Strom sparen heißt Heizkosten sparen

Wärmepumpe: Strom sparen heißt Heizkosten sparen

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Eine Familie mit 3.500 Euro Stromrechnung im Jahr kann bis zu 80 Prozent davon sparen. So rechnet es die Unternehmensberatung BCG vor – das Handelsblatt berichtete. Wer mit einer Wärmepumpe heizt, bezahlt die Heizung mit der Stromrechnung. Jede Kilowattstunde (kWh), die die Wärmepumpe verbraucht, ist ein Teil eurer Heizkosten. Im Referenzhaushalt der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin mit Wärmepumpe und Elektroauto (9.363 kWh Jahresverbrauch) fallen ohne Speicher 3.745 Euro Netzbezugskosten im Jahr an. Die Wärmepumpe steckt in diesem Betrag mit drin. Wer also die Stromrechnung senkt, senkt die Heizkosten. Dieser Artikel zeigt euch, welche Bausteine beim Strom sparen helfen : Photovoltaik, Batteriespeicher, eine gesteuerte Wärmepumpe und Solarthermie. Ihr erfahrt, was davon heute realistisch ist, was es kostet und was noch Zukunftsmusik bleibt.


Was in den 80 Prozent weniger auf der Stromrechnung steckt

Laut dem Bericht im Handelsblatt rechnet die BCG für die Beispielfamilie mit mehreren Bausteinen. Investitionskosten sind dabei nicht eingerechnet.
Strom senken heißt Heizkosten senken

Drei Dinge solltet ihr bedenken:

  • Erstens sind es 60 Prozent, die schon heute möglich wären. Die restlichen 20 Prozent hängen an Technik und Regeln, die erst entstehen.
  • Zweitens ist die Rechnung ein Modell, die Zahlen stammen aus dem Bericht des Handelsblatts.
  • Drittens fehlt die Investition. Eine Photovoltaikanlage und ein Speicher kosten Geld, bevor sie etwas sparen.

Spannend ist, was der BCG-Studienautor Christian Wagener laut Handelsblatt zur Wärmepumpe sagt: Eine Wärmepumpe kaufe niemand, um die Stromrechnung zu senken, sondern um Gas zu ersetzen. Wer sie aber schon hat und intelligent steuern lässt, spare rund 100 Euro im Jahr pro Gerät. Genau an dieser Stelle laufen Strom- und Heizkosten zusammen.

Warum die Wärmepumpe alles verändert

Im Vergleich der laufenden Kosten steht die Wärmepumpe gut da. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern (m2) lagen die Heizkosten im Abrechnungsjahr 2025

  • bei 1.260 Euro mit Wärmepumpe,
  • bei 2.040 Euro mit Erdgas
  • und bei 1.415 Euro mit Holzpellets

(Quelle: Heizspiegel von co2online, Stand 22.09.2026), wobei die Wärmepumpe komplett am Strompreis hängt.

Netzstrom kostete Haushalte 2026 im Schnitt 37,0 Cent je kWh. Für neue Dachanlagen bis zehn Kilowatt (kW), die zwischen August und Dezember 2026 in Betrieb gehen, gibt es 7,70 Cent Einspeisevergütung. Jede kW, die ihr selbst nutzt statt einzuspeisen, ist euch also rund 29 Cent mehr wert. Bei einer Wärmepumpe zahlt sich das doppelt aus, weil sie dauerhaft Strom braucht.

Die Winterlücke

Das Problem: Die Wärmepumpe braucht im Winter am meisten Strom, die Photovoltaik liefert dann am wenigsten. Die Verbraucherzentrale Hamburg beschreibt den Zusammenhang so: Die Wärmepumpe erhöht den Anteil des selbst genutzten Solarstroms, senkt aber den Autarkiegrad. In Zahlen drückt sie es so aus: Ohne Batteriespeicher deckt eine Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs für Haushalt und Wärmepumpe, mit Speicher steigt die Eigenversorgung auf etwa 40 Prozent.

Mehr als 60 Prozent schaffen nur Gebäude mit sehr geringem Stromverbrauch und sehr guter Dämmung.

