Letztes GNTEEG Interview mit Fabio Longo von Eurosolar

Fabio Longo GNTEEG

[su_pullquote align=“right“]Infobox: Die Energieblogger führen eine Interviewserie mit allen Autoren der Reformvorschläge durch. Ziel ist es jene Vorschläge zu eruieren, die einer Bürgerenergiewende am zuträglichsten sind. [/su_pullquote]Hier war es in letzter Zeit etwas ruhiger um die Energieblogger Aktion „Germany’s Next Top EEG„. Das täuschte aber gewaltig, denn hinter den Kulissen ging dazu ziemlich die Post ab. Wir haben es tatsächlich geschafft, zu fast jedem der Reformvorschläge Interviews zu machen (hier die gesamte Übersicht), oder die Fragen anhand der Papiere auszuarbeiten. Wie man den öffentlichen Anti-EEG Bashing entnehmen kann, gehen die Verhandlungen zu einer Neugestaltung des EEGs in eine entscheidende Phase. Anfang April, also in ca. einem Monat, soll das neue Gesetz stehen und sehr viele Interessensvertreter wollen ihre Interessen dort hinein reklamieren und leider haben die Industrieverteter nach wie vor finanziell die Nase vorn, was sich ganz leicht an der oft sehr undifferenzierten Berichterstattung in den Massenmedien erkennen lässt.Auch das Thema Wärme hat nach wie vor nichtmal annähernd den Stellenwert, den es in der Debatte bräuchte wo ja vielerorts bereits die Erkenntnis durchsickert, dass es eine Energiewende ohne Wärmewende nicht wirklich geben kann. Nichtsdestotrotz haben wir die Aktion zu Ende geführt! Ein großes Lob an die versammelte Mann- und Frauschaft der Energieblogger!

Pünktlich vor der Begutachtungsphase, werden wir deshalb unsere Ergebnisse präsentieren und als Einstimmung wird heute das letzte Interview der Serie veröffentlicht. Es stammt aus der Feder von Dr. Fabio Longo, Rechtsanwalt und Stv. Vorstand von Eurosolar Deutschland.

Germany's next Topmodel für das neue EEG

 

Kompaktinfo Studie Eurosolar

Inhaltsverzeichnis

KonzeptnameMemorandum für eine EEG-Novelle im Rahmen einer neuen Energiemarktordnung für die dezentrale Energiewende
Durchführende OrganisationEUROSOLAR e.V.
AutorenAutoren Dr. Fabio Longo, Stephan Grüger MdL, Dr. Axel Berg, Rosa Hemmers
Auftraggebende OrganisationEurosolar e.V.
Interviewpartner und StudienautorDr. Fabio Longo
PDF URL für Downloadwww.eurosolar.de/de/images/stories/publikationen/Memorandum_Eckpunkte_EEG_2015.pdf

[su_box title=“Kurzzusammenfassung“ box_color=“#6CA438″ radius=“9″]

Für die Bewirtschaftung des überwiegend schwankenden Energieangebots aus Sonne und Wind benötigen wir eine neue Energiemarktordnung. Dabei stehen die erneuerbaren Energien im Zentrum. Am effektivsten und kostengünstigsten funktioniert die Bewirtschaftung des natürlichen Energieangebots über die vorrangige Einspeisung und feste Vergütungssätze, die in regelmäßigen Abständen vorhersehbar gekürzt werden, um Kosten zu decken, kleine angemessene Renditen zu ermöglichen und Anreize für technologische Innovation zu geben.

In 10 Jahren werden bei einem weiter wachsenden Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung für den Erhalt von Versorgungssicherheit Flexibilitätsoptionen benötigt. Die Herausforderung besteht darin, mit einer neuen Energiemarktordnung den Rahmen für die Einführung und Weiterentwicklung der vielfältigen Flexibilitätsoptionen zu schaffen. Die weitere Nutzung von Biogas muss als Flexibilitätsoption im EEG gesichert werden. Es muss eine Marktordnung für das Produkt Power-to-Heat geschaffen werden, mit dem überschüssiger EE-Strom in regionalen Netzen zu besonders günstigen Konditionen vertrieben werden kann. Speichertechnologien wie die Redox-Flow-Batterie und Power-to-Gas müssen mit Markteinführungsprogrammen marktreif gemacht werden. Die bewährte Kraft-Wärme-Kopplung muss ambitioniert weiter ausgebaut werden.

