content/uploads/2010/10/10-10-06-solaranlagen-china.jpg

    3. Thomas Nasswetter

      @Blumental

      Wie definieren Sie „Wirtschaftlichkeit“? Eine Heizung läuft auch nur in der Übergangszeit bzw. im Winter – ist das unwirtschaftlich? Tatsache ist, dass eher Wamwasseranlagen unwirtschaftlich sind als Heizungsanlagen mit Solarunterstützung. Warum?

      In einem Haushalts macht Warmwasser im Durchschnitt 12% – 15% des Gesamtenergieverbrauches aus. Rund 70% aber die Heizung. Gelingt es nun 50% des Warmwassers solar zu erzeugen, so sparen Sie rund 6-7% des Gesamtenergieverbrauches. Erzeugen Sie 40% der Heizenergie inklusive des Warmwassers mit der Sonne, so liegt die Gesamtersparnis bei rund 30% der gesamten Energiekosten. Dieses Beispiel gilt natürlich vor allem für den klassischen Bereich der Heizungssanierung und nicht für Passivhäuser, da dort der Warmwasserverbrauch mehr Energie benötigt als die Heizung, sehr wohl aber

      Klar braucht niemand im Sommer Heizungsenergie, aber in der Übergangszeit und im Winter schon. Deshalb muss eine gute Solaranlage mittels Hocheffizienz-Kollektoren (z.B. CPC Vakuumröhren-Kollektoren) zu möglichst vielen Zeiten im Jahr möglichst viel Wärme liefern. Im Sommer hingegen muss diese Anlage „Stillstandsicher“ sein, da ja keine Wärmeabnahme erfolgt. Das können derzeit nur wenige Systeme! Ich persönlich finde da Systeme, die Wasser und keine chemisches Frostschutzmittel als Wärmeträgermedium benützen, als zukunftsträchtig und Stand der Technik.
      Meine Empfehlung lautet also: Heizungsunterstützung mit Hocheffizienz-Kollektoren in Kombination mit Wasser als Wärmeträgermedium. Dann ist jede Solaranlage nach spätesten 10-14 Jahren „rentabel“. Bei einer Lebensdauer von rund 25-30 Jahren bei guten Produkt sind also 12-20 Jahre „Gratiswärme“ durchaus drinnen.

  2. Blumental

    Der Wirtschaftlichkeit näheren sie sich wie gesagt über den solaren Wärmepreis an. Sie berechnen die Kosten der Anlage, die Kosten des Unterhalts (inklusive Energiekosten der Umwälzpumpe fürs Wärmeträgermedium) und schätzen den Ertrag der Anlage ab. Bei einer Abschreibungsdauer von 20 Jahren bekommen sie dann einen jährlichen Betrag heraus, den sie für die Solarthermieanlage zahlen müssen. Den teilen sie dann durch den voraussichtlichen Ertrag der Anlage der auch abgenommen werden kann. Damit haben sie den solaren Wärmepreis.
    Genau diesselbe Kalkulation können sie auch für einen Erdgas oder Ölkessel machen und bekommen dann ebenfalls einen Preis pro Kilowattstunde. Der setzt sich allerdings nicht nur aus den Anlagenkosten zusammen (Kosten des Kessels geteilt durch 20 Jahre) sondern hauptsächlich aus den Brennstoffkosten. Das kann dann beispielsweise 7 Cent für die Kilowattstunde Erdgas sein plus einem Cent für die Anlage, dann sind sie bei acht Cent.
    Hier müssen sie aber natürlich die Energieverteuerung berücksichtigen. Kostet es dieses Jahr noch acht Cent, sind es im nächsten Jahr vielleicht 9 usw… ist ja kein Problem das zu bestimmen, sie nehmen beispielsweise einfach eine Energieverteuerungsrate von 5% (oder 3%, oder 7%) an.
    Bei der Solarthermieanlage hingegen bleibt der solare Wärmepreis gleich.

    Kommen wir nun zur Frage, was ist wirtschaftlicher, Auslegung nur auf das Warmwasser oder auf Heizen und Warmwasser. Da kommt- um das mathematisch zu beschreiben- der solare Deckungsanteil ins Spiel. Der solare Deckungsanteil beschreibt wieviel des Wärmebedarfs eines Gebäudes mit der Sonne gedeckt wird.