Daraus folgen für euch zwei Hebel, die zusammengehören und die ihr zum Sparen ansetzen könnt:

  1. Strom selbst erzeugen und
  2. weniger Strom verbrauchen.

Beim zweiten hilft vor allem eine niedrige Vorlauftemperatur. Jedes Grad Celsius (°C) mehr bedeutet laut der Verbraucherzentrale Hamburg etwa vier Prozent mehr Stromverbrauch. Eine Absenkung von 55 auf 45 Grad spart bei 20.000 kWh Heizwärmebedarf in zehn Jahren rund 6.600 Euro (bei 25 Cent je kWh).

Ulf Heidrich, Bereichsleiter Produkte in unserem Haus Ritter Energie, beschreibt denselben Zusammenhang so: Pro 5 °C niedrigerer Vorlauftemperatur verbessere sich der Wirkungsgrad der Wärmepumpe um jeweils 13 Prozent.

Wie stark der Effekt bei euch ausfällt, hängt von eurem Gerät, der Heizkurve und der Außentemperatur ab. Doch ein ist gewiss: Jedes Grad Celsius weniger Vorlauftemperatur spart Strom und damit Heizkosten. Wie ihr die Heizung dafür einstellt, steht in unserer Serie “Heizung optimieren“.

Der Baukasten: Eure 4 Bausteine zum Strom sparen und damit auch Heizkosten sparen

1. Baustein – Photovoltaikanlage: der größte Hebel

Die eigene Solarstromanlage ist laut dem BCG-Beispiel der Baustein mit dem größten Sparpotenzial. Für die Wärmepumpe liefert sie vor allem im Sommer und in der Übergangszeit Strom, zum Beispiel für die Warmwasserbereitung. Im Winter bleibt die Lücke, die wir oben beschrieben haben. Plant die Anlage deshalb nicht nur nach der Dachfläche, sondern nach eurem tatsächlichen Verbrauch.

Paradigma Solardach mit Solarthermie AquaSOLAR+ und Photovoltaik
Unser Paradigma PV Paket: Der modulare Lithium-Eisenphosphat-Speicher (links) lässt sich von 2,88 bis 69,12 kWh erweitern.dach mit Solarthermiekollektoren (oben) und Photovoltaikmodulen (unten). Paradigma bietet PV-Module mit 450 und 455 Watt Spitzenleistung an, mit 30 Jahren Leistungsgarantie. Foto: Paradigma

2. Baustein – Batteriespeicher: nicht größer als nötig

Ein Speicher verschiebt die Verfügbarkeit eures Solarstroms vom Tag in den Abend und die Nacht, aber nicht über mehrere Tage oder Wochen. Als Faustregel empfiehlt die Hamburger Verbraucherzentrale, den Batteriespeicher so zu dimensionieren, dass er den Strombedarf einer Nacht deckt. Ein zu großer Speicher mindert die Wirtschaftlichkeit und altert schneller.

Die Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin bestätigt das und nennt weitere Kaufkriterien:

  • Im Referenzhaushalt mit Wärmepumpe und Elektroauto bringt die Erweiterung von 12 auf 16 kWh nur noch 108 Euro im Jahr zusätzlich.
  • Die Batteriewirkungsgrade der getesteten Systeme liegen zwischen 87,9 und 97,1 Prozent. Zwischen dem besten und dem schwächsten Gerät liegen laut Studie rund 200 Euro Kostenvorteil im Jahr.
  • Wer nachts wenig verbraucht, sollte auf den Wirkungsgrad bei niedriger Last achten. Die Herstellerangabe zum Maximalwert sagt dazu wenig.
  • Die Restkapazität nach Garantieende liegt je nach Hersteller zwischen 60 und 85 Prozent.

Paradigma Photovoltaikanlagen PV-Paket

Unser Paradigma PV Paket: Der modulare Lithium-Eisenphosphat-Speicher (links im Bild) lässt sich von 2,88 bis 69,12 kWh erweitern.

3. Baustein – Wärmepumpe als gesteuerter Verbraucher

Hier fließen Strom- und Heizkosten zusammen. Eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle kann Warmwasser- oder Pufferspeicher aufheizen, wenn Solarstrom übrig ist. Das Haus und der Speicher werden so zur Wärmebatterie. Ein Energiemanagementsystem priorisiert dabei die Verbraucher, damit Solarstrom zuerst im eigenen Haus ankommt. Modulierende Inverter-Wärmepumpen erhöhen den Eigenverbrauch laut der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zusätzlich.

