Ulltech AG Handwerker des Monats

Handwerker des Monats: Großes Potential für Solarthermie in Gewerbe & Industrie

Unser Handwerker des Monats April 2018 ist Hans Werner Roth. Er ist Vorstandsvorsitzender der Ulltech AG mit Sitz in Aschaffenburg und Niederlassungen in Hanau, Eschborn, Schaafheim und Partenstein. Im Interview berichtet uns der gelernte Heizungstechniker, wie er Vorstandsvorsitzender wurde, was ihm bei dieser Aufgabe besonders wichtig ist, warum Solarthermie ihn begeistert und  wie er das Potential von Solarthermie insbesondere als Prozesswärme bewertet.

Unser Handwerker des Monats: Hans Werner Roth, Vorstandsvorsitzender der Ulltech AG. Foto: Ulltech AG
Unser Handwerker des Monats: Hans Werner Roth, Vorstandsvorsitzender der Ulltech AG. Foto: Ulltech AG

Hans Werner Roth, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Betrieb!

Die Ulltech AG gibt es mittlerweile seit 19 Jahren. Sie wurde 1999 aus einer Insolvenzsituation heraus von einem Teil der Mitarbeiter des Vorgängerbetriebs gegründet. Jeder hat seinen Beitrag beigesteuert, um Arbeitsplätze zu erhalten und das Unternehmen neu aufzustellen. Einer der AG-Gründer war ich. Ich habe damals den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernommen und übe diese Aufgabe bis heute aus.

Wir sind ein Unternehmen, das sehr breit aufgestellt ist. Wir decken die Bereiche Heizung, Solaranlagen (Photovoltaik plus Solarthermie), Elektroinstallationen sowie Bad und Sanitär ab. Dank der vielen Mitarbeiter mit weit gestreuten Kompetenzen im Hauptsitz des Unternehmens sowie in unseren vier Niederlassungen in Hanau, Eschborn, Schaafheim und Partenstein sind wir heute im ganzen Rhein-Main-Gebiet  tätig und haben uns einen Namen als kompetenter Dienstleister gemacht.

Fuhrpark der Ulltech AG Aschaffenburg
Der beeindruckende Fuhrpark der Ulltech AG Aschaffenburg. Foto: Ulltech AG

Wie viele Mitarbeiter  gehören derzeit zum Betrieb?

Wir sind 120 Mitarbeiter.

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich bin 1966 über ein zweijähriges Praktikum in den Beruf eingestiegen und habe dann meine Ausbildung zum Heizungstechniker absolviert.

Heute sind Sie Vorstandsvorsitzender eines Unternehmens mit 120 Mitarbeitern. Was ist Ihnen dabei wichtig?

Ich halte viel von einem ehrlichen, offenen und respektvollen Miteinander – sowohl in der Belegschaft als auch gegenüber dem Kunden. Wir suchen nach der besten Lösung, die wir dann wohlüberlegt und effektiv angehen.

Wie ist Ihre Kundschaft aufgestellt?

Neben den klassischen Kunden, die nach modernen Lösungen für ihre Ein- und Zweifamilienhäuser suchen, gehören auch viele Unternehmen aus Gewerbe und Industrie zu unserer Kundschaft.

Was treibt Ihre Kunden in die Heizungsmodernisierung?

Wer vor 20, 30 Jahren sein Haus gebaut hat, nimmt jetzt wieder Geld in die Hand, um das Bad oder die Heizung zu erneuern. Beim Bad geht es den Kunden in erster Linie um eine Aufwertung, um moderne Gestaltung mit hohem Komfort – das Bad soll nicht mehr nur zweckdienlich sein, sondern wird heute als Wohlfühlraum ausgelegt.  Bei der Heizung geht es den Kunden um Energie- und Energiekostenersparnis, wie sie sich unweigerlich einstellt, wenn die alte Heizungstechnik mit neuer ersetzt und diese auch noch mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Gewerbe- und Industriekunden suchen nach nachhaltigen und energiesparenden Lösungen.