Der kostengünstige Ausbau der dezentralen Netze zwischen Stadt und Land und zwischen den Regionen muss durch eine Reform der Anreizregulierung vorangetrieben werden.

Um einen Marktplatz für Erneuerbare Energien zu schaffen, muss die EEG-Umlage reformiert werden. Die Wälzung über den Spotmarkt ist teuer, ineffizient und marktfeindlich. Stattdessen müssen die Vermarktung des EE-Anteils am Strom über die Vertriebe genauso wie (regionale) Kundenmarktmodelle ermöglicht werden.[/su_box]

Nun folgt das Interview mit Dr. Fabio Longo von Eurosolar! Vielen Dank dafür!

Das Interview

Cornelia Daniel-Gruber: Wie unterscheidet sich Ihr Vorschlag vom bisherigen EEG bzw. warum meinen Sie, dass das Bestehende geändert werden muss?

Dr. Longo: Das bestehende EEG enthält Schwächen und Systemfehler, die überwiegend zu Zeiten der letzten Bundesregierung eingeführt worden sind.

  • Wälzungsmechanismus über den Spotmarkt
  • Teure Marktprämie mit Mitnahmeeffekten ohne Anreize zur Einführung von Flexibilitätsoptionen
  • Zu hohe Förderung der teuersten Technologie Offshore
  • Unangemessen hohe Befreiungen für die (nicht mehr nur) energieintensive Industrie, auch für Unternehmen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen
  • Keine Antwort auf die Transformation der Energiewirtschaft hin zu fluktuierenden erneuerbaren Energien

Cornelia Daniel-Gruber: Fördert dieses System eher eine zentrale oder dezentrale Energieversorgung?

Dr. Fabio Longo: Mit der neuen Energiemarktordnung setzen wir auf eine dezentrale Energieversorgungsstruktur. Damit setzen wir auf die bestehende Netzinfrastruktur, die für den Ausbau der dezentralen Erzeugung optimiert und verstärkt werden muss. Dies ist günstiger als ein überdimensionierter Netzausbau mit einem komplett neuen Super-Grid (HGÜ-Trassen), das über das bestehende Hoch- und Höchstspannungsnetz gelegt werden soll. In Bezug auf die Mittel- und Niederspannungsnetze muss insbesondere ein Netzausbau zwischen den Regionen und zwischen Stadt (Verbrauchsschwerpunkt) und Land (EE-Erzeugungsschwerpunkte) geschaffen werden. In Bezug auf die Übertragungsnetze müssen Verstärkungen und neue Verknüpfungen dort geschaffen werden, wo EE-Erzeugungsschwerpunkte sind. Dies darf nicht an Standorten von Kohlekraftwerken ausgerichtet werden, die für die Energiewende ein Auslaufmodell sind. Netzverstärkungen und -verknüpfungen müssen zwischen Standorten großer Windenergieproduktion und den nächstgelegenen Verbrauchsschwerpunkten erfolgen, z.B. zwischen Brandenburg und Berlin, zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg oder zwischen Hunsrück und Städten am Rhein.

Cornelia Daniel-Gruber: Wie definieren Sie die Energiewende?

Dr. Fabio Longo: Energiewende ist der vollständige Umstieg von erschöpflichen fossil-atomaren Energieträgern auf unerschöpfliche Erneuerbare Energien.

Cornelia Daniel-Gruber: Welches übergeordnete Ziel liegt dem Vorschlag zu Grunde? (Beispiel: 100% Erneuebare bis 20xx)

Dr. Fabio Longo: Beschleunigung des Ausbaus Erneuerbarer Energien mit den neuen Trägern der Energieversorgung Mittelstand, Stadtwerken, Handwerk, Landwirtschaft, Bürgern und Energiegenossenschaften.

Wirtschaftliche Freiheit und soziale Teilhabe durch eine bezahlbare Energieversorgung auf der Basis heimischer Energiequellen unabhängig von immer knapper und teurer fossil-atomarer Energieträger, deren Import die Außenhandelsbilanz Deutschlands und Europas schwer belastet, worunter vor allem geringverdienende Haushalte mit hohem Heizbedarf leiden.

