Die Top 5 Solarthermie-Trends 2015

trends Solarthermie

Erstmal auch von uns noch ein frohes neues Jahr. Nach ein paar Tagen Weihnachtsruhe geht’s wieder so richtig los. Wir haben einiges vor im neuen Jahr und auch wenn wir die Zukunft nicht genau vorhersagen können, so sind einige Trends für uns dennoch klar erkennbar. Diese möchten wir hier mit euch teilen und Fragen am Schluss natürlich auch wie ihr das so seht!

Trend 1: Transparenz in der Solarthermie kein Fremdwort mehr

Wir haben hier schon oft bemängelt, dass die Solarthermiebranche viel zu intransparent ist. Angefangen bei den Preisen und den Kosten (ja, wir wissen auch, dass jedes Gebäude anders ist) bis hin zu Anlagen bei denen im Betrieb nicht erkennbar ist, ob das Teil überhaupt so funktioniert wie es soll, gab es noch viele andere Bereiche, bei denen die Solarthermiebranche im Vergleich zur Photovoltaik noch sehr viele Hausaufgaben zu tun hat, obwohl sie die viel ältere Technologie ist. Langsam aber sicher kommt aber Transparenz in den Markt. Das Datenblatt 2 der Solar Keymark macht es seit zwei Jahren erstmals möglich, den Kollektorertrag an verschiedenen Standorten vereinheitlicht darzustellen und auch wenn sich viele Hersteller noch davor scheuen, diesen Wert den Kunden anzugeben, wird der Kunde das früher oder später so selbstverständlich wie die STC-Werte bei der Photovoltaik verlangen. Auch die Kollektordatenbank von Sonne Wind & Wärme trägt deutlich zu mehr Transparenz bei und im Betrieb der Anlagen kommen durch die Smart-Home Trends immer mehr Solarthermieanlagen in den Genuss von Überwachungs- und Steuerungsinstrumenten. Vielleicht wird 2015 sogar das Jahr indem eine Form der Wärmemengenüberwachung verpflichtend wird, wenn Förderungen in Anspruch genommen werden. Alles in allem ist jedenfalls ein klarer Trend zu mehr Transparenz erkennbar.

Trend 2: Kunden emanzipieren sich und informieren sich zunehmend selbst

Eine neue Heizung anzuschaffen entpuppt sich für viele Kunden leider noch viel zu oft zu einer “Mission Impossible”. Zu viele Meinungen von zu vielen Installateuren oder Solarteuren. Am Ende wird es oft doch eine neue Ölheizung was nicht zuletzt auf den Lock-In-Effekt zurückzuführen ist. Weil das einfach nicht mehr passieren darf und auch viele Kunden nicht mehr so blöd sind und sich einreden lassen, dass das eine “Heizung der Zukunft” ist, informieren sie sich zunehmend selbst und hier vor allem bei anderen Menschen, die diesen Schritt schon gegangen sind. Um diesen Menschen bei ihrer Suche zu helfen, werden wir dieses Jahr sehr stark versuchen diese “Solarhelden” wie wir sie liebevoll nennen, vor den Vorhang zu holen. Diese Herausgeberaktion werden wir demnächst vorstellen.

Trend 3: Förderung wird ergebnisorientierter

Wir haben hier auch schon oft bemängelt, dass die Förderung über Quadratmeter nicht mehr zeitgemäß ist und die Branche behindert. Auch in höheren Ebenen hat sich das schon herumgesprochen und es wird über ein neues System diskutiert. Wir werden diesen Prozess hier öffentlich begleiten und zahlreiche Informationen zur Verfügung stellen, um gemeinsam ein klügeres und zielführenderes System zu finden.

Trend 4: Volumenmarkt wird zum Gebot der Stunde

Volumenmarkt? Was ist denn das schon wieder? Es genau das: Volumen- oder Massenmark. Ich sage gerne: Schluss mit lauter tollen Prototypen, die sich so schön mit Politikergesichtern schmücken und in der Regionalzeitung ablichten lassen. Wir brauchen nicht das 100. Vorzeigeprojekt. Wir brauchen 100.000 Nachfolgeprojekte. Und damit meine ich nicht 100.000 Kleinanlagen. Bei Großanlagen entfaltet die Solarthermie ihre wahres Potenzial. Jegliche Förderung wird sich daran messen lassen müssen, welche Impulse es in Richtung Volumenmarkt und Großanlagen gesetzt hat. Auch das sollte mittlerweile in den entscheidenden Stellen angekommen sein, weshalb ich zuversichtlich bin, dass es hier einige wichtige Entwicklungen geben wird.

