Heizkosten Heizsaison 2026_27

Heizkosten Heizsaison 2026/27: Was der Winter kostet und wie ihr jetzt sofort Heizenergie spart

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Der erste kalte Morgen verrät meistens sofort, wie es um die Heizung steht. Ihr dreht den Thermostat hoch und wartet. Bei den einen wird der Heizkörper warm, bei den anderen gluckert es, und er wird nicht richtig warm, bei den Dritten bleibt er ganz kalt. Im Kopf läuft die Frage längst mit: Was wird mich dieser Winter kosten? Die Antwort auf die Frage nach den Heizkosten Heizsaison 2026/27 fällt nicht für alle gleich aus. Sie hängt davon ab, womit ihr heizt, und sie sieht anders aus, als es die Jahresprognosen vermuten lassen. In diesem Beitrag fassen wir zusammen, was die aktuellen Zahlen sagen, welche Sofort-Spartipps wirklich etwas bringen, was ihr bei Wärmepumpe, Pelletheizung und Solarthermie jetzt prüfen solltet und welche Fristen gelten, wenn eure Heizung schwächelt.

Was kostet der Winter 2026/27? Es kommt auf die Heizart an

Erste Orientierung zu den Heizkosten Heizsaison 2026/27 gibt euch der neue Heizspiegel 2026, den die nach eigenen Angaben unabhängige Beratungsgesellschaft co2online Ende September gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlichte. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern (m2) zu beheizender Wohnfläche ergeben sich diese Heizkosten:

Heizspiegel 2016 Einfamilienhaus 130 m2 Heizkosten

Heizöl und Holzpellets werden im Jahr 2026 demnach am deutlichsten teurer, beim Erdgas zeichnet sich im Jahresdurchschnitt eine leichte Entlastung ab. Die Wärmepumpe bleibt am günstigsten.

In einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus fallen die Beträge niedriger aus:

  • Heizöl 1.275 Euro (plus 24 Prozent),
  • Holzpellets 860 Euro (plus 17 Prozent),
  • Erdgas 1.120 Euro (minus 4 Prozent)
  • und Wärmepumpe 735 Euro (plus 3 Prozent).

Langfristig geht der Trend in eine klare Richtung: Die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen können sich bis 2045 mehr als verdoppeln, unter anderem wegen steigender CO2-Kosten, höherer Netzentgelte und der Biotreppe. Die Kosten für Wärmepumpen steigen dagegen deutlich langsamer und bleiben laut co2online voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten.

Beim Gas klingt das zunächst nach Entwarnung. Ist es aber nicht, und der Grund steht im nächsten Abschnitt.

Gas: Heizkosten – warum der Jahresschnitt täuscht

Der Heizspiegel erklärt den leichten Rückgang bei den Kosten fürs Heizen mit Gas mit dem Wegfall der Gasspeicherumlage. Sie finanzierte seit 2022 die Befüllung der Gasspeicher und kostete zuletzt 0,289 Cent pro Kilowattstunde, bei 20.000 Kilowattstunden rund 58 Euro im Jahr. Seit dem 1. Januar 2026 trägt der Bund die Kosten (Verbraucherzentrale Niedersachsen). Gleichzeitig warnt co2online selbst, dass die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung bei den Haushalten ankommen können, Ende 2026 oder im Lauf des Jahres 2027.

Genau das zeichnet sich ab. Finanztip nennt für die günstigsten empfohlenen Neukundentarife aktuell 13,53 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh, Stand: 7. Oktober 2026). Verivox kommt für Neukunden auf rund 13 ct/kWh brutto, bezogen auf einen Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch (Stand: 7. Oktober 2026). Beide führen den Anstieg auf den Iran-Krieg zurück: Die Beschaffungskosten an den Börsen haben sich laut Verivox zeitweise nahezu verdoppelt, und Finanztip verweist zusätzlich auf die weitgehende Blockade der Straße von Hormus.

