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W wie Wärmewende-Fakt: 7 Fakten, die ihr kennen solltet

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Die für den Kampf gegen den Klimawandel dringend nötige Energiewende braucht die Verkehrswende und die Stromwende ebenso wie die Wärmewende. Doch während sich im Verkehrs- und im Stromsektor so einiges bewegt, hinkt die Wärmewende hinterher. Noch immer heizen wir Großteils fossil, vor allem mit Heizgas. Die Wärmewende braucht jeden von uns, der eine Heizung betreibt. Es ist Zeit für den Umstieg auf erneuerbares Heizen. Wie entscheidend der Gebäudesektor für die Wärmewende ist, zeigen wir euch mit den folgenden 7 Fakten aus dem Factbook “Energiewende in Gebäuden – Bedeutung der Digitalisierung”.

Wärmewende-Fakt 1: Gebäude zählen zu den Hauptverursachern von CO2-Emissionen

Wenn öffentlich zur Energiewende debattiert werde, so schreibt Techem in seiner Pressemitteilung, gehe es häufig um die Stromversorgung. Aber: Mit 122 Millionen Tonnen (t) CO2-Äquivalenten im Jahr 2019 sei der Gebäudesektor der drittgrößte Verursacher von Treibhausgas-Emissionen. Dabei sei es durchaus machbar, Gebäude CO2-neutral zu errichten und zu bewirtschaften. Das Einsparpotenzial bei der Gebäudehülle, bei den Gebäudenutzern und bei der Anlagetechnik (Haustechnik: Beleuchtung, Lüftung, Heizung) beziffert Techem auf rund 43 Prozent, weitere 47 Prozent CO2-Einsparung könnten demnach regenerativen Energien beigesteuert werden.

Wärmewende-Fakt 2: Gebäudeautomation kann enormen Beitrag zur Energiewende leisten

Techem schreibt auch, dass sich mit den bislang im Gebäudesektor geltenden Maßnahmen zur Energiewende bis 2030 zwar 27 Millionen t CO2 einsparen ließen, dass das aber immer noch 18 Millionen t weniger als die im Klimaschutzproramm der Bundesregierung festgelegten 45 Millionen t CO2-Einsparung seien. Dabei ließen sich mit dem gezielten Einsatz von Gebäudeautomation zwei Drittel von ausgleichen.

Kleiner Exkurs zum Klimaschutzziel der Bundesregierung: Diese wolle die deutschen Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Um das Ziel zu erreichen, sei es laut Techem unumgänglich, dem Gebäudesektor besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Wärmewende-Fakt 3: Smart Home boomt in Deutschland

Spannend ist der dritte Fakt zur Wärmewende. Laut Techem nehme Deutschland mit seinem derzeitigen Umsatz von mehr als 4,3 Milliarden Euro weltweit Platz 3 auf dem Markt für Smart Home-Anwendungen ein. Techem zufolge werde dieser Umsatz auch in den kommenden Jahren dynamisch wachsen. Die meisten Haushalte würden dabei schon heute auf das richtige Pferd setzen: Die größte Motivation zur Anschaffung entsprechender Smart-Home-Technik erwachse aus dem Willen, Energie zu sparen (39 Prozent). Weitere Anschaffungsgründe seien Fernsteuerung (38  Prozent) und Möglichkeiten zur Automatisierung (35 Prozent).

Wärmewende-Fakt 4: Smart Meter für intelligentes Messen von Gebäudeenergiewerten

Für die Digitalisierung von Gebäuden sei der sogenannte Smart Meter-Rollout, also die Einführung intelligenter Messsysteme zur Erhebung von Verbrauchsdaten des Gebäudes, den Deutschland bis zum Jahr 2032 plane, ein weiterer zentraler Baustein. Smart Meter würden demnach helfen, erneuerbare Energien besser in das Energiesystem einzubinden und machten den Verbrauch transparenter. Rund 35 Millionen der intelligenten Messsysteme und Zähler sollen bis zum Jahr 2032 installiert werden.

Wärmewende-Fakt 5: Weniger Energieverlust mit Kraft-Wärme-Kopplung

Die sogenannte Sektorenkopplung von Strom, Wärme und Verkehr sei laut Techem ein entscheidender Bestandteil der Energiewende. Mittels Kraft-Wärme-Kopplung beispielsweise, also dem gemeinsamen Erzeugen von Strom und Wärme, ließe sich der Energieverlust in Kraftwerken deutlich reduzieren. Bei der getrennten Erzeugung seien 66 Prozent mehr Energie erforderlich, um die gleiche Menge Strom und Wärme zu erzeugen.

Wärmewende-Fakt 6: Dem Wärmesektor mangelt es an grüner Energie

Die Energiewende fuße auf zwei Säulen, schreibt Techem: erstens auf dem sparsamen und umweltbewussten Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie und zweitens auf dem Ausbau Erneuerbarer Energien. Der Strombereich sei demnach heute schon zu mehr als der Hälfte grün (55 Prozent). Im Wärmesektor dagegen gehe das Grün noch ziemich unter: Hier stammten noch immer gut 85 Prozent der Energie, die für Heizungen, Warmwasser oder Klimaanlagen benötigt werde, von fossilem Energieträgern: Öl, Gas und Kohle. Die Verwendung von erneuerbarer Geothermie und Solarthermie, Biogas oder Biomasse sei weit abgeschlagen.

Wärmewende-Fakt 7: Sanierungsbedarf bei Wohngebäuden ist hoch

Der Wärmeverbrauch neuer Gebäude sei mit den aktuellen energetische Vorschriften (siehe auch GEG) zwar stark verringert worden, jedoch sei der gesamte Wärmeverbrauch des Gebäudesektors über die Jahre kaum gesunken. Der Grund: Etwa zwei Drittel aller Wohngebäude hierzulande hätten mehr als 40 Jahre auf dem Buckel. Für rund die Hälfte der deutschen Wohngebäude sei eine Sanierung innerhalb der nächsten 20 Jahre ratsam. Denn: Vollsanierte Gebäude würden laut Techem 38 Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m3) jährlich beziehunsgweise 22 Prozent weniger Heizenergie als unsanierte Gebäude benötigen. Auch der Unterschied zu teilsanierten Gebäuden betrage demnach noch immer fast ein Fünftel (19 Prozent bezeihungsweise 31 kWh/m3 pro Jahr.

Über das Factbook

Das Factbook “Energiewende in Gebäuden – Bedeutung der Digitalisierung” zeigt euch laut seinen Verfassern, dem Energiedienstleister Techem und dem Handelsblatt Research Institute, den aktuellen Stand der Dinge im Gebäudesektor zu den Themen Energie, Wohnen und Digitalisierung. Zudem erkläre es, welche Lösungen es gibt, um Wärme in privaten Gebäuden effizienter zu gestalten – von Smart Building über Dekarbonisierung bis zur Sektorenkopplung. Das Factbook basiere demnach auf einer umfassenden Datenrecherche, für die sämtliche öffentlich verfügbaren Quellen sowie professionellen Datenbanken zu den Themen herangezogen worden seien. Das Factbook könnt ihr euch hier als PDF-Datei kostenlos downloaden.

Foto: Titelbild Factbook Energiewende in Gebäuden – Bedeutung der Digitalisierung