Cornelia Daniel-Gruber: Wie sieht die Finanzierung dieses Modells aus? Gibt es schon genaue Berechnungen dazu? Falls ja (bitte S. im Konzept angeben)

Dr. Fabio Longo: Eine genaue Kostenanalyse ist vor dem Hintergrund der Wechselwirkungen im gesamten Energiesystem nicht möglich. Weil wir mit der dezentralen Energiewende die preisgünstigsten Erneuerbaren Landwind und Solar im Fokus haben, die deutlich günstiger als Offshore-Wind mit hohen Systemkosten sind, erwarten wir jedenfalls keine Mehrkosten im Vergleich zu den von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen der Energiewende. Wir erwarten eher sinkende Kosten, weil die dezentrale Energiewende das Oligopol der großen Stromkonzerne beendet, was sich auf die Preisbildung positiv auswirken wird.

Kostenstruktur im Einzelnen:

EEG, KWKG mit privaten und kommunalen Investitionen:

  • Beschleunigter Ausbau der kostengünstigen Technologien Windkraft an Land und Photovoltaik
  • Gerechter verteilte EEG-Umlage: Entlastung der Verbraucher, Konzentration der Befreiungen auf wirklich energieintensive Industrie, die im internationalen Wettbewerb steht.
  • Einsparungen durch Vergütungskürzungen Windkraft an der Küste und Offshore-Windenergie
  • Einsparungen durch Abschaffung der Marktprämie und Rückkehr zur günstigeren festen Vergütung bei fluktuierenden EE

Einsparungen durch Abschaffung der Offshore-Haftungsumlage

Einsparungen bei Investitionen in die Netzinfrastruktur:

  • Einsparung bei Netzentgelten durch Verzicht auf überdimensionierten Netzausbau mit neuem Super-Grid
  • Bei dezentralen Netzen existiert ohnehin ein Investitionsstau unabhängig von der Energiewende. Dieser muss genutzt werden, um die Verteilnetze zukunftsfähig für verstärkte dezentrale Erzeugung zu machen (vielfach aufkommensneutral im Vergleich zu ohnehin erforderlichen Investitionen, überschaubare Kostensteigerungen durch neue Investitionsbudgets in der Anreizregulierung).

Speicher und Flexibilitätsoptionen:

  • Marktanreizprogramm für Speicher (mit deutlich geringeren Haushaltsansätzen im Vergleich zu Kosten für Super-Grid)
  • Kostensteigerungen durch Instrumente wie erweiterte Flexibilitätsprämie im EEG (verstärkt erst ab 2020, wenn erste EE-Anlagen von 1990-2000 (Stromeinspeisungsgesetz) aus der EEG-Umlage herausfallen)

Nutzen:

Durch alle Maßnahmen: Immer größer werdende Einsparungen bei fossilen Energieimportkosten (2012: 93,5 Milliarden EURO), durch verstärkten Einsatz von Power-to-Heat und Elektromobilität, besonders bei den horrenden Kosten für Erdölimporte (Heizöl, Benzin und Diesel).

Cornelia Daniel-Gruber: Welche Energieform wird von diesen Änderungen am meisten profitieren und bei welchen sollte der Ausbau verlangsamt werden?

Dr. Fabio Longo: Die günstigsten Energieträger Landwind und Solar dürfen nicht durch Deckel („Korridore“) ausgebremst werden. Windkraft im Binnenland muss in ganz Deutschland auf mindestens 2 Prozent der Fläche der jeweiligen Bundesländer zugebaut werden können.

Solarstrom darf nicht durch eine Doppelzange aus galoppierender Vergütungskürzung und Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage erwürgt werden. Das Ausschreibungsmodell für die Solarfreifläche lehnen wir ab. Ausschreibungsmodelle sind teuer, kommunal- und bürgerfeindlich.

Biomasse und Wasserkraft werden zwar wegen natürlicher Begrenzungen bei weitem nicht so stark ausgebaut, aber in der neuen Energiemarktordnung als Flexibilitätsoptionen benötigt. Die Flexibilitätsprämie im EEG ist ein bewährtes Instrument. Als solche muss auch die Geothermie eine Chance für Investitionen behalten.

Der Ausbau der teuersten aller Technologien Offsohre, für die sogar ein eigenes Super-Grid zwischen Süddeutschland und Nordsee errichtet werden soll, muss deutlich reduziert und zeitlich gestreckt werden. Hierzu müssen endlich die normalen Regeln des EEG – jährliche Vergütungskürzung und Verzicht auf Sondervorteile – angewendet werden.