Anfang Juli lagen die günstigsten Tarife ohne Biogas in einer Finanztip-Auswertung noch bei 10,7 ct/kWh (Stand: 8. Juli 2026). Das ist ein Plus von gut einem Viertel in drei Monaten.

Dass Haushalte das erst mit Verzögerung spüren, erklärt Verivox so: Versorger kaufen Gas überwiegend langfristig am Terminmarkt ein, deshalb folgen die Verbraucherpreise den Börsenpreisen mit einigen Wochen bis Monaten Abstand.

Im Durchschnitt über alle Verträge lag der Gaspreis laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Frühjahr bei 11,10 ct/kWh, im August bei 11,93 ct/kWh. Das entspricht laut der Schätzung von Finanztipp bei 20.000 kWh 2.386 Euro im Jahr.

Dazu kommen drei weitere Punkte:

  1. Gasspeicher: Ende August waren sie nur zu rund 53 Prozent gefüllt, etwa 20 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Das Ziel von 80 Prozent zum 1. November dürfte verfehlt werden. Die Bundesnetzagentur schätzt das Risiko eines Gasmangels im Winter dennoch als gering ein.
  2. CO2-Preis: Er macht 2026 bis zu 1,4 ct/kWh aus, rund zehn bis 15 Prozent des Gaspreises. Bei 20.000 kWh Gasverbrauch sind das nach Verivox-Berechnung 280 Euro im Jahr.
  3. Ausblick 2027: Der Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne (t) soll auch 2027 gelten, weil der europäische Emissionshandel ETS 2 auf 2028 verschoben wurde. Das Kabinett hat dafür am 12. August einen Entwurf beschlossen, der Bundestag hat ihn Ende September in erster Lesung beraten. Verabschiedet ist er noch nicht.

Wenn ihr mit Gas heizt, hilft ein Blick auf euren Vertrag. Erhöhen eure Versorger:innen die Preise, habt ihr ein Sonderkündigungsrecht. Tarife mit Preisgarantie über die gesamte Erstvertragslaufzeit halten den Preis zumindest im ersten Jahr stabil.

Pellets: Warum der Preis steigt, und was ihr jetzt tun könnt

Auch Holzpellets sind in diesem Jahr deutlich teurer geworden. Laut dem  Deutschem Pelletinstitut (DEPI) kostet die t bei 6 t Abnahme aktuell 454,21 Euro, das sind 9,1 ct/kWh (Stand: September). Im April waren es 405,11 Euro, im Juni 376,77 Euro. Seit Juni ist der Preis also um gut 20 Prozent gestiegen.

Einen Hauptgrund ist laut co2online die Knappheit des Rohstoffs, die aus der schwachen Baukonjunktur folgt. Pellets entstehen aus Sägenebenprodukten, und wenn weniger Holz verarbeitet wird, fällt weniger an. Der Preis folgt damit dem Holzmarkt und nicht dem Öl- oder Gaspreis.

Der Abstand zu den Fossilen bleibt trotzdem groß: Pellets sind laut DEPI aktuell rund 48 Prozent günstiger als Heizöl und rund 20 Prozent günstiger als Erdgas. DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele sagt sogar, ein Abstand von fast 50 Prozent zu Öl wäre als Marktvorteil gar nicht nötig.

DEPI_Brennstoffkosten_in_Deutschland_September_2026
Brennstoffkosten in Deutschland, August 2025 bis September 2026: Heizöl 17,51 ct/kWh, Gas 11,43 ct/kWh und Holzpellets 9,08 ct/kWh. Quelle: Deutsches Pelletinstitut (DEPI), Stand September 2026.

Heizöl kostet laut DEPI aktuell 17,51 ct/kWh, rund 1,75 Euro pro Liter.

Für die Praxis gilt: Saisonüblich steigt der Pelletpreis zur Heizsaison hin. Das DEPI rät deshalb seit Langem, das Lager im Frühjahr oder Sommer zu füllen. Prüft spätestens jetzt euren Lagerstand und plant die nächste Befüllung.

