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Film-Tipp: Der Rhein-Hunsrück-Kreis – Heimat der Energiewende-Vormacher

Heute wollen wir euch auf einen neuen Dokumentarfilm aufmerksam machen, der den Landkreis Rhein-Hunsrück in Rheinland-Pfalz als einen der ersten sogenannten Null-Emissions-Landkreise im stationären Bereich in Deutschland und seine Bürger als Energiewende-Vormacher vorstellt. In dem 20plus Minuten langen Film von Regisseur Carl Fechner erfahrt ihr, wie Energiewende in deutschen Landen funktioniert.

Der Film Der Rhein-Hunsrück-Kreis – Heimat der Energiewende-Vormacher bilanziert, welche Schritte der Landkreis mit seinen etwas über 102.000 Einwohnern (Stand Ende 2017 laut Wikipedia) in Richtung Energiewende unternommen hat. Und diese Bilanz kann sich sehen lassen:

„Innerhalb von 28 Jahren hat der Kreis seine CO2-Emissionen in den Sektoren

  • Wärme,
  • Strom
  • und Abfall

von 680.066 bilanziell auf null Tonnen gesenkt. Das ist ein einzigartiger Erfolg: Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist deutschlandweit einer der ersten Null-Emissions-Landkreise im sogenannten stationären Bereich“, erklärten Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken und Landrat Dr. Marlon Bröhr, die neben vielen anderen Energiewende-Vormachern beide auch im Film mehrfach zu Wort kommen, anlässlich der Filmpremiere gegenüber der Presse.

Ihr könnt den Film über die Energiewende-Vormacher im Rhein-Hunsrück-Kreis unter der Internetadresse www.mueef.rlp.de des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, das den Film co-finanzierte, online ansehen. Oder ihr schaut ihn auf Youtube an:

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https://youtube.com/watch?v=DPTsBEFrTo8

Erneuerbarer Strom aus Wind- und Solarenergie – für Verbraucher im Landkreis und darüber hinaus

  • 1995 wurde im Landkreis das erste Windrad zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Windenergie errichtet. 200 Haushalte konnten mit dem von ihm erzeugten Windstrom versorgt werden.
  • 2017 drehen sich 271 Windräder im Landkreis und produzieren Windstrom für mehr als 300.000 Haushalte.

Gut 100.000 Einwohner und Windstrom für 300.000plus Haushalte? Ist es euch aufgefallen? Der Landkreis erzeugt inzwischen vor allem dank der Windräder gut das Dreifache an Strom, der vor Ort verbraucht wird. Im Film heißt es, dass Ende 2018 im Landkreis vor allem aus Windkraft 1,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt würden, was gut 300 Prozent (%) des Gesamtstrombedarfs entspreche.

Die Einnahmen aus der Windstromerzeugung werden in der Region reinvestiert, unter anderem in weitere Anlagen zur erneuerbaren Energieerzeugung. So installierte die Gemeinde Rech eine Photovoltaik-Anlage (PV) auf dem Dach des Gemeindehauses, deren Solarstrom in Batterien gespeichert wird, um damit nachts die Straßenbeleuchtung zu betreiben.

2010 habe der Landkreis, so berichtet Landrat Dr. Marlon Bröhr im Film, ein 1.000-PV-Dächer-Programm gestartet. Mittlerweile gebe es im Rhein-Hunsrück-Kreis 4.400 Photovoltaik-Dächer, die aktuell 18 Prozent des Strombedarfs deckten.

Erneuerbare Wärme aus Biomasse und Solarenergie – auch von einer Ritter-Solargroßanlage

Ab etwa der siebten Filmminute (6:15) geht es um die Nahwärme im Landkreis Rhein-Hunsrück. Und schon die erste Einstellung zeigt die Solarthermie-Großanlage Neuerkirch-Külz, die von unseren Kollegen der Großanlagensparte in der Ritter Gruppe, Ritter XL Solar, errichtet wurde. Das Titelfoto zeigt die Anlage in der Bauphase.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Volker Wichter, steht dann auch zwischen den Kollektorreihen, als er erklärt, dass 600 Häuser an das Nahwärmenetz angeschlossen seien, um ihr Warmwasser und die Raumheizung mit erneuerbarer Wärme aus Biomasse (Holzhackschnitzelheizung) und Solarthermie zu erhitzen. Auch dank dessen würden landkreisweit 2,7 Millionen Liter Heizöl jährlich gespart werden. Bürgermeister Wichert berichtet begeistert, dass die Solarthermie-Anlage in seinem Nahwärmenetz mit den hochleistungsfähigen CPC-Vakuumröhrenkollektoren selbst bei 17 Grad minus bis zu 3,5 Tausend KWh Wärme am Tage produziere.

