Verbraucherportal erklärt 1×1 der Förderung für „Sonnige Heizung“

Förderung für Solarthermie 1x1

Die Bundesrepublik schnürt Jahr für Jahr ein Staatssäckel mit Fördergeldern für diejenigen, die auf die innovative und umweltfreundliche „sonnige Heizung“ wechseln. Basisförderung, Zusatzförderung, Innovationsprogramm, Optimierungsbonus, APEE, MAP – mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, staatliche Zuschüsse zu bekommen. Damit Verbraucher angesichts der Vielfalt der Förderangebote und den unterschiedlichen Anforderungen an die jeweiligen Rahmenbedingungen den Überblick behalten, gibt es jetzt die Informationskampagne zum Thema Förderung für sonnige Heizung. Und die stelle ich euch heute näher vor.

Wer steht hinter der Info-Kampagne über Förderung für „Sonnige Heizung“?

Hinter der Informationskampagne zum Thema Förderung für „Sonnige Heizung“ stünden laut einer Pressemitteilung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar), der einer der Initiatoren der Kampagne ist, außer ihm

  • ein Zusammenschluss von 20 führenden Herstellern solarthermischer Anlagen,
  • und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH).

Was ist Ziel der Kampagne?

Für die Info-Kampagne wurden die wichtigsten Förderinformationen für das Heizen mit der Sonne leicht verständlich zusammengefasst. Konkrete Praxisbeispiele sollen zudem helfen, die tatsächlichen Einsparungen, die dank sonniger Heizung möglich seien, für den eigenen Geldbeutel transparent zu machen.

Was sollte man zum Heizen mit der Sonne wissen?

Sonnenenergie zur Wärme- und Energieversorgung des privaten Haushalts habe laut BSW-Solar eine Vielzahl an Vorteilen: So könne man mit dem Wechsel auf Solarthermie erhebliche Heizkosten einsparen. Laut Berechnungen von BDH und BSW-Solar ließen sich damit

  • rund zwei Drittel der für die Trinkwassererwärmung benötigten Energie
  • sowie ein Drittel der für die kombinierte Warmwasser- und Trinkwasseraufbereitung benötigten Energie

einsparen. Zudem werde man unabhängiger von fossilen Rohstoffen und schone obendrein die Umwelt, da die eigene Heizungsanlage mit Solarthermie verringerte Emissionswerte aufweise.

Zu welchen Heizsystemen passt Solarthermie?

Grundsätzlich komme die Nutzung von Solarthermie für jeden Haushalt in Frage, schreibt der BSW-Solar weiter, denn Solarthermie sei ein offenes System und mit allen denkbaren Wärmeerzeugern kombinierbar. Mehr dazu haben wir euch hier auf dem Blog schon erklärt.

Wie unterstützt der Staat den Wechsel auf sonniges Heizen?

Der BSW-Solar betont, dass in den letzten Jahren umfangreiche staatliche Förderprogramme für ein nachhaltiges, energieeffizientes und umweltfreundliches Heizen geschaffen worden seien. Für die Nutzung der Sonnenkraft gebe es eine ganze Reihe lukrativer, finanzieller Unterstützungen vom Staat. er verband merkt aber zugleich an, dass diese Förderungen stark variieren würden – in Abhängigkeit von baulichen und energetischen Rahmenbedingungen vor Ort.

Welche Förderungen für Solarthermie-Heizungen gibt es derzeit?

Förderungen mit Titeln wie Basisförderung, Zusatzförderung, Innovationsprogramm, Optimierungsbonus, APEE, MAP – brächten den Kopf des Verbrauchers schon mal zum Rauchen, heißt es in der BSW-Solar-Pressemitteilung weiter. Die Informationskampagne „Sonnige Heizung“ erkläre daher die zentralen Begrifflichkeiten:

Das „Marktanreizprogramm“, kurz MAP, diene seit dem Jahr 2000 dazu, Haus- und Wohnungseigentümer bei der Umstellung auf erneuerbare Energien zur Wärmegewinnung zu unterstützen. Eine überarbeitete Version des MAP sei demnach seit 2015 in Kraft und bezuschusse die Errichtung einer Solarthermie-Anlage grundsätzlich mit der sogenannten Basisförderung.

