wie oft taktet der Pelletskessel

Paradigma beantwortet Leserfrage: Wie oft taktet der Pelletskessel und wie lange sollte er laufen?

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Während die einen aufkommende technische Fragen zu unseren Paradigma-Heizungen zum Erzeugen von Solarwärme, Holzwärme oder Gaswärme direkt an die Handwerker ihres Vertrauens, unsere Partner, richten (zur Handwerkersuche in eurer Nähe geht’s hier lang), schreiben uns die anderen über unser Solarthermie-Blog online an. Regelmäßig greifen wir uns eine Leserfrage, die für alle Betreiber der jeweiligen Heizungstechnik von Paradigma interessant sein könnte, heraus und beantworten diese hier ausführlich. So auch die heutige Leserfrage: Wie oft taktet der Pelletskessel im Schnitt und wie lange sollte er laufen?

Die Leserfrage: Wie oft taktet der Pelletkessel und wie lange sollte er laufen?

Hallo Paradigma Team, wir haben einen Optima mit 800er Expresso. Wie oft taktet der Pelletkessel im Durchschnitt beziehungsweise wie oft/lange sollte er an sein?

Demnach hat unser Kunde einen Pelletsbrennwertkessel PELEO OPTIMA von uns als Holzwärmeerzeuger installiert. Zur Heizungsanlage gehört außerdem ein Wärmespeicher AQUA EXPRESSO mit einem Fassungsvermögen von 800 Litern.

Die Antwort von Paradigma auf die Leserfrage: Wie oft taktet der Pelletskessel?

Wir haben unseren inhouse-Experten Christof Geiger gebeten, die Frage des Kunden/Lesers, Wie oft taktet der Pelletkessel?, zu beantworten. Christof ist bei Paradigma Produktmanager für Pelletsheizungen und kennt sich damit bestens aus:

Mit dem Hinweis darauf, dass sich die Frage “Wie oft taktet der Pelletkessel?” an Paradigma aus der Ferne und ohne weitere Details zur Anlage und zum Vorwissen des Fragestellers nicht pauschal beantworten lässt, erklärt uns Christof, dass die wesentlichen Faktoren für die Laufzeit beziehungsweise das sogenannte Takten, also das Ein- und Ausschalten des Kessels die Folgenden seien:

  • Dimensionierung des Kessels: Passt die Leistung des Kessels gut zur benötigten Leistung oder ist die Kesselleistung größer als erforderlich?
  • Trägheit des Kessels und des gesamten Heizungssystems: Haben Kessel und Heizsystem (inklusive Pufferspeicher) ein großes Volumen, so ist die Aufheizzeit länger, das System hat eine größere Trägheit. Der Kessel wird dann weniger oft ein- und ausschalten (Takten).
  • Abstimmung von Hydraulik und Regelung

Grundsätzlich sei, so erklärt Christof weiter, eine lange Laufzeit des Kessels mit wenigen Kesselstarts von Vorteil, da jeder Kesselstart elektrische Energie (Strom) benötige und Emissionen verursache. Gut zu wissen: Entgegen landläufiger Meinung verursache das Ein- und Ausschalten (Takten) aber kaum einen messbaren Mehrverbrauch an Pellets. Ein konstanter Betrieb des Pelletskessels sei Christof zufolge unterm Strich meist besser als häufiges Takten. In der Praxis lasse sich das aber nie ideal umsetzen.

wie oft taktet der pelletskessel
Brennwerttechnik ist eine hochkomplexe Sache – wie das Schnittbild des Pelletskessels Peleo Optima von Hersteller Paradigma zeigt. Bild: Paradigma

Denn die Auslegung der Heizungsanlage stelle immer einen Kompromiss zwischen

  • Komfort,
  • Ökonomie
  • und Ökologie

dar. Im tiefsten Winter müsse die maximale Kesselleistung natürlich ausreichen, um den Wärmebedarf abzudecken, sagt Christof. In der Übergangszeit sei der Pelletskessel dagegen oft unterfordert, wenn nur sehr wenig Wärme benötigt werde.

Grundsätzlich gelte: Der Pelletkessel könne immer nur so viel Energie abgeben, wie im System für Heizung oder Warmwasser benötigt werde. Bei geringem Energiebedarf könne der Kessel seine Leistungsabgabe anpassen, indem er seine Leistung bis auf 30 Prozent seiner Nennleistung reduziere. Werde aber noch weniger Energie benötigt, müsse der Kessel irgendwann abschalten (und später wieder einschalten).

Üblich sei bei Pelletsheizungen eine Brennerlaufzeit von mindestens 30 Minuten pro Brennerstart: Christof weist an dieser Stelle darauf hin, dass  beide Werte an den Paradigma-Kesseln im Menü „Messwerte“ abgelesen werden könnten.

Bei geringem Wärmebedarf sei die Brennerlaufzeit eher kurz, bei hohem Wärmebedarf im tiefsten Winter laufe der Brenner dagegen manchmal stundenlang.

Verkürzt dargestellt arbeite das System Holzpelletskessel als Wärmeerzeuger mit Wärmespeicher (wie es der Kunde wohl habe) folgendermaßen:

Aus dem Expresso-Speicher werde von den Nutzern Energie für Warmwasser oder Heizung entnommen (mit dem Aufdrehen von Warmwasserleitungen und Heizungen). Fühler am Speicher überwachten dabei die Temperatur auf mehreren Ebenen des Speichers. Weit oben im Speicher überwache der Fühler

  • TWO (Temperatur Warmwasser oben)

die Warmwassertemperatur. Weiter unten im Speicher sei der Wärmepufferbereich für die Heizung mit den beiden Fühlern

  • TPO (Temperatur Puffer oben)
  • und TPU (Temperatur Puffer unten).

Würden an diesen drei Fühlern die Sollwerte unterschritten, bekäme der Kessel eine Anforderung und erwärme den Expresso-Speicher wieder auf beziehungsweise sogar über den gewünschten Sollwert hinaus.

Je nach Art des Bedarfs (Warmwasser oder Heizung) arbeite der Kessel dabei mit unterschiedlichen Soll-Temperaturen.

Wir hoffen, Christof konnte die Leserfrage damit beantworten und sagen ihm an dieser Stelle ein warmes: “Danke!” Falls noch weiterer Infobedarf bestehe, bietet Christof an, das Thema gerne zu vertiefen.

Zum Weiterlesen und Vertiefen

Mehr Lesestoff zur Leserfrage “Wie oft taktet der Pelletskessel?” und zum Thema Pelletskessel sowie Wärmespeicherung im Pufferspeicher generell bieten unsere folgenden Beiträge hier auf dem Solarthermie-Blog:

Foto: Paradigma