Trend 5: Wärmegestehungskosten auf dem Vormarsch

Wie schon oben erwähnt, hat sich die Solarthermie sehr lange über Quadratmeter definiert. Die Schieflage in der sich die Branche derzeit befindet ist meiner Meinung nach auch dieser Fehlentwicklung geschuldet. Neben all den ökologischen Vorteilen, die die Solarthermie ohne Zweifel bietet, werden immer mehr Hersteller und Anlagenbauer die Wärmegestehungskosten einer Anlage den Kunden präsentieren. Gasparität wird in vielen Fällen schon erreicht sein und in anderen muss die Förderung diese Lücke schließen. Um zu erkennen, wie groß diese Lücke ist, müssen sich jedoch auch die Förderstellen mit diesem Thema auseinandersetzen. Genau so wie es auch im Strombereich immer gehandhabt wurde. Meinen Beitrag dazu leiste ich, indem ich endlich den lang versprochenen Wärmegestehungskostenrechner gemeinsam mit der AEE-Intec fertig entwickle. Außerdem präsentieren wir hier eine unglaublich interessante Diplomarbeit aus Österreich, die sich wie noch keine andere mit den ökonomischen Aspekten solarer Fernwärme auseinanersetzt und den klaren Gestehehungskostenvergleich macht. Ihr dürft gespannt sein.

Wunschtrend: Wärmewende kein Stiefkind der Energiewende mehr

Ich gebe zu, bei diesem Trend ist der Wunsch eher der Vater des Gedanken aber immerhin hat sich das Wort Wärmewende bereits auch schon in der Medienbranche herumgesprochen und wenn ich daran denke, dass wir erst vor einem Jahr begonnen haben diesen Begriff zu etablieren, ist schon einiges geschehen. Bevor sich dieser Trend aber wirklich erfüllen kann, werden wir der Regierung sehr bald noch eine sehr interessante Bachelorarbeit präsentieren, die zeigt, dass hier noch viel Aufholarbeit zu leisten ist.

Was sind eurer Meinung nach die Solarthermie-Trends 2015?

Disclaimer: Dies ist meine persönliche Meinung und die Liste wurde mit keinen anerkannten Trendmethoden entwickelt. (So es soetwas überhaupt gibt 😉

misterQM / photocase.com

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3 Kommentare zu “Die Top 5 Solarthermie-Trends 2015”

  1. Eble

    Gerade Punkt Nr 2 ist meiner Meinung nach ein wesentlicher und bedeutender Punkt! Viele Verbraucher informieren sich zu wenig. Für den ein oder anderen Dienstleister heißt das natürlich mehr Geld erwirtschaften.

    Auf Dauer ist das aber kein guter Ansatz. Warum kaufen Menschen ein Smartphone? Weil man sich sicher ist, dass man so etwas benötigt. Aufklärung ist nicht notwendig.

    Wenn das alle auch im Bereich Resourcen-Einsparung verstehen, dann wären so einige Aufgaben sehr viel einfacher.

    Danke für die Auflistung.

  2. Andreas

    Mal sehen, ob es so kommen wird. Da habe ich einen passenden Beitrag dazu für morgen eingeplant, was die heizungs-Industrie zur Förderung der Solarthermie sagt. Cornelia, Du weißt sich, um was es da geht. Ich habe auch noch eine weitere Idee, denn die derzeit niedrigen Ölpreise können auch eine Chance sein die Wärmewende bei den Herstellern neu zu überdenken und mehr auf die Kunden zu zu gehen. Warum wird bei Heizungen nur darauf geschaut, was sie einsparen oder warum kauft man eine neue Heizung, nur wenn die alte versagt? Warum werden immer nur neue Technologien entwickelt? Die Kunden werden damit nur weiter verwirrt, dabei sollte man mehr auf die Kunden zugehen und die Bedienung der Heizung so einfach zu machen, wie die Bedienung eines Smartphones, um das gute Beispiel im ersten Kommentar aufzugreifen.

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