8. März – Internationaler Frauentag: Was hat der mit Solarthermie zu tun?

Frauentag_Jobs_Erneuerbare_Energien

Auf den ersten Blick: nichts. Doch auf den zweiten Blick: jede Menge – wie ich gleich schreiben werde. Heute, am Internationalen Frauentag geht’s auf unserem Blog um Frauen und  Jobchancen in der Solarthermie, wobei Letztere für eine der Erneuerbaren Energien (EE) steht. Und schon bin ich mitten drin im Thema:

Laut einer Pressemeldung der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) biete die Branche der EE gute Berufsaussichten, insbesondere für Frauen in technischen Berufen, in denen diese bislang noch stark unterrepräsentiert seien. Demnach hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass die Erneuerbaren Energien für weibliche Berufsanfänger gerade deshalb interessant seien, weil die Branche auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz setze.

„In Zeiten des Fachkräftemangels kann die Erneuerbaren-Branche mit solchen Zukunftsaspekten punkten. Sie sind für viele junge Menschen und insbesondere für Frauen ein starkes Argument bei ihrer Berufswahl. Das sollte Ansporn für die Unternehmen sein, Frauen gerade auch in bisher männlich dominierten Berufen den Einstieg zu ermöglichen“, erklärt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer, dazu.

Studien belegen: Technische Berufe mit Umweltschutzfaktor bieten Mädchen und Frauen Anreize

Laut mehreren Untersuchungen würden, so schreibt die AEE weiter, auf Umweltschutz ausgerichtete Branchen mit ihrem konkreten gesellschaftlichen Nutzen Mädchen einen Anreiz bieten, einen technischen Beruf zu ergreifen.

Nachhaltigkeitsbezug hat für die Berufswahl von Frauen stärkere subjektive Bedeutung als für Männer

Dr. Pia Spangenberger sei demnach in ihrer Dissertation an der TU Berlin und dem Wissenschaftsladen Bonn mit Blick auf die Windbranche zu dem Ergebnis gekommen, dass der Nachhaltigkeitsbezug für die Berufswahl von Frauen eine stärkere subjektive Bedeutung habe als für Männer. Bereits die Studienfachwahl junger Frauen im Bereich Technik zeige, so wird die Wissenschaftlerin zitiert, dass technische Studienfächer mit einem klar erkennbaren Bezug zu Nachhaltigkeit gegenüber klassischen Studienfächern bevorzugt würden. Dr. Pia Spangenberger untersuchte die Windkraft, weil dort der Frauenanteil an den Beschäftigten mit 30 Prozent relativ hoch sei und wegen des hohen Bedarfs an technischem Personal relativ viele Arbeitsplätze eine technische Qualifikation erforderten.

Gesellschaftlicher Nutzen bei der Berufswahl hat für Frauen eine hohe Bedeutung

Auch andere Untersuchungen würden der Agentur für Erneuerbare Energien zufolge darauf hindeuten, dass für Frauen ein gesellschaftlicher Nutzen bei der Berufswahl eine hohe Bedeutung habe. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2015 hätte demnach ergeben, dass sich Frauen aus ähnlichen Gründen für das Ingenieursstudium entscheiden würden wie Männer, wenn sie sehr gute Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften mitbrächten. Zugleich habe die Studie aber auch ergeben, dass Frauen stärker als Männer das Fach wählen würden, um einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, Menschen zu helfen, die Lebensqualität zu verbessern oder Probleme zu lösen.

Nur 11 Prozent der Maschinenbaustudierenden 2015/16 sind Frauen

In der Praxis seien Frauen laut der AEE in den klassischen technischen Studiengängen stark unterrepräsentiert. Diese Aussage belegt die AEE mit Angaben des Statistischen Bundesamtes: Demnach  seien von den mehr als 120.000 Studierenden des Maschinenbaus im Wintersemester 2015/16 nur rund 11 Prozent Frauen gewesen, in der Elektrotechnik wäre der Anteil ähnlich gering. Nicht zuletzt wegen der daraus resultierenden geringen Zahl an Absolventinnen würde sich die beobachtete Attraktivität der Erneuerbaren-Energien-Branche für Berufseinsteigerinnen häufig noch nicht in der Arbeitswelt widerspiegeln.

Anteil weiblicher Beschäftigter in der deutschen Erneuerbaren-Energien-Branche: 27 Prozent

In einer 2015 erschienenen umfangreichen Befragung durch mehrere wissenschaftliche Institute werde der Anteil weiblicher Beschäftigter in der deutschen Erneuerbaren-Energien-Branche auf 27 Prozent beziffert. Zum Vergleich: In der Branche Energie, Wasser, Bergbau und Entsorgung seien es laut Aussage der AEE 20 Prozent. Der Anteil der Frauen an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten liege bundesweit jedoch bei 46 Prozent. Aus der Erhebung gehe auch hervor, dass Frauen in mehr als der Hälfte der Erneuerbaren-Energien-Firmen in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Produkte deutlich unterrepräsentiert gewesen wären. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern bestehe demnach Nachholbedarf in der Energiewirtschaft. So konstatiert der AEE zufolge eine Studie im Auftrag des österreichischen Umweltministeriums einen geringen Frauenanteil – speziell in Führungspositionen – in der Energiewirtschaft des Landes.

Initiativen wie die Women of Wind Energy seien demnach am Start, um die berufliche Vernetzung von Frauen im Bereich der Erneuerbaren zu verbessern. Um Mädchen für technische Berufe in der Erneuerbaren-Branche zu begeistern, bestünden laut AEE zahlreiche Förderprojekte.

Nachhaltigkeitsprojekt 2017: PC-Game “Serena Supergreen” kommt im Juni 

Im Juni komme mit Beteiligung des Wissenschaftsladens Bonn ein Computerspiel heraus, das sich speziell an Schülerinnen richte und Talente für die duale Ausbildung stärken wolle. Das sei auch deshalb wichtig, weil es an einem eigenen Ausbildungsberuf für die Erneuerbaren Energien bisher fehle. „Die Erneuerbaren können dafür sorgen, dass in der Energiewirtschaft insgesamt mehr Frauen die Chance auf interessante Jobs erhalten und Aufstiegsmöglichkeiten ergreifen“, betont Pia Spangenberger laut der AEE. Mehr Infos zum gerade als „Nachhaltigkeitsprojekt 2017“ ausgezeichneten Serious Game Serena Supergreen findet ihr hier.

Frauen aus der Erneuerbare-Energien-Branche kommen bei uns auf dem Blog zu Wort

Bei uns auf dem Blog haben nicht nur wir Blogschreiberinnen das Wort. Eine ganze Reihe von Blogbeiträgen zeigt das Engagement von Frauen in der Branche der Erneuerbaren Energien auf, darunter:

Heide Zeiringer – erfolgreiche Naturinstallateurin aus der Steiermark im Interview

COP21 Expertinnen reden Klartext – Exklusiv bei uns

COP21 Expertinnen reden auch 2016 Klartext

Eva Bulling-Schröter live von der Klimakonferenz: Vorreiterrolle Deutschlands wird angemahnt!

Auch für Mädchen: Ausbildungsplätze in Erneuerbaren Energien!

Und noch ein Preis für Ritters solare Dampfmaschine!

Foto: Daniel van Gravel / photocase

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