Cornelia sagt zum Abschied leise „Servus“

Ja, ganz richtig gelesen. Es ist soweit. Nach vier Jahren  unglaublich spannender Arbeit als Chefredakteurin dieses Blogs ist es Zeit für mich, zu gehen und mich um die Umsetzung all des hier erworbenen Wissens zu kümmern. Unfassbare 634!!! Artikel haben wir in den letzten Jahre verfasst und dieser ist mein letzter.

Warum? – das werdet ihr jetzt vielleicht fragen. Nun ja, ihr könnt euch vermutlich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit es ist, mehrere Leute zu koordinieren, immer wieder spannende Themen zu finden, die Leser auf allen Social Media Kanälen bei Laune zu halten und dann auch noch erhellende Artikel zu schreiben. Ganz nebenbei waren alleine von mir 253 Stück (Das schreckt mich gerade selbst!). Das alles geht sich neben meiner Tätigkeit in der Projektentwicklung für Tausendundein Dach und der Vorstandsarbeit bei Austria Solar einfach nicht mehr so richtig aus und ich weiß, dass Doreen den Blog so, wie er sich weiter entwickeln wird, toll weiter betreuen wird, also kann ich guten Gewissens gehen.

Ich werde mich aber auch in der Funktion als Vorstand von Austria Solar weiterhin für die Transparenz in der Branche einsetzen. Es ist unglaublich traurig, zu sehen, wie beharrlich verhindert wird, dass die Erträge der Solarthermie sichtbar gemacht werden. Ich weiß, viele haben Angst davor, weil leider furchtbar viel schief gegangen ist, aber es führt kein Weg daran vorbei, denn sonst werden wir von den anderen Energieerzeugern einfach überrollt. Wieso sollte sich auch jemand dafür interessieren, wenn keiner weiß, was die Solarthermie überhaupt kann?

Ein paar Worte zu unserer Pressefreiheit

Etwas, das mich besonders genervt hat in letzter Zeit, ist, dass immer wieder der Vorwurf kam, dass das hier ja alles von Ritter bezahlte Beiträge seien. Ja, stimmt, wir werden für unsere journalistische Arbeit bezahlt wie andere Texter auch, aber ich kenne kein einziges Unternehmen, das einen Blog wie diesen in dieser Form zugelassen hätte. In der Solarthermie herrschte vor Ecoquent-Positions ein absolutes Berichterstattungsvakuum: NIEMAND BERICHTETE 2012 ÜBER SOLARTHERMIE, außer ein, zwei Branchenmedien. Nirgends gab es echte Diskussion über die Entwicklung der Branche, über Dinge, woran das System krankt. Wir Bloggerinnen hatten die Aufgabe, die Probleme zu benennen, Informationen einzuholen und der Solarthermie aus der Versenkung zu helfen. Dem damaligen Marketingleiter Thomas Nasswetter ist es gelungen, die Geschäftsführung von dem außergewöhnlichen Projekt „Ecoquent Positions – das Solarthermieblog“ zu überzeugen und seit dem Start haben wir gezeigt, dass die Solarthermie deutlich mehr kann, als nur „Beiwagerl“ zu sein. Und die Politik hat zumindest erkannt, dass es da noch etwas neben der Photovoltaik gibt und die Gemeinden haben wieder begonnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Berichte über Anlagen in Senftenberg machen mir Mut. Solare Fernwärme wird langsam wirklich salonfähig und genau in dem Bereich werdet ihr sicher noch viel von mir hören! Wir haben auch für Diskussionen in höheren Gremien gesorgt und hätte ich geahnt, welchen Wirbel diese banale Kollektorliste auslöst, hätte ich sie schon früher veröffentlicht. Deshalb muss ich in meinem Abschlussartikel auch noch einmal auf dieses anscheinend so heiße Thema eingehen.