Heizkosten Heizsaison 2026/27: Sofort-Spartipps in drei Stufen

Rund 90 Prozent aller Haushalte können laut Heizspiegel noch Heizkosten sparen, im Schnitt etwa 465 Euro pro Wohnung und bis zu 1.000 Euro im Einfamilienhaus. Schon einfache Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften können den Energieverbrauch demnach um bis zu zehn Prozent senken.

Die folgenden Tipps zum Sparen von Heizkosten Heizsaison 2026/27 gelten für jede Heizart:

Stufe 1: Das kostet nichts

  • Raumtemperatur senken. Ein Grad Celsius (°C) weniger spart etwa 6 Prozent Verbrauch. Als ausreichend gelten 19 bis 21 °C in Wohnzimmer und Küche, 21 bis 24 °C im Bad, 18 °C im Schlafzimmer und 16 °C in wenig genutzten Räumen (Verbraucherzentrale Niedersachsen).
  • Thermostatstufen kennen. Stufe 1 entspricht etwa 12 °C, jede weitere Stufe etwa 4 °C mehr. Stufe 3 liegt also bei rund 20 °C (Verbraucherzentrale).
  • Stoßlüften statt Kipplüften. Mehrmals täglich kurz und kräftig lüften ist schneller und braucht deutlich weniger Energie als dauerhaft gekippte Fenster.
  • Heizkörper freihalten. Zwischen Sofa und Heizkörper sollten mindestens 30 Zentimeter Platz bleiben.
  • Bei Abwesenheit absenken. Über Nacht oder wenn ihr außer Haus seid, dürfen die Räume ein paar °C kühler sein. Bei der Wärmepumpe gilt eine Besonderheit, dazu gleich mehr.

Stufe 2: Kleine Investition oder Eigenleistung

  • Heizkörper entlüften. Wenn ein Heizkörper gluckert oder nicht richtig warm wird, steckt oft Luft im System. Der Heizkörper sollte vorher vollständig warm sein. Dann wird der Entlüftungsschlüssel vorsichtig am Ventil gedreht. In mehrstöckigen Häusern entlüftet ihr zuerst die unteren Heizkörper, zum Schluss die obersten.
  • Programmierbare Thermostate. Sie senken die Temperatur zu festen Zeiten automatisch.

Stufe 3: Mit dem Fachbetrieb

  • Heizungsanlage richtig einstellen lassen. Das kann 10 bis 15 Prozent Energie sparen.
  • Heizungscheck vor der Saison oder spätestens jetzt. Viele Haushalte verschenken Energie, weil die Anlage nicht optimal eingestellt oder nicht gewartet ist. Ein Check beugt auch Ausfällen im Winter vor.

Der Check für eure erneuerbare Heizung

Paradigma Wärmepumpe als Teamplayer WP Hypernova
Unsere Paradigma Luftwärmepumpe WP Hypernova ist leiser und effizienter als andere Wärmepumpen in der Kategorie Luft-Wasser. Damit führt sie die BAFA-Liste an, und ihr als Anlagenbetreiber:in könnt mehrere hundert Euro Heizkosten pro Jahr sparen. Die WP Hypernova ist in drei Größen mit Heizleistungen von 8 bis 18 kW erhältlich. Foto: Paradigma
  • Wärmepumpe. Die Heizkurve legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur wird. Ihr könnt sie schrittweise absenken, solange es in den Räumen behaglich bleibt, und nach ein bis drei Betriebsjahren lohnt sich eine erneute Optimierung. Bei der Nachtabsenkung gibt es keine pauschale Regel. Bei trägen Flächenheizungen und gut gedämmten Häusern kann der Verzicht darauf sinnvoll sein. Läuft der Heizstab auffällig oft, hilft euch unser Artikel zum Heizstab weiter.
Paradigma Pelletbrennwertkessel PELEO_OPTIMA_BlueTech
Unser Paradigma Pelletbrennwertkessel PELEO OPTIMA BlueTech schafft das beinahe Unmögliche: Er kommt mit höchstem Wirkungsgrad und mit kaum messbarer Feinstaubemission daher. Erreicht wird das dank einer speziell entwickelten Luftführung im Kessel – ganz ohne Filter! Foto: Paradigma
  • Pelletheizung. Prüft den Lagerstand und plant die nächste Lieferung (siehe oben). Ein Wartungstermin vor oder zu Beginn der Saison zahlt sich aus. Warum Pellets 2026 teurer sind und was das für die Wirtschaftlichkeit heißt, haben wir in Teil 4 unserer Pelletheizung-Reihe vorgerechnet.