Wer einen speziellen Wärmepumpenstromtarif oder einen dynamischen Tarif nutzen möchte, sollte vorher klären, ob Zähler, Tarif und Steuerung zusammenpassen. Einen Marktcheck der Tarife hat die Verbraucherzentrale NRW veröffentlicht.

WP-Aero-Calima_Paradigma_außen
Unsere Paradigma Luft-Wasser-Wärmepumpe WP Aero Calima arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) und lässt sich über den Regler SystaSmartC II PV-optimiert betreiben. Foto: Paradigma

4. Baustein – Solarthermieanlage: weniger Strom für die Wärme

Solarthermie geht einen anderen Weg als Photovoltaik. Sie macht aus Sonnenlicht direkt Wärme, ohne Umweg über Strom. Es gilt: Jede kWh Solarwärme vom Dach ist eine kWh, die die Wärmepumpe nicht aus Strom erzeugen muss. Die Effizienz der Wärmepumpe steigt in der kalten Jahreszeit, wenn die Solarthermie niedrige Vorlauftemperaturen unterstützt.

Als Hersteller setzen wir bei unseren Solarthermieanlagen auf das AquaSolar-Prinzip: Als Wärmeträger dient klares Wasser ohne Frostschutzmittel. Anlagen mit Frostschutzgemisch brauchen eine andere Wartung, weil das Gemisch regelmäßig geprüft werden muss.

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Mehr Informationen

Was das kostet und wann es sich rechnet

Konkrete Preise für Photovoltaik und Wärmepumpe nennen wir hier bewusst nicht. Sie hängen stark von Dach, Haus und Anlagengröße ab. Holt euch mehrere Angebote von unseren Paradigma-Partnerbetrieben ein und lasst euch die Annahmen zum Eigenverbrauch erklären.

Beim Batteriespeicher gibt es Richtwerte: Einschließlich Installation kostet er etwa 300 bis 700 Euro je kWh Speicherkapazität (Stand Juli 2026). Ein Speicher mit 8 kWh liegt demnach bei rund 2.400 bis 5.600 Euro. Wie lange sich das lohnt, zeigt eine Beispielrechnung: Vier zusätzliche kWh kosten 1.200 bis 2.800 Euro mehr und sparen 164 Euro im Jahr. Das ergibt eine Amortisationszeit von etwa 7 bis 17 Jahren. Die Spanne ist groß, weil Preis, Verbrauch und Eigenverbrauchsanteil stark variieren.

Drei Regeln helfen bei der Einschätzung:

  1. Eigenverbrauch zählt mehr als Autarkie: Die Wirtschaftlichkeit hängt an einem hohen Anteil selbst genutzten Solarstroms. Er sollte laut der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein möglichst nicht unter 30 Prozent der Erzeugung fallen.
  2. Maximale Autarkie und maximale Wirtschaftlichkeit schließen sich aus: Hohe Autarkie braucht größere Komponenten und verschlechtert oft die Rechnung, sagt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
  3. Weniger Bedarf ist der günstigste Hebel: Der Autarkiegrad ist umso höher, je weniger Strom die Wärmepumpe verbraucht. Wer zuerst die Vorlauftemperatur senkt und die Solarwärme nutzt, die eine eigene Solarthermieanlage liefert, braucht am Ende weniger Photovoltaik und weniger Speicher.

Förderung

Für Wärmepumpe und Solarthermieanlage gibt es die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) mit einem Grundzuschuss und einkommensabhängigen Boni. Prüft vor dem Kauf, welche Bausteine eurer Anlage förderfähig sind, und stellt den Antrag, bevor ihr den Auftrag erteilt.

Praxis-Check: Wo es noch hakt

Die schönste Rechnung hilft wenig, wenn die Technik nicht zusammenspielt. Thomas Zwingmann von der Verbraucherzentrale NRW sagte gegenüber dem Handelsblatt, dass bei vielen Menschen die intelligente Steuerung von Stromverbrauchern in der Praxis noch nicht funktioniere. Oft gebe es technische Probleme oder Kommunikationsprobleme mit dem Netzbetreiber, was zu großer Frustration führe.

Auch beim bidirektionalen Laden, bei dem das Elektroauto Strom ins Haus zurückgibt, ist die Lage dem Handelsblattbericht zufolge recht übersichtlich. Es lohne sich, komme aber derzeit nur für wenige infrage: für alle, die ein passendes Elektroauto und einen geeigneten Stromanbieter haben.