Ich hatte lange gehofft, dass eine solche Liste mal von offizieller Seite käme – vergebens! Leute, was ist so furchtbar schlimm daran, dass die genormten Kollektorerträge in Form unserer Liste veröffentlicht werden? Ich weiß ehrlich gesagt selbst nicht, warum wir mit der Liste so lange hinterm Berg gehalten haben. Vielleicht, weil eben Ritter darin so oft so weit oben steht, und wir ja nicht  – wie ich inzwischen „gelernt“ habe – erlauben „dürfen“, zu sagen, dass das tolle Kollektoren sind – nur weil wir selbst ein Teil von Ritter sind!? Und das dann das gute Abschneiden der Ritterkollektoren ein Beleg dafür wäre, dass wir für die Liste bezahlt werden, was wir selbstverständlich wurden, denn die hat ja auch Arbeit gemacht! Ja, wahrscheinlich deshalb. Aber was sollen wir denn bitte machen, wenn das die Solar Keymark eben so prüft, wie wir es abgebildet haben? Sollten wir lügen, nur weil Ritter hinter diesem Blog steht? Oder Ritter ganz außen vor lassen? Den Sturm der Empörung über solche Verfälschung der Tatsachen kann ich mir inzwischen prima vorstellen! Und nein, wir stehen zu unserer Liste!

Die Kollektorliste als Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat

Ich habe auch überlegt, ob ich auf den Artikel bei Enbausa, in dem ich persönlich angegriffen wurde, eingehen soll. Das Einzige, was ich dabei nicht in Ordnung finde, ist, dass es so dargestellt wird, als hätten wir diese Kollektorklassifizierung erfunden. Leute! Nochmal für alle zum mitlesen: Die Werte sind genormte Werte, die von der Solar Keymark ausgegeben werden! Genau so wie die Werte der Photovoltaik bei Standardtestbedingungen. Das Einzige, was wir mit den bereits veröffentlichten Daten gemacht haben, war, sie auf einen Quadratmeter runterzurechnen. Der Grund, warum nicht mehr Kollektoren drin waren, ist der, dass wir nur diese Liste hatten, und wir in keinster Weise das Budget haben, um eine vollumfängliche Liste zu machen. btw: Wer sich schon mal mit der Solar Keymark auseinandergesetzt hat, weiß, dass diese nicht dafür gedacht ist, vergleichende Informationen zu generieren. Deshalb kam unsere Liste ja auch mit einem Aufruf an alle, dass sie ihre Werte gerne posten können und wir diese dann eintragen. Das war anscheinend nicht gewünscht, weil man überall anscheinend noch eine lange Erklärung hinschreiben muss, warum der Wert, der da rauskommt, nun so ist. Es wurden da einige Beispiele gebracht, wieso man die Kollektoren so nicht vergleichen kann, aber da frage ich mich dann, wie soll der Endkunde überhaupt zu einer Entscheidung kommen? Und um den geht es schließlich! Um den Verbraucher und unseren Dienst an ihm! Und wenn ein Kollektor nun für die Flachaufbringung gedacht ist, na dann stelle ich im nächsten Schritt als Hersteller eben eine Liste auf, die eben solche Kollektoren vergleicht. Es gäbe ja so viele Möglichkeiten für die Hersteller, wenn sie sich auf echte Transparenz einigen könnten! Es geht ja vor allem um den Vergleich mit anderen Heiztechnologien, aber nein, wir streiten um genormte Werte …

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass durch die viele Jahre andauernden und irreführenden Vergleiche auf Aperturfläche auch die Fachleute soweit verwirrt wurden, dass es jetzt einige Zeit brauchen wird, bis das auch der Letzte verstanden hat. Bis dahin sollten diese Leute sich noch freuen, denn das MAP gibt meistens guten wie schwächeren Kollektoren gleich viel Fördergeld pro m² Bruttofläche. Die Kunden von den Hochleistungskollektoren können sich damit trösten, dass sie dafür je nach Variantenvergleich 50 bis 80 Prozent mehr Ertrag bekommen.