    Hierzu jetzt der Vergleich:

    Größere Solaranlagen ohne Langzeitwärmespeicher:
    Solarer Deckungsanteil: 10 bis 15% (Anmerkung: In dem Beispiel steht Warmwasser und Heizung, jedoch sind 10 bis 15% genau der typische Warmwasserbereich, also wird das auch vorwiegend gemeint sein)
    Solarer Wärmepreis: 6 bis 10 Cent je Kilowattstunde
    Seite 152 http://www.itw.uni-stuttgart.de/lehre/lehrveranstaltungen/Dokumente/solar1/solvo_teil2.pdf

    Größere Solaranlagen mit Langzeitwärmespeicher:
    Solarer Deckungsanteil: 50 bis 70%
    Solarer Wärmepreis: 13 bis 18 Cent je Kilowattstunde
    Seite 164 http://www.itw.uni-stuttgart.de/lehre/lehrveranstaltungen/Dokumente/solar1/solvo_teil2.pdf

    Sie sehen das die knapp kalkulierte Anlage (10 bis 15% solarer Deckungsanteil) mit 6 bis 10 Cent je Kilowattstunde bereits jetzt vergleichbare Preise zu Erdgas hat oder es in nächster Zukunft (zwei, maximal drei Jahre) haben wird. Bei der Anlage mit einem hohen solaren Deckungsanteil (50 bis 70%) wird es aber noch einige Jahre, eher mindestens ein Jahrzehnt dauern bis sie auf Augenhöhe mit fossilen Energieträgern sind, denn 13 bis 18 Cent je Kilowattstunde muss Erdgas erstmal erreichen.
    Sie erreichen auf jeden Fall diesen Punkt, dass sie mit der Anlage Geld sparen- da bin ich bei ihnen. Nur wenn sie bei 20 Jahren Betrachtungsdauer, erst nach 12 Jahren Geld sparen, wäre die Anlage so gesehen unwirtschaftlich, denn sie haben 12 Jahre mehr bezahlt und sparen nur 8 Jahre lang.
    Okay, die Anlage hält länger als 20 Jahre, aber Betrachtungszeiträume von 30 Jahren heranzuziehen und dem Kunden auf die ferne Zukunft zu vertrösten, wenn er fragt wann er Geld sparen kann ist nicht gerade „eqouent“ (wie es die Autorinnen dieses Blogs sagen würden 😉 ).
    Warum sich der hohe solare Deckungsanteil negativ auf die Kosten auswirkt, habe ich ja oben schon erklärt.

    Ein weiteres Beispiel:
    Solarer Deckungsanteil fsav 25%, 10m² Kollektorfläche, Solarer Wärmepreis liegt bei 6 bis 19 Cent
    Solarer Deckungsanteil fsav 50%, 35m² Kollektorfläche, Solarer Wärmepreis liegt bei 18 bis 38 Cent
    Das Beispiel ist älter, inzwischen sind die Preise gesunken, am grundsätzlichen Zusammenhang ändert das jedoch nichts. Die Zahlen sind in der Tabelle unter 3: http://energieberatung.ibs-hlk.de/plansol_hinw.htm

    1. Blumental

      Achja und als Ergänzung noch zu ihrer Eingangsfrage und zu zwei, drei Punkten: Das mit der Heizung ist natürlich ein Äpfeln mit Birnen-Vergleich. Eine Heizung brauchen sie zur Daseinsfürsorge. Bei einem Notstromaggregat im Krankenhaus fragt ja auch niemand ob das nun wirtschaftlich ist oder nicht.

      Tatsache ist das was sie schreiben nicht, das habe ich nun ausführlich dargelegt. So zu argumentieren mit „wenn mehr Wärme von Kollektoren kommt, muss ich weniger konventionell heizen, das ist ja super“. Das ist eine Milchmädchenrechnung, so können sie niemanden eine Anlage verkaufen, es sei denn er will sie aus Idealismus.
      Die Sichtweise die ich hier dargelegt habe, ist gängige Lehrmeinung, das findet sich ja selbst auf den Branchen-Seiten so wieder:
      „Für heizungsunterstützende Solaranlagen ist meist mit höheren Wärmegestehungskosten zu rechnen. Sie erzielen aber auch höhere jährliche Energieeinsparungen und höhere solare Deckungsbeiträge am Gesamtwärmebedarf.“
      Quelle: http://www.solarwaerme-info.de/rund-ums-geld/kosten/

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