Solarthermie-Förderung: Hamburg ist bundesweite Spitze!

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Die Hansestadt Hamburg fördert nach einem Bericht der westfälischen Rundschau die Investitionen in Solarthermie bundesweit am höchsten. Eine gute Nachricht, mit der wir auf die diesjährige Woche der Sonne aufmerksam machen wollen, die am 17. Juni startet.

Fallbeispiel – Solarthermieförderung in Hamburg

Die Online-Ausgabe der Westfälischen Rundschau (WR) berichtete am vergangenen Wochenende anhand eines Fallbeispiels, welche Förderung ein Hansestädter für seine Investition in eine Solarthermie-Anlage vom Staat bekomme: Ulrich Schaarschmidt, Professor für Elektro- und Informationstechnik. Dessen Haus, ein Alt- und Neubau mit Gründach und einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern, stehe in Meiendorf, einem Ortsteil des Hamburger Stadtteils Rahlstedt. Dem Bericht zufolge habe Schaarschmidt „20 Jahre lang … darauf gewartet, endlich seinen Traum verwirklichen zu können“: Nach der Auszahlung einer Lebensversicherung habe er das Geld zusammen gehabt, um sich eine thermische Solaranlage auf das Dach seines Hauses zu holen. Gut 13.000 Euro habe er in die Anlage investiert.

Mit der Solarthermie-Anlage erwärme der Hamburger das Wasser für die Fußbodenheizung und das Brauchwasser für den Zwei-Personen-Haushalt. Sogar die Waschmaschine bekomme solar erwärmtes Wasser, nachdem sie nachträglich mit einem sogenannten Vorschaltgerät für ein paar Hundert Euro ausgerüstet worden sei. Der Zeitung gegenüber sagte Ulrich Schaarschmidt, dass er noch nicht  richtig sagen könne, wie groß seitdem die Energieersparnis sei. Für den 63-Jährigen sei es demnach aber auch viel wichtiger, „einen guten ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen“.

Fest stünde dagegen: Mit seiner Solarthermie-Anlage habe er „ein großes Stückchen“ Unabhängigkeit von fossiler Energie gewonnen. Insofern sei es für Schaarschmidt eher zweitrangig gewesen, wie hoch der Zuschuss für seine Investition in Solarthermie ausfallen werde. Tatsächlich habe es nicht mehr als 2.000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und 665 Euro von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) bekommen, wie er nach einem Blick in seine Unterlagen errechnete.

Fördersumme auf bundesweitem Höchststand

Laut der WR habe sich die Förderhöhe inzwischen spürbar erhöht. Mehr noch: Heute bekomme ein Hamburger bundesweit die höchsten Förderzuschüsse für Solarthermie. Würde Ulrich Schaarschmidt  jetzt in die Solarthermie-Anlage investieren, erhielte er von der IFB Hamburg 2.000 Euro – also drei Mal so viel. Würde nicht nur die Solaranlage  sondern auch noch eine neue Heizung beziehungsweise ein neuer Heizkessel installiert, kämen noch einmal 1.000 Euro Fördergeld obendrauf. Die Zeitung zitiert an dieser Stelle den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie Bernhard Weyres-Borchert vom SolarZentrum Hamburg mit den Worten: „Nirgendwo sonst wird im Bereich Solarthermie derzeit so hoch gefördert wie in der Hansestadt“.

Zusammen mit weiteren Zuschüssen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) könnte man bis zu 6.600 Euro an Zuschüssen bekommen. Das Problem sei nur, dass bislang kaum jemand wisse,  dass das Geld „Cash in die Täsch“ sei, sagt Weyres-Borchert, der seit 16 Jahren im SolarZentrum berate.

Laut Aussage des Solarthermie-Experten Weyres-Borchert, fördere Hamburg aus vielerlei Gründen so hoch. So habe sich die Stadt dem Ziel verschrieben, bis zum Jahr 2050 eine sogenannte Klimastadt – auf Englisch: „Climate Smart City“ zu sein. Damit das gelinge, müsse die Hansestadt demnach nicht nur Vorbildcharakter übernehmen, sondern auch Impulse setzen. Weyres-Borchert weist daraufhin, dass das auch ein Grund dafür sei, dass Hamburg auch das Begrünen von Dächern stark fördere: mit bis zu 50.000 Euro Zuschüssen pro Gebäude (via die IFB Hamburg).

Hamburg und die Solarthermie

In Sachen Solarthermie bestehe jedoch noch erheblicher Ausbaubedarf in Hamburg, betonte der Experte zudem: „Wir bewegen uns mit Blick auf die in Hamburg vorhandenen Dachflächen noch im Promillebereich.“ Die Zahl der in der Hansestadt installierten Solarwärmeanlagen betrage ihm zufolge gerade mal 8.500 – trotz all der guten Gründe, die für die Solarthermie-Technologie sprechen würden.

Karin Maring, Projektleiterin im SolarZentrum, räumt gegenüber der Zeitung Befürchtungen aus, dass die Sonnenkraft im Norden möglicherweise zu gering ausfallen könnte: „Die Jahressumme der Globalstrahlung pro Quadratmeter Fläche in Hamburg entspricht einer Brennstoffmenge von rund 100 Litern Heizöl oder 100 Kubikmetern Erdgas“. Bedenke man, dass ein Haushalt in Deutschland im Schnitt 15,4 Liter Heizöl pro Qua­drat­meter und Jahr zum Heizen und zur Warmwasserbereitung verbrauche (Quelle: Techem), werde „man also ein gutes Stück unabhängiger von fossiler Energie“.

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Woche der Sonne 2017- das Logo.

Woche der Sonne – aktueller Veranstaltungshinweis für Hamburg

Die Experten des SolarZentrums beraten der Zeitung zufolge unabhängig und branchenübergreifend mit Unterstützung der Hamburger Umwelt- und Energiebehörde wollen die bundesweite Woche der Sonne (17. bis 25. Juni 2017) nutzen, um zusätzlich am 19. Juni von 18 bis 20 Uhr im Elbcampus (Zum Handwerkszentrum 1) zum Thema Solarethermie zu informieren. „Auch Solarstromanlagen werden dabei ein Thema sein. Bei ihnen ist der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms besonders lohnend“, sagt Maring der WR unter Hinweis auf die neue gesetzliche Einspeisevergütung.

Weitere Veranstaltungen findet ihr übrigens im Veranstaltungskalender auf der Homepage der Woche der Sonne 2017:

Heute Gratis Solarwärme-Check gewinnen

Die Energieexperten der Verbraucherzentrale Hamburg bieten „Solarwärme-Checks“ (40 Euro) an. Wir haben darüber bereits hier auf dem Blog berichtet. Damit erhalten Verbraucher Klarheit über die Leistungsfähigkeit ihrer solarthermischen Anlage und Auskunft darüber, welche Verbesserungen möglich oder sogar nötig sind. Der Westfälischen Zeitung zufolge bekämen die ersten zehn Anrufer, die am 12. Juni ab 9.30 Uhr über die Energie- und Klimahotline 24 83 22 50 ihr Interesse an einem Solaranlagen-Check der Verbraucherzentrale Hamburg bekunden würden, diesen gratis.

Foto: Woche der Sonne (Grafik), Doreen Brumme (Titel)

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