Ein weiterer Punkt betrifft die Netzregeln: Nach dem sogenannten Solarspitzengesetz gibt es keine Vergütung für eingespeisten Strom, wenn die Börsenstrompreise negativ sind. Die HTW Berlin weist darauf hin, dass eine prognosebasierte Batterieladung Verluste dank der 60-Prozent-Einspeisegrenze verringern kann. Nicht jedes Gerät unterstützt aber die preisoptimierte Netzladung mit dynamischen Tarifen.

Unser Rat: Fangt mit den Bausteinen an, die auch ohne Zukunftstechnik wirken, also Photovoltaikanlage, ein passend dimensionierter Speicher, niedrige Vorlauftemperatur und Solarthermieanlage. Die Steuerung baut ihr Schritt für Schritt aus, sobald Zähler, Tarif und Netzbetreiber:innen mitspielen.

So geht ihr vor: die Checkliste

  1. Verbrauch klären: Schaut auf eure jüngsten Stromrechnungen. Wenn ihr einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe habt, notiert deren Verbrauch getrennt.
  2. Bedarf senken: Prüft Vorlauftemperatur, Heizkurve und hydraulischen Abgleich, bevor ihr investiert.
  3. Dach und Ausrichtung prüfen: Lasst euch die erwartete Stromerzeugung (Solarstromertrag) und den Eigenverbrauchsanteil im Angebot ausweisen.
  4. Speicher passend wählen: Orientiert euch an eurem nächtlichen Strombedarf und vergleicht Wirkungsgrad bei niedriger Last, nutzbare Kapazität und Garantiebedingungen.
  5. Steuerbarkeit klären: Fragt, ob die Wärmepumpe eine SG-Ready-Schnittstelle hat und ob Zähler, Tarif und Energiemanagement zusammenpassen.
  6. Solarthermie mitdenken: Sie senkt den Wärmebedarf, den die Wärmepumpe sonst mit Strom decken müsste.
  7. Förderung prüfen (lassen): Beantragt sie, bevor ihr den Auftrag erteilt.
  8. Angebote vergleichen: Holt mehrere Angebote ein und lasst euch ein Gesamtkonzept erklären, nicht nur Einzelkomponenten.

Häufige Fragen zum Strom sparen und Heizkostensparen

Lohnt sich ein Batteriespeicher, wenn ich eine Wärmepumpe habe?

Das hängt von Preis, Verbrauch und Eigenverbrauchsanteil ab. Die Beispielrechnung auf cleanthinking.de ergibt für zusätzliche Speicherkapazität Amortisationszeiten von etwa 7 bis 17 Jahren. Ein Speicher verschiebt Strom nur vom Tag in die Nacht, nicht vom Sommer in den Winter.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Empfohlen wird eine Größe, die den Strombedarf einer Nacht deckt. Größere Speicher mindern die Wirtschaftlichkeit.

Kann ich Solarthermie mit einer Wärmepumpe kombinieren?

Ja. Systeme, in denen die Wärmepumpe mit Photovoltaikstrom als Hauptheizung läuft, während die Solarthermie den Gesamtwärmebedarf senkt, verbauen unsere Paradigma-Partnerhandwerker:innen mit großem Erfolg.

Reicht meine Photovoltaikanlage im Winter für die Wärmepumpe?

In der Regel nicht. Ohne Speicher deckt sie etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs, mit Speicher etwa 40 Prozent. Im Winter ist der Anteil deutlich niedriger.

Was ist, wenn die Steuerung nicht klappt?

Dann entgeht euch vor allem der Spareffekt der Steuerung, im BCG-Beispiel rund 300 Euro im Jahr. Fragt vor dem Kauf nach Referenzanlagen und danach, ob Zähler, Tarif und Energiemanagement zusammenpassen.

Unser Fazit

Zurück zur Familie vom Anfang: 60 Prozent Ersparnis wären nach der BCG-Beispielrechnung schon heute möglich, die 80 Prozent bleiben ein Zukunftsversprechen. Wer mit einer Wärmepumpe heizt, sollte Strom und Heizung deshalb zusammen denken. Dann setzt ihr an der Stelle an, an der sich beide Rechnungen gleichzeitig senken lassen.

Fotos:  Teo – Adobe.Stock.com (Titel, bearbeitet mit Adobe-KI-Editor: Doreen Brumme), Paradigma