Umfrage_Heizungsmodernisierung_BSW

Umfrage: Heizungstausch? Nicht ohne Erneuerbare Energien!

“Zwei von drei Bürgern fordern Erneuerbare Energien bei Heizungstausch” – so überschreibt der Bundesverband der Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) seine Pressemeldung zu einer aktuellen repräsentativen Umfrage, für die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Verbands Anfang Februar mehr als 2.000 Deutsche befragte. Wir zeigen euch die Umfrageergebnisse hier im Einzelnen.

Laut dem BSW-Solar fordere eine große Mehrheit der deutschen Bevölkerung verbindliche Vorgaben für die Nutzung Erneuerbarer Energien bei der Heizungsmodernisierung von der Bundesregierung. Zwei Drittel der Befragten hätten sich demnach dafür ausgesprochen, dass im Falle einer Sanierung die neue Heizung aus Erneuerbaren Energien gespeist werden müsse – zumindest anteilig und sofern das technisch zumutbar sei.

Zwei Drittel für Erneuerbare Energien bei Heizungstausch

Die in der Umfrage getroffene Aussage “Wenn eine Heizung getauscht werden muss, soll die neue Heizung zumindest anteilig aus Erneuerbaren Energien gespeist werden, sofern das technisch zumutbar ist”

  • bejahten 66 Prozent der Befragten (Antwort: “eher ja”)
  • und verneinten 14 Prozent der Befragten (Antwort: “eher nein”).
  • 20 Prozent der Umfrageteilnehmer entscheiden sich bei dieser Aussage für die Antwortmöglichkeit “Weiß nicht / Keine Angabe”.

Mehr als die Hälfte für Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen

Mehr als die Hälfte der Befragten fordere den Umfrageergebnissen zufolge zudem eine Pflicht, besonders klimaschädliche Ölheizungen und Gasheizungen, die länger als 20 Jahre in Betrieb seien, mit effizienten Heizungssystemen zu ersetzen, die zumindest anteilig mit Erneuerbaren Energien betrieben würden.

Der Aussage “Verpflichtung zum Austausch besonders klimaschädlicher Öl-und Gasheizungen, wenn diese älter als 20 Jahre sind, durch effiziente Heizungssysteme, die zumindest anteilig mit Erneuerbaren Energien betrieben werden”

  • stimmten 51 Prozent der Befragten zu (Antwort: “eher ja”),
  • während 27 Prozent der Befragten diese verneinten (Antwort: “eher nein”).
  • Der Rest der Befragten entschied sich für die ANtwort “Weiß nicht / Keine Angabe”.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstituts YouGov vom 6. bis 8. Februar 2019 2.049 deutsche Verbaucher.

BSW-Solar fordert, Potential von Solarenergie für Raum-, Prozess- und Fernwärme endlich zu heben

Die Bundesregierung solle zur Kenntnis nehmen, dass eine klare Mehrheit der Menschen mehr Klimaschutz im Gebäudebereich fordere und aus einer Stromwende endlich auch eine Wärme- und Verkehrswende machen. Die gewaltigen Potenziale der Solarenergie für die Raum-, Prozess- und Fernwärme müssten endlich gehoben werden. Die Zeit sei reif, Erneuerbare Energien zum Baustandard zu machen und ineffiziente alte Energieschleudern zu ersetzen. Das sagt BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig anlässlich der internationalen Heizungs- und Klimatechnikmesse ISH, die noch bis heute (15. März 2019) in Frankfurt am Main stattfindet. Der BSW-Solar ist Partner des Technologie- und Energie-Forums auf der Messe.

“Die anhaltend geringe Modernisierungsquote bei Heizungen zeigt, dass die Wärmewende ohne ordnungsrechtliche Vorgaben auf der Stelle trete”, erklärte Körnig. Er fordert außerdem, dass die Bundesregierung jetzt die Chance nutzen solle, mit einer Mehrheit der Bevölkerung im Rücken die Rahmenbedingungen schnell und hinreichend anzupassen. Andernfalls bleibe die Energiewende in deutschen Heizungskellern weiter ausgesperrt, würden Klimaziele weiter gerissen.

Der Sanierungsstau in deutschen Heizungskellern ließe sich dem BSW-Solar zufolge nur auflösen, wenn die Bundesregierung endlich auch im Bereich der Wärmeenergie politisch aktiv werde. Neben der schnellen Verabschiedung des Klimaschutzgesetzes mit verbindlichen Zielen für die Reduzierung der CO2-Emissionen unter anderem im Gebäudebereich sei ein gesetzliches Maßnahmenprogramm mit verbindlichen Meilensteinen erforderlich, führt der BSW-Geschäftsführer weiter aus. Dieses müsse gleichermaßen Elemente von “Fördern und Fordern” enthalten und faire Investitionsbedingungen für erneuerbare Wärmetechnologien schaffen. Körnig erklärt, dass wirksame Lösungen seit langem in der Schublade lägen und auf ihre Umsetzung harrten:

  • Von der im Koalitionsvertrag vorgesehenen steuerlichen Förderung,
  • über die Einführung einer aufkommensneutralen CO2-Bepreisung
  • bis hin zu moderaten und sozial abgefederten gesetzlichen Mindeststandards auch im Gebäudebestand.”

Während Erneuerbare Energien inzwischen rund 40 Prozent des Stromverbrauchs decken würden, stagniere ihr Anteil an der Wärmeversorgung seit vielen Jahren bei unter 15 Prozent. Dabei entfalle ein Drittel des Endenergieverbrauchs alleine auf die Heizung und Warmwasserbereitung. In seiner Bedeutung für den Klimaschutz rangiere der Wärmesektor damit noch vor dem Stromsektor.

Solarthermie – Status quo in Deutschland

In Deutschland seien laut dem BSW-Solar inzwischen rund 2,4 Millionen Solarwärmeanlagen in Betrieb. Sie erzeugen mit Solarwärme warmes Brauchwasser, Raum- oder Prozesswärme. Im energetisch optimierten Neubau könnten Solarthermie-Anlagen demnach über 50 Prozent des Wärmebedarfs liefern. Sie ließen sich mit beinahe jedem Wärmeerzeuger kombinieren, zum Beispiel

  • mit einem Holzheizkessel,
  • einer Wärmepumpe
  • oder einem Gasbrennwertkessel.

Und mit dem passenden Wärmespeicher werde die Wärme auch für die Nacht und bis zu mehreren Wochen in den Winter hinein gespeichert.

Foto: BSW-Solar (Titelgrafik)