Zusatzförderungen gebe es für Anlagen,

  • in denen zusätzlich eine Wärmepumpe– oder Biomasseanlage wie eine Pelletheizung eingebaut werde, die ans Wärmenetz angeschlossen würden
  • oder wenn der alte Kessel gegen einen neueren ausgetauscht werde.

Die Innovationsförderung greift demzufolge bei großen Solarthermie-Anlagen bis 100 Quadratmeter (m2), die mehr als das klassische Einfamilienhaus mit Wärme versorgen würden.

Das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) erhöhe seit Anfang 2016 die Leistungen des aktuellen MAP zusätzlich noch einmal um 20 Prozent und liefere einen Optimierungsbonus von 600 Euro. Der werde laut BSW-Solar jedoch nur dann ausgezahlt, wenn die gesamte Heizungsanlange auf maximale Energieeffizienz hin untersucht und schließlich auch optimiert werden würde.

Mehr dazu könnt Ihr in unserem Ratgeber nachlesen.

Mit welcher Förderung für sonnige Heizung ist konkret zu rechnen?

Um zu zeigen, wie die komplexen Förderprogramme in der Realität aussehen beziehungsweise zur Umsetzung kommen können, hat die Info-Kampagne „Sonnige Heizung“ die folgenden Praxisberechnungen aufgestellt:

Ausgangssituation sei jeweils ein Wohnhaus mit einem alten Heizölkessel. Das Haus werde mit einer die Heizung unterstützenden Solarthermie-Anlage (12,5 m2 Kollektorfläche) inklusive 1.000 Liter fassendem Wärmespeicher (Pufferspeicher) aufgerüstet. Zusätzlich werde der alte Heizkessel ausgetauscht.

Dazu gebe es drei verschiedene Fördermöglichkeiten – die von der Wahl des eingesetzten Wärmeerzeugers abhängen würden:

  • Werde der alte Ölkessel gegen einen modernen Öl- oder Gas-Brennwertkessel ausgetauscht, stünden den Bewohnern bis zu 3.600 Euro an Fördergeldern zu. Die setzten sich demnach aus Basisförderung, Kombinationsbonus, APEE-Zuschlag und Optimierungsbonus zusammen.
  • Werde der alte Ölkessel dagegen von einer leistungsgeregelten Wärmepumpe (Leistung: 12 Kilowatt (kW)) ersetzt, würden dem Verbraucher noch einmal zusätzliche 3.000 Euro winken. Der Grund: Solaranlage und Wärmepumpe würden mit der Basisförderung individuell belohnt werden, zudem werden ein Kombinations- sowie ein Lastmanagementbonus ausgezahlt.
  • Der laut BSW-Solar rekordverdächtige Zuschuss von 6.000 Euro ließe sich sogar noch toppen, indem statt der Wärmepumpe ein effizienter Pelletkessel mit 15 kW Leistung eingebaut werde. Dadurch stiegen die Basisförderung und damit auch der APEE-Zuschlag, womit sich die Fördersumme auf stolze 7.800 Euro erhöhe.

Zusätzlich, so raten die Initiatoren der Info-Kampagne „Sonnige Heizung“, sollte der Bauherr immer auch noch auf länder- bzw. kommunalspezifische Förderungen schauen, die unabhängig von allen obengenannten Förderungen aufgeschlagen werden könnten. Hierzu könne der Verbraucher zum einen gezielt bei seinem Fachhandwerker nachfragen, zum anderen biete auch das Verbraucherportal der Kampagne „Sonnige Heizung“ umfangreiche Hintergrundinformationen zum Thema „Förderung der Solarthermie“.

Bleibt uns noch anzuführen, dass neben Staat und Kommunen auch Hersteller immer mal wieder Zuschuss-Aktionen für den Wechsel auf Solarthermie am Laufen haben. Infos zum hausgemachten Paradigma-Anreizprogramm (PAP) findet ihr hier in unserem Artikel auf dem Blog.

Foto: simonthon.com / photocase

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