Ecoquent-Positions reloaded

Dieser Kollektorlisten-Artikel hat einmal mehr gezeigt, wie schwierig es trotz unabhängiger Schreibe mitunter ist, einen unabhängigen Blog machen und als solcher auch verstanden werden zu wollen, wenn ein Unternehmen dahintersteht. Gleichwohl der Verbraucher, für den wir die Liste zuallererst gemacht haben, sich dazu durchweg dankbar geäußert hat. Die Kritik kam, und das spricht für sich von anderen Medien und aus der Branche. Doch sie tut dem  Blog keinen Abbruch! Der Blog wird weiter gehen und vielleicht wird man doch noch offensichtlicher zeigen, dass es ein Ritter-Blog ist, damit dann eben auch „erlaubt“ ist, die hauseigenen Anlagen zu loben, ohne gleich dafür von vielen Seiten gerügt zu werden.

Eins noch: Ihr werdet nicht glauben, wie wenig sich Ritter in die Themenauswahl und -aufbereitung eingemischt hat. Es war und ist uns frei wie in jeder Redaktion, die Themen auszuwählen. Wir haben uns als Redaktion letztes Jahr entschieden, die Handwerker vor den Vorhang zu holen, weil es diese Menschen sind, die die Wärmewende voranbringen, sonst niemand. Es muss viel klarer werden, was die Solarthermie leisten kann und das wird auch hier weiter kommuniziert werden. Wer mich kennt, weiß, dass ich nichts schreibe, von dem ich nicht zu 100 Prozent überzeugt bin. Meine Meinung bilde ich mir aus vielen Gesprächen, unzähligen Artikeln und auch aus den Rückmeldungen der Kommentierer hier. Ich sage nicht, dass ich die Weisheit mit dem Löffel gefressen habe und mich nicht manchmal auch irren kann. Aber wenn ich mich irre, gebe ich es auch zu. Wo ist das Problem?!

Quo vadis, Conny? 

Natürlich will ich euch nicht vorenthalten, wo es für mich hingehen soll. Was viele von euch nicht wissen: Neben meiner Arbeit als Chefredakteurin hier arbeite ich in Österreich vor allem in der Projektentwicklung für Photovoltaikanlagen. Mit der Initiative Tausendundein Dach haben wir etwas geschafft, was eigentlich undenkbar war: Wir haben Unternehmer und Unternehmerinnen davon überzeugt, dass Photovoltaikanlagen zum Eigenverbrauch eine sehr schlaue Investition sind. Ich möchte mich in Zukunft noch mehr auf dieses Projekt konzentrieren und da ich weiß, dass es viele Unternehmen gibt, die von ihrem Glück noch nichts wissen, sage ich nur: Ich komme!

Solarthermie gehört auf die Unternehmensdächer

Langfristig bin ich davon überzeugt, dass auch die Solarthermie im Großanlagenbereich ihr größtes Potenzial hat, es jedoch derzeit noch an qualifizierten Projektentwicklern fehlt. Ich werde als Vorstand von Austria Solar daran arbeiten, dass sich das ändert, und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann eine ähnliche Initiative wie Tausendundein Dach für Solarthermie. Dann Mal werde ich das aber nicht ohne Startkapital angehen. Bei Interesse daran einfach melden! Ich fürchte, man muss auch hier ein paar Jahre Vorlaufzeit kalkulieren, aber sobald CO2-Ziele ernsthaft verfolgt werden, geht einfach kein Weg an der Solarthermie vorbei.

Ganz ohne Schreiben werde ich es aber auch auch nicht aushalten. Ich werde weiterhin für unterschiedliche Hersteller in dem Bereich schreiben und bleibe auch Ritter für punktuelle Textarbeiten erhalten. Die Gesamtkoordination geht sich aber eben leider nicht mehr aus.