Cornelia Daniel-Gruber:Wie bringt dieses System Kostenwahrheit in den Markt? Werden externe Kosten beachtet?

Dr. Fabio Longo: Erneuerbare bringen längst Kostenwahrheit in den Markt. Rückbaukosten müssen anders als z.B. bei der Atomkraft von den Anlagenbetreibern der EE bezahlt werden. Diese Kosten sind längst in der EEG-Vergütung eingepreist. Die der EEG-Umlage aufgebürdeten Kosten zur Industriebefreiung müssen auf das für Wirtschaft und Arbeit unbedingt erforderliche Maß zurückgeführt werden. Derzeit drückt die EEG-Umlage keine Kostenwahrheit aus und ist längst kein Preisschild der Energiewende mehr.

EUROSOLAR setzt pragmatisch weiterhin auf das erfolgreiche EEG, durch das die Benachteiligung der Erneuerbaren wegen Entlastung der fossil-atomaren Energieträger von externen Kosten, aufgewogen wird (Bonussystem).

Um den Ausstieg von unerschöpflichen schadstoffhaltigen Energieträgern voranzutreiben, ist die Schadstoffsteuer das geeignetste Instrument. Eine reine Fokussierung auf CO2 wie beim ineffektiven Emissionshandel oder einer CO2-Steuer greift zu kurz. Mit einer Schadstoffsteuer können auch Vorteile für andere öffentliche Wirtschafts- und Umweltgüter wie Wasser und Luft erreicht werden.

Cornelia Daniel-Gruber: Wie sieht in Ihrem Konzept das Zusammenspiel der verschiedenen Energieformen aus? Gibt es sinnvolle Lösungen und die nötigen Anreize für den Ausgleich von Stromproduktionsschwankungen und zur Stromspeicherung?

Markteinführung für Speicher und Reform der Flexibilitätsprämie zu einem Instrument zum Ausbau verschiedener Flexibilitätsoptionen. Kein teurer Kapazitätsmarkt für weitere Renditen bereits abgeschriebener Großkraftwerke oder für die Finanzierung unbrauchbarer, weil unflexibler Kapazitäten aus Kohlegroßkraftwerken. Für ein Energiesystem auf der Basis Erneuerbarer Energien sind auf mittlere Sicht Flexibilitätsoptionen (u.a. Speicher, Power-to-Gas, Power-to-Heat, Biogas) von wesentlicher Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Bedauerlicherweise ist nicht erkennbar, wie die im Koalitionsvertrag als Ziel formulierte Marktreife von Speichertechnologien erreicht werden soll. Das bestehende Programm zur Forschungsförderung, das fortgeführt werden soll, ist zur Markteinführung und Kostendegression der Technologien nicht geeignet. Analog zum Marktanreizprogramm für Erneuerbare Wärmetechnologien sollte auch für Speicher ein Marktanreizprogramm geschaffen werden, das mittelfristig durch Instrumente im EEG, wie z.B. eine Reform der Flexibilitätsprämie bzw. eine Speicherprämie, abgelöst werden kann. Diese Regelung soll auch Bioenergie-, Wasserkraft- und Geothermieanlagenbetreibern den Anreiz geben, ihre Energieerzeugung auf die schwankende Energieerzeugung aus Wind- und Solarkraftwerken abzustimmen (Bereitstellung von Regelenergie in regionalen Verbundkraftwerken). Da der Ausbau des Übertragungsnetzes wegen der unrealistischen Offshore-Ziele bei weitem nicht so stark ausfallen muss, wie im Bundesbedarfsplan angenommen, sollten vermiedene Netzausbaukosten für die Speicherförderung eingesetzt werden. Auch wenn der Koalitionsvertrag nicht am Bundesbedarfsplan rüttelt, hat er ihn doch auch nicht in Stein gemeißelt. Dies sollte die neue Bundesregierung dazu nutzen, ein schlüssiges Konzept für eine sichere Energieversorgung zu gestalten. Flexibiltätsoptionen wie Speicher werden schon in einigen Jahren für die Versorgungssicherheit gebraucht. Deshalb sollten jetzt die Weichen für Kostendegression gestellt werden. Dies gelingt nur durch verlässliche Investitionsbedingungen und die Anwendung und Entwicklung von Speichertechnologien im Feld.

Cornelia Daniel-Gruber: Ist auch das Thema Wärme in Ihrem Konzept enthalten? Falls nein, warum nicht?

