NABU-Studie bestätigt – Natürlich geht das: Energiewende naturverträglich machbar

Laut einer vom Naturschutzbund (NABU) in Auftrag gegebenen Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie sei es durchaus machbar, die Energiewende im Einklang mit der Natur zu gestalten. Die Metastudie liefere einerseits „Strategien für eine naturverträgliche Energiewende“ bestätige andererseits, dass sich die Klimaschutzziele erreichen ließen und zugleich ein hohes Naturschutzniveau erhalten bleiben könne.

Der NABU-Studie zufolge sei es grundsätzlich möglich, die energiebedingten Treibhausgasemissionen Deutschlands bis Mitte des Jahrhunderts gegenüber 1990 um bis zu 100 Prozent zu reduzieren. Das Wuppertal Institut habe dazu vorliegende Energieszenarien analysiert und daraus diejenigen Klimaschutzstrategien identifiziert, die bisher deutlich unterrepräsentiert gewesen seien und künftig deutlich stärker gefördert werden sollten. Dazu zählten laut der zugehörigen Pressemeldung des NABU

  • Photovoltaik,
  • Steigerung von Energieeffizienz,
  • Förderung natürlicher Senken
  • und Ressourcenschutz.

Der NABU-Präsident Olaf Tschimpke sagte gegenüber der Presse, dass wir die Energiewende für wirksamen Klimaschutz bräuchten. Aber entscheidend sei, dass wir dabei Natur und Umwelt nicht zerstörten. Wir könnten nicht einfach den Kohle- mit Windstrom ersetzen, sondern müssten zunächst versuchen, deutlich weniger Energie zu verbrauchen.

Hier bräuchten wir ordnungspolitische Rahmenbedingungen und auch die Verbraucher müssten ihren Teil dazu beitragen. Außerdem müssten natürliche Kohlenstoffspeicher wie Moore verstärkt in den Fokus rücken.

Neben einem nachhaltigeren, ressourcenschonenderen Lebensstil müssten demnach mehr Maßnahmen in die Steigerung der Energieeffizienz fließen. Im Gebäudesektor würde eine steuerliche Abschreibung bei der Gebäudesanierung schnell mehr Effizienz bringen. Auch eine gut umgesetzte CO2-Bepreisung würde laut Tschimpke effiziente Technologien in allen Sektoren fördern. Der Ausbau der erneuerbaren Energien führe auch zu einem steigenden Druck auf Flächen.

Erneuerbare-Energie-Anlagen seien immer auch Eingriffe in den Naturraum. Schlecht geplante und platzierte Windenergie-Anlagen könnten gravierende Folgen für Fledermäuse und Vögel haben. Wegen der Bauwerke würden die Tiere Lebensraum verlieren oder sie würden an deren Rotoren sterben. Der großflächige Energiepflanzenanbau zur Biogaserzeugung könne sich auch negativ auf Insekten, Vögel und andere Tiere auswirken, weil ihnen Lebensräume verloren ginge. Das sagt das NABU-Präsidiumsmitglied Heinz Kowalski.

Stattdessen sei es laut des Gutachtens des Wuppertal Instituts dringend notwendig, die Nutzung von Photovoltaik auszubauen, künftige Förderinstrumente entsprechend auszurichten und vorhandene Hürden zu minimieren: „Ein deutlich stärkerer Ausbau der Photovoltaik gegenüber den letzten Jahren wäre ein wichtiger Baustein für das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele und könnte zur gesellschaftlichen Akzeptanz sowie zur Naturverträglichkeit der Energiewende beitragen“, erklärt Dr. Sascha Samadi vom Wuppertal Institut der Presse.

Aus Sicht des NABU liefere die Studie einen guten Ansatz, um die Treibhausgasneutralität bis 2050 mit einem möglichst geringen Einfluss auf das Ökosystem zu erreichen. Der Klimaschutz sei neben dem Umbau des Energiesystems und der Förderung erneuerbarer Energie vor allem auch die Förderung natürlicher Senken und Wälder. Deshalb arbeiten man daran, Moore zu renaturieren und zu schützen und mehr Totholz in Wäldern zu belassen. Das helfe nicht nur dem Klima, es ist auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt“, sagte Kowalski weiter.

Der NABU begrüßte daher die Aussage von Bundeskanzlerin Merkel im April beim internationalen Petersberger Klimadialog in Berlin, dass sich Deutschland der Initiative unter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron anschließen wolle, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen. Die Kanzlerin hatte gesagt, dass nicht darüber diskutiert werden müsse, „ob wir es erreichen können, sondern wie können wir es erreichen.“

Denn Deutschland könne dazu einen Beitrag leisten und bis Mitte des Jahrhunderts Treibausgasneutralität erreichen – und zwar naturverträglich!

Forderung des NABU an die Poltik

Deshalb fordert der NABU die Politik auf, die Rahmenbedingungen für eine naturverträgliche Energiewende auf Basis der genannten Strategien zu schaffen und zu fördern!

Foto: NABU/RKrebs