Abschließend möchte ich auf meine wichtigsten Artikel hinweisen, die jeder, der sich mit der Branche ernsthaft auseinandersetzen möchte, gelesen haben muss.

Zum Schluss bleibt nur ein riesengroßes Dankeschön an die Kollegen von Ritter, die immer ein offenes Ohr für unsere Fragen hatten und die besten Redakteurinnen, die man sich vorstellen kann. Doreen und Sabine haben den Blog von Anfang an mit aufgebaut und ohne sie hätte er nicht so ein hochwertiges Medium werden können. Doreen wird in Zukunft das Zepter übernehmen und ich weiß, dass sie zu den absoluten High-Flyern in der erneuerbaren Texter-Branche zählt, und deshalb kann das nur gut gehen! Ich freue mich jedenfalls auf das, was kommt – und das ist sehr viel.

Ich bin natürlich weiterhin über mein Unternehmen Dachgold erreichbar und sage Servus, Tschüss und Auf Wiedersehen.

benyaa / photocase.com

 

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24 Kommentare zu “Cornelia sagt zum Abschied leise „Servus“”

  1. Dipl.-Ing Axel Creifelds

    Eine Aufgabeerklärung, die sicherlich wirtschaftliche Hintergründe hat, weil sich die ursprüngliche Anmutung nicht betätigt hat.
    Vermutlich hat bereits im Ansatz ingenieurtechnisches Wissen gefehlt, um auf Dauer Bestand zu haben.
    STA ist in EFH selten wirtschaftlich!

    1. Jakob Messeneder

      Fragen an den Herren Ingenieur:
      Wer gibt was aus wirtschaftlichen Gründen auf?
      Worauf gründet sich die Behauptung, dass eine STA für einen EF-Häuslebauer selten wirtschaftlich sei?
      Was verstehen sie unter „wirtschaftlich“?

      Ich sehe hier eine ausgeprägte Angst vor Fakten. Ohne Nebelkerzen-Akrobatik sieht unter Umständen so manch ein Produkt plötzlich nicht mehr besonders attraktiv aus, auch wenn sein Hersteller versucht, das anders zu kommunizieren.

      Liebe Ecoquentsler:
      Nur Mut! Lassen Sie sich die Arbeit an einer transparenten Darstellung bloß nicht vermiesen. Es ist eine wichtige Aufgabe, allzu Verschwurbeltes aus Industrie und Politik in lesbare, verständliche und vor allem nachvollziehbare Form zu bringen. Es gibt schon genug, was einfach bloß behauptet wird – und im Nachgang keiner nur ansatzweise gründlichen, geschweige denn wissenschaftlichen Untersuchung standhält.

      Beste Grüße
      Jakob Messeneder

    2. Cornelia Daniel Post Author

      Danke lieber Günther! Ich fand vor allem die Zusammenarbeit und den Austausch mit begeisterten Solarteuren als den lohnendsten Teil! Ihr seid die Wärmewende! Weiter so!

    1. Cornelia Daniel Post Author

      Ja, ich gebe dir recht, dass es ärgerlich ist, keine genauen Zahlen zu bekommen. Du darfst mir glauben, dass uns das auch zu Schaffen gemacht hat. Die Solarthermie hat jahrelang verabsäumt Zahlen zu liefern, es war einfach nicht wichtig. Die Transparenz der Zahlen wird in Zukunft aber hier noch mehr Bedeutung haben, sie sind aber wirklich nicht leicht zu bekommen (Doreen hat oft ewig nachtelefoniert), weil die Bauherren dann manchmal an der falschen Stelle sparen und kein gutes Monitoring einbauen und ausgereifte Systeme dafür gerade erst auf den Markt kommen. Da ist die PV eben um Längen voraus, das wird sich aber ändern (müssen) wenn man überleben will.