Wie kamen Sie persönlich auf das Thema Solarthermie und wie kommt’s, dass Solarthermie heute auf der Liste Ihrer Dienstleistungen steht?

Ich bin ein überzeugter Solarteur. Solarthermie hat mich als Energie, Technologie und Technik von Anfang an begeistert. Meine Überzeugung und Begeisterung habe ich bei der Neugründung der Ulltech AG eingebracht und über die Betriebsjahre damit dafür gesorgt, dass wir heute als kompetenter Solarthermie-Dienstleister in der Region bekannt sind.

Sie sind Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Die Partnerschaft mit Paradigma begann für die Ulltech AG eher zufällig: Ich war damals, zwei Jahre nach Unternehmensgründung, mit einem Vertreter des SHK-Verbands im Ländle unterwegs, um Ideen für ein neues Firmengebäude zu sammeln. Auf unserer Tour kamen wir bei Paradigma vorbei. Wir haben Halt gemacht und Paradigma zum ersten Mal besucht. 2003 haben wir die erste Paradigma-Anlage verbaut. Ihr folgten so viele weitere Anlagen, dass wir über Jahre einer der umsatzstärksten Partner sind.

Ich schätze vor allem, dass wir einen guten Draht zu Paradigma haben. Ich begrüße die Selbstverständlichkeit, mit der die Geschäftsführung beispielsweise an unserer alljährlichen Meisterrunde teilnimmt. Da begegnen wir uns als Partner auf Augenhöhe.

Welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Mir sind die Projekte am liebsten, die uns Handwerker technisch herausfordern. Komplett-Anlagen beispielsweise, die mehr als 20 Quadratmeter Kollektorfläche haben und sowohl für Warmwasser sorgen, als auch der Heizungsunterstützung sowie der Poolheizung dienen.

Eine meiner Lieblings-Anlagen ist die, die wir der CS Teppichreinigung Paul Runte GmbH in Bruchköbel Ende 2016 installiert haben. Die 100 Quadratmeter große Solarthermie-Anlage produziert Prozesswärme, mit der die Teppiche getrocknet werden. Die Anlage läuft so gut, dass sie erweitert werden soll.

Betreiben Sie selbst auch eine Solarthermie-Anlage?

Wir haben 1989 ein Haus gebaut, das inzwischen mein Sohn Michael mit seiner Familie bewohnt. Dort haben wir 2012 eine kleine Anlage installiert.

Würden Sie uns die beiden von Ihnen beschriebenen Anlagen hier auf dem Blog als Projekte des Monats näher vorstellen?

Sehr gerne!

Hans Werner Roth, beschreiben Sie uns bitte Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie!

Das war für mich ganz klar unser unternehmerischer Abstecher nach Irland. Als dort vor etwa 10 Jahren Solarthermie plötzlich boomte, haben wir mitgemischt und über unsere Niederlassung  in der Nähe von Cork 80 Prozent unseres deutschen Solarthermie-Umsatzes machen können – trotz sprachlicher Differenzen und Mentalitätsunterschiede.  Die Anlagen laufen bis heute sehr gut und fahren wegen der milden Winter mit kaum Frost höhere Erträge als in Deutschland ein.

Und wo drückt der Schuh im Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Ich halte das Potential der Solarthermie für sehr groß. Und ich bin guter Dinge, dass dieses sich auch in Gewerbe und Industrie noch weiter rumsprechen wird, wo bislang noch viel und vor allem fossile Energie zum Einsatz kommt. Unsere große Prozesswärme-Anlage für Teppich-Runte macht als ein gutes Beispiel sicher Schule.

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Ich wünsche mir, dass die Solarthermie weiterhin ihren Lauf nimmt – die Voraussetzungen dafür  sind da.

Vielen Dank, Hans Werner Roth, dass Sie sich trotz vollem Terminkalender Zeit für unser Interview genommen haben.

Fotos (3): Ulltech AG Aschaffenburg