Spannend ist auch das deutschlandweit als Energiewende-Vormacher-System geltende Konzept zur Nutzung des Baum- und Strauchschnitts als Biomasse, das im Landkreis praktiziert wird – und das der Film anschließend vorstellt: An über 120 Sammelstellen könnten die Landkreisbewohner ihren „grünen Abfall“ abliefern und ihn so als ganzjährig regional abfallenden Brennstoff zur Wärmeerzeugung nutzen. 3.000 Tonnen dieses Brennstoffs verfeuere man jährlich in drei Heizanlagen im Landkreis und spare damit 800.000 Liter Heizöl, heißt es im Film.

  • 2005 habe die erste Holzhackschnitzelheizung im Landkreis etwa 60.000 Liter Heizöl eingespart, heute seien 16 Nahwärmeverbünde in Betrieb, die die bereits genannten 2,7 Millionen Liter Heizöl sparten. Die würden jährlich etwa zwei Millionen Euro kosten. Geld, das jetzt im Landkreis bleibe und für Arbeitsplätze und den Ausbau der Infrastruktur verwendet werden könne.

Energiewende heißt, Energie zu sparen

Der Film beschreibt nach den großen beiden Themen der Energiewende Strom und Wärme ab etwa der 11. Filmminute  auch Aktionen wie die 2014 ins Leben gerufene Kampagne „Rhein-Hunsrück spart Strom“, mit der man jeden Verbraucher vor Ort darauf aufmerksam wollte, Energieressourcen sinnvoll zu nutzen. So wurde zum Beispiel der älteste und damit am meisten Strom fressende Kühlschrank in Betrieb medienwirksam im Landkreis gesucht – und gefunden: Er war Baujahr 1950!

Auch mit den “LED-Tauschtagen” machte sich der Landkreis seinen Namen als Energiewende-Vormacher. Dabei wurden bislang Leuchtmittel in 1.060 Hauhalten im Landkreis getauscht, womit die Verbraucher pro Jahr etwa 73.000 Euro ihrer bisherigen Stromkosten einsparen würden.

Energiewende-Vormacher im Gewerbe

Dann folgt ein filmreifes Beispiel für die Nutzung von PV-Strom im Gewerbe. Außerdem wird ein Batterie-Großspeicher-Projekt vorgestellt, das helfen soll, den vor Ort erzeugten Strom auch sinnvoll vor Ort zu nutzen, zum Beispiel als Power-to-Heat-Konzept.

Einnahmen aus Energiewende-Projekten kommen dem Landkreis zugute

Zum Ende gibt’s tolle Bilder und Infos zum Bau der 360 Meter langen Hängeseilbrücke “Geierlay” in Mörsdorf 100 Meter über dem Mörddorfer Bachtal, mit der man Touristen in die Region locken wollte. Finanziert worden sei diese unter anderem mit Mitteln aus Windkraft-Einnahmen, die den Gemeindehaushalt verdreifacht hätten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Innert drei Jahren seien 750.000 Touristen zur Brücke gekommen, die auch Parkplätze bräuchten. So habe man Parkeinnahmen für die Region generieren und bislang ein Restaurant, ein Besucherzentrum, einen Kindergarten und mehr finanzieren können. 44 Millionen Euro bringe das Brückenprojekt der Region jährlich ein.

Energiewende-Vormacher = Null Emissionen, kaum Schulden

Interessant auch die Zahlen, die zum Filmende hin genannt wird: Der Landkreis Rhein-Hunsrück habe mit 20 % die geringste kommunale Verschuldung in seinem Bundesland, was im Vergleich zu anderen Kommunen sehr wenig sei. Die Gemeinden seien so gut wie schuldenfrei.

Energiewende-Vormacher brauchen Nachmacher!

Die letzten Bilder des Films zeigen

  • Lastenräder statt Autos unterwegs,
  • den Bürgerbus im Einsatz,
  • Bürger, die sich engagieren, damit die Energiewende von Klein und Groß verstanden wird,
  • und die engagiertesten Vormacher der Energiewende aus dem Landkreis.

Warum wir euch den Film „Der Rhein-Hunsrück-Kreis – Heimat der Energiewende-Vormacher“ wärmstens ans Herz legen? Weil Energiewende-Vormacher auch Energiewende-Nachmacher brauchen!

Foto: Ritter XL Solar