    2. Dipl.-Ing. Axel Creifelds

      Private Bauherren sind auf verlässliche Angaben angewiesen, bevor sie eine wesentliche Investition tätigen.
      Allgemeines Verkaufsgedöns dürfte da rechtlich wenig belastbar bzw. hlfreich sein.
      Anbieter veröffentlichen, was theoretisch möglich wäre, völlig unabhangig der jeweils individuellen Randbedingungen.
      Für den Privatanwender führt das meist zum wirtschaftlichen Groschengrab.

  2. Marisol

    Tolle Arbeit Cornelia! Ich bin froh, dass du bei ecoquent positions immer für Aufklärung und offene Diskussion gesorgt hast.

    Schade, dass der Blog in dieser Form nicht mehr geben wird, denn er für die Initiative Sonnenheizung eine sehr gute Ergänzung war. Die gibt es doch, Firmen die, neben Ritter, selbstbewusst und ehrlich zur Transparenz und Wettbewerb stehen, und zwar zusammen und unabhängig.

    Es gibt eine Menge Leute, außer der Politiker, die erkennen sollen, dass es noch die Solarthermie neben der PV gibt. Die Informationen vom Solar Keymark sollen nicht nur sichtbar, sondern auch verständlich für Konsumenten werden. Der Konsument soll auch in der Lage sein, eine wohl informierte Entscheidung zum Herzstück eines Heizssystemes zu treffen, der Kollektor.

    Also, es gibt noch viel zu tun. Und ich denke, dass die europäische Solarthermie von solchen Synergien nur gewinnen kann. Lass uns einfach darüber reden, wo wir zukünftig zusammenarbeiten können. Bis dann, viel Glück und noch mehr Erfolg!

  3. Günter F. Schulze

    Hallo Frau Daniel, ich sage einfach Danke für Ihren interessanten Blog und wünsche Ihnen für Ihre künftigen Unternehmungen viel Erfolg. Erfolg wünsche ich natürlich auch Ihrer Nachfolgerin, damit es für uns LeserInnen weiter interessant bleibt. Schließlich ist in Sachen Energie- und vor allem Wärmewende – auch in DE – noch viel zu tun – also tun wir’s gemeinsam.
    Viele Grüße aus Rheinhessen,
    Günter F. Schulze

  4. Sabine Eva Rädisch

    Hier möchte ich „in eigener Sache“ ergänzen: Die interdisziplinäre Zusammensetzung unseres Redaktionsteams hat mir immer gefallen und unsere Arbeit bereichert – Wirtschaftsprofi, Unternehmerin, Journalistinnen, Ingenieurin, Schreibcoach. Das hat uns immer wieder neue Perspektiven ermöglicht und gerade von Cornelia als Chefredakteurin habe ich viel gelernt. Und natürlich freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Doreen.

  5. Dipl.-Ing. Axel Creifelds

    @ J. Messeneder

    „Worauf gründet sich die Behauptung, dass eine STA für einen EF-Häuslebauer selten wirtschaftlich sei?“
    Ganz einfach, praktische Erfahrung aus meiner Gutachtertätigkeit.
    Gern lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen und korregiere meine Haltung.
    Liefern Sie mir mittels WMZ nachgewiesene Messergebnisse aus der Praxis(kWh/a), nebst Investaufwand für die Anlage.

    „Was verstehen sie unter „wirtschaftlich“?“
    Wirtschaftlich ist eine Investition, die vor Ableben der Anlage und unter Berücksichtigung sämtlicher Kosten, dem Betreiber einen nachweisbaren wirtschaftlichen Nutzen erbringt.

    „Dachgold“ beschäftigt sich sicherlich nicht ganz sinnfrei mit gewerblichen Anlagen.

    STA Nutzung ist vordergründig im gewerblichen bzw. industriellen Bereich, wo dauerhafte Prozesswärme erforderlich ist, sinnvoll.