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Mehr Informationen

  • Solarthermieanlage. In der Übergangszeit übernimmt sie Warmwasser und unterstützt die Heizung, so dass Pelletkessel oder Wärmepumpe seltener anspringen. Auch an trüben Wintertagen liefern unsere Paradigma Vakuumröhrenkollektoren noch messbare Erträge. Lasst die Solaranlage bei der Wartung vor der Saison gleich mitprüfen. Wie Solarthermie mit Pelletkessel oder Wärmepumpe zusammenspielt, steht in unseren Reihen zu Pelletheizung und Wärmepumpe.

Wenn die Heizung zum Start der Heizsaison 2026/27 schwächelt: Diese Fristen solltet ihr kennen

Die ersten kalten Tage zeigen, ob die alte Heizung noch zuverlässig läuft. Wer ohnehin über einen Austausch nachdenkt, sollte diese Termine der Bundesförderung für effiziente Gebäude kennen (unsere Förderseite, BAFA-Übersicht):

  • Seit 21. Juli 2026: Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, förderfähige Höchstkosten 28.000 Euro.
  • 1. Januar 2027: Für ab 2008 installierte Pelletheizungen und Wärmepumpen entfällt die Förderung beim Austausch. Bei älteren Anlagen gibt es pauschal 25 Prozent.
  • 1. Februar 2027: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt auf 12 Prozent, die Höchstkosten auf 27.250 Euro.

Der Antrag muss immer vor Baubeginn gestellt werden. Alle Details findet ihr in unserem Artikel „EE-Heizungstausch: Alte erneuerbare Heizung tauschen, solange es noch die staatliche Förderung gibt” und in den Förderartikeln zu Wärmepumpe, Pelletheizung und Solarthermie.

Häufige Fragen zum Start der Heizsaison 2026/27

Ab wann sollte ich heizen?

Eine gesetzliche Heizperiode gibt es nicht. Üblich ist der Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April, aber als Eigenheimbesitzer:in entscheidet ihr selbst, und die Temperatur sollte den Ausschlag geben. Als Faustwert gelten rund 15 °C Außentemperatur. In Altbauten vor 1977 darf es eher 15 bis 17 °C sein, in Gebäuden nach 1995 eher 12 bis 15 °C.

Wie warm darf es sein?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt 19 bis 21 °C im Wohnzimmer, 18 °C im Schlafzimmer und 16 °C in wenig genutzten Räumen.

Wie viel Heizkosten Heizsaison 2026/27 spart ein Grad weniger?

Etwa 6 Prozent des Verbrauchs.

Wird der Winter 2026/27 teurer als der letzte?

Mit Öl und Pellets sehr wahrscheinlich. Mit Gas hängt es vom Vertrag und vom Wetter ab, die Neukundenpreise sind aktuell deutlich gestiegen. Die Wärmepumpe schneidet im Heizspiegel am günstigsten ab.

Lohnt sich der Austausch jetzt?

Wenn die Heizung ohnehin bald ersetzt werden muss, sprechen die sinkenden Fördersätze für einen frühen Antrag. Funktioniert sie zuverlässig, gibt es keinen Grund zur Eile