Dr. Fabio Longo: Ja. Wenn das EEG auch in Zukunft zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren eingesetzt wird, wird es zum universellen Energiewende-Instrument mit weitreichenden Wirkungen auch auf den Wärmemarkt. Strom wird künftig eine ganz wesentliche Rolle für die Energiewende im Wärmemarkt spielen. Das liegt an der erheblichen Überschussproduktion von Strom durch schwankende Erneuerbare, insbesondere Wind und Solar, in Zeiten hoher Wind- und Solarerträgen. Die überschüssigen Strommengen können dann in Wärme oder in Gas umgewandelt werden (Power-to-Heat, Power-to-Gas). Das erneuerbare Gas kann dann zu Zeiten von Wind- und Solarflauten als Flexibilitätsoption in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt werden.

Durch die regionale Anwendung von Power-to-Heat könnte in Regionen mit heute schon vorhandenen temporären Stromüberschüssen ein wesentlicher Beitrag zur Minderung von Heizkosten und zur Netzentlastung geleistet werden. Überschussstrom müsste nicht unwirtschaftlich abgeregelt werden, sondern könnte teuren Heizölverbrauch in den Haushalten verringern.

Cornelia Daniel-Gruber:Welche Rolle spielt die Möglichkeit von Bürgerpartizipation in dem Modell?

Dr. Fabio Longo: Eine sehr wichtige Rolle. Neben Kommunen, Mittelstand und Stadtwerken sind die Bürger die wichtigsten Träger der Energiewende. Das EEG ist wegen der Investitionssicherheit der Garant dafür.

Cornelia Daniel-Gruber: Wie stark spielt Klimaschutz und CO2 Reduktion eine Rolle in dem Vorschlag?

Dr. Fabio Longo: Klimaschutz und CO2-Reduktion ist ein Nebeneffekt aller Maßnahmen. Atomkraft und CCS lehnen wir ab.

Im Vordergrund stehen wirtschaftliche und soziale Chancen:

  • Ressourcenunabhängigkeit durch Energieautonomie mit unerschöpflichen heimischen Energieträgern
  • Reduzierung der fossilen Energieimportkosten von 93,5 Milliarden EURO (2012) und Schaffung heimischer Wertschöpfung durch Technologie und Arbeit in Mittelstand und Handwerk
  • Förderung von internationaler Sicherheit und des Friedens durch die Verminderung von Ressourcenkriegen
  • Förderung der Gesundheit durch Ersetzung schadstoffhaltiger Energieträger

Checkbox

DifferenzierungJaTeilweiseNein
Technologiespezifisches Modell (unterschiedliche Energieformen werden unterschiedlich behandelt)x
Regional differenziertes Modell (auf regionale Gegebenheiten wird Rücksicht genommen)x
Technologieneutrales Modellx
VergütungJaTeilweiseNein
Einspeisevergütung (ct/KWh)x
Marktprämie (ct/kWh)x
Kapazitätsprämie (in €/KW)x
Quotenmodellx
Investitionszuschussxx
Anderex
FinanzierungJaTeilweiseNein
Umlageverfahren über Börsenstrompreisx
CO2-Steuerx
Über ETS/EU-Emissionshandelx
Budgetx
Gesamtkosten bereits kalkuliertNicht genau kalkulierbar wegen Wechselwirkungen im gesamten Energiesystem.
Eigenverbrauchsabgabex
GanzheitlichkeitJaTeilweiseNein
Anreize für Energieeffizienz werden berücksichtigtx
Schließt den Wärmesektor in den Betrachtungen mit einx
Schließt den Verkehrssektor in den Betrachtungen mit einx
Beinhaltet Lösungen und Anreize für den Ausgleich von Stromproduktionsschwankungen und zur Stromspeicherungx
Klimaschutz ist Bestandteil des Modells
Dezentralität steht im Fokusx
Investitionssicherheit besteht auch für kleine Akteurex
Jährliches Ausbauvolumen begrenztx
100% Erneuerbare sind das oberste Zielx

Vielen Dank für dieses spannende Interview! Sehr bald wird es die Auswertung der Konzepte geben und hier die ultimative Linkliste aller Interviews. Nun fehlt nur noch der endgültige Entwurf der Großen Koalition, der in den nächsten Tage erscheinen soll und den wir natürlich auch auf die selbe Art und Weise bewerten werden.

 

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