    Bei PVA sieht es völlig anders aus, insbesondere, wenn die Wärmeerzeugung für Hzg u. WW mittels WP erfolgt und ggf. Kühlung während der sommerlichen Hitzeperiode notwendig wird.
    Hier lassen sich wirtschaftlich Anlagen planen, mit Verbrauchskosten zum „Nulltarif“.

    1. Jens Hakenes (co2online gGmbH)

      Zunächst mal vielen Dank, Frau Daniel! Sie und Ihre Kollegen haben mit dem Blog eine herausragende Anlaufstelle zum Thema Solarthermie geschaffen und viele im Sinne der Verbraucher wichtige Diskussionen angestoßen.

      Zu den Wärmemengenzählern (WMZ) können wir von co2online hoffentlich bald einen Beitrag leisten. Für unseren „Praxistest Solarthermie“ rüsten wir mindestens sechs Haushalte aus ganz Deutschland mit neuen Solarthermieanlagen verschiedener Hersteller und mit WMZ aus.

      Mit etwas Glück legen wir damit noch in diesem Monat los. Zwar steht dabei die Installation im Vordergrund. Aber auch über das Monitoring werden wir auf http://www.wirksam-sanieren.de/solarthermie/solarthermie-anlagen-im-test/ berichten.

    2. Dipl.-Ing. Axel Creifelds

      Hallo Herr Hakenes,

      endlich mal eine Initiative, die m.E. längst überfällig ist.
      Sicherlich werden auch Strahlungssensoren angebracht, welche durch Vergleich den tatsächlichen Nutzen der angebotenen Globalstrahlung ermöglichen.
      Bei den WMZ bieten sich stets systemfremde an, das ist zwar etwas mehr Aufwand, aber wesentlich objektiver.
      An den Ergebnissen bin ich sehr interessiert.

  6. Jan Gesthuizen

    Hallo Cornelia,
    Schade dass Du den Blog verlässt und schade, dass ein paar Kommentatoren oben so blöd nachtreten.

    Ich finde es super, dass Du bei Austria Solar weiter aktiv bist, ich habe immer wieder neidisch nach Österreich geschaut. Euer Verband ist vielleicht kleiner, aber ich finde bei euch hat man immer mit mehr „Feuer“ für die Sache gekämpft (nicht das ich unseren Verband schlecht finde).

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und wir laufen uns bestimmt noch mal über den Weg!

  7. Armin Staudigl

    Liebe Conny,
    ich wünsche Dir für die weitere Zukunft alles Gute, Du hasst viel zur Diskussion über Solarthermie beigetragen, wie auch Thomas der den Stein für diese Plattform ins Rollen gebracht hat.
    Alles Gute wir bleiben in Kontakt.
    Schöne Grüße Armin

  8. Michael

    @Dipl.-Ing. Axel Creifelds: PV mit WP soso. Wieviel Prozent des Stromverbrauchs der WP kann den durch die PV gedeckt werden?
    Im Winter braucht die WP Strom aus dem Stromnetz. Wozu Stromheizungen führen sehen Sie in Frankreich: http://www.renewablesinternational.net/french-peak-power-demand-nearly-50-percent-electric-heating/150/537/75931/
    Natürlich hat eine WP einen COP >1.

    Solarthermie + Puffer- bzw. Saisonspeicher sowie Holzvergaser sind – betrachtet auf den Stromverbrauch – die beste Lösung. Natürlich ist die Investition etwas höher als bei einer WP (sofern sich die Bauherren nicht eine sau teure WP aufschwätzen lassen; sonst ist die Solarthermielösung ggf. günstiger…).
    Die laufenden Kosten sind jedoch bedeutend günstiger und sicherer als bei einer WP. Prof. Leukefeld wirds wohl wissen; wenn es günstiger wäre mit WP zu heizen, dann hätte der sicher nicht sich selbst zwei „das-energieautarke-haus.de“ gebaut.

    Viele offene Fragen:
    Wie viele Betriebsstunden hält der Kompressor? Gibts dann noch Ersatzteile? Oder muss dann eine ganz neue WP gekauft werden?
    Wie entwickelt sich der Strompreis, gibt es eventuell mal variable Strompreise für Endverbraucher? Dann ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (oft ohne Pufferspeicher da die ja dann ineffizient ist…) eine ganz schlechte Lösung; wenn dann bei geringem Stromangebot die WP Strom für z. B. 50 Cents je kWh verbraucht…

  9. Dipl.-Ing Axel Creifelds

    Das hängt von der PVA und den Bedarfsanforderungen an die WP ab.
    Die immer preiswerter werdenden Stromspeicher erhöhen den Eigenverbrauchsanteil einer PVA, insbesondere, wenn Kühlung und Mobilität (E-Car) zusätzlich berücksichtigt werden.
    Wp sind keine Stromheizungen! Gut geplante und dimensionierte WP Anlagen erreichen thermische Anlagenaufwandszahlen <,= 0,22/29. Bedeutet 78/71% Nutzung kostenloser Umweltenergie (erste Zahl SWP, zweite Zahl vollmodulierende LWP).
    Da ich nur in D als Gutachter und Planer tätig bin, kann ich die Verhältnisse in F nicht beurteilen.
    Die Maximalleistung eines Wärmeerzeugers wird nur an wenigen Stunden im Jahr benötigt. Der überwiegende Teillastbereich ist energetisch wesentlich relevanter.
    Der COP ist wenig bedeutsam, wichtiger die Anlagenaufwandszahl.

    Wie man „beste Lösung“ definiert, ist sicherlich meist subjektiver Natur bzw. reines Verkaufsgedöns.
    Mir ist bisher kein Richter in Verfahren begegnet, wo dies in Entscheidung jemals eine Rolle gespielt hätte.
    Objektive Vergleiche gelingen nur mit belastbaren Messergebnissen.
    Planende Ingenieure halten sich daher eher an Fakten.

    Die Verbrennung von Festbrennstoffen u.a. Stückholz, ist z.B. mit Abstand die energetisch uneffektivste Art der Wärmeerzeugung.

    Dass ein Holzvergaser weniger Strom als eine WP verbraucht, ist wohl unbestritten und systembedingt. Leider müssen für 1 kWh Nutzenergie, 3,5…5 kWh Verbrauch getrieben werden. Wer den Brennstoff zum annähernden Nulltarif bekommt (Waldbauer), dem ist das sicherlich egal, der Umwelt leider überhaupt nicht.

  10. Juergen Groll

    Ich bin ja mal sehr gespannt, wenn wir heizen, kühlen, fahren, tranportieren und wasweissichnochalles mit Strom machen. Das wird sicherlich interessant. Und noch interessanter finde ich, ist, wenn mal die Hacker die Stromversorgung hacken.

    Gesamtjährig liefert die PV am Gesamtstromverbrauch in D 6%. Jetzt kann man sich den Anteil im Winter ausrechnen. Wir haben bei unserer PV einen Ertragsanteil im Dezember von 3% (sagt das EVU und der Wechselrichter). Bei knapp 1000 KWh/KWp und 6 KWp sind das 180 KWh. Da geht aber die Post ab. Jetzt heize ich damit, fahre noch unseren Elektro-Nissan, betreibe noch Büro und Lager mit Strom und den Überschuss verkaufe ich gewinnbringend ans EVU. Ein Perpetuummobile die PV mit Stromspeicher und WP.
    Und das ganze bei einem Flächenbedarf von 60m².
    Meine 13,5m² Röhre haben in der gleichen Zeit 134 KWh Wärme zu 60°C geliefert und ich habe im Dez. 13 mal den Ofen geschürt und über den Wärmemengenzähler 325 KWh Holzwärme in den Puffer eingefahren.

    Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung finde ich einfach im MFH keine WP mehr, die das erfüllt was vom Hersteller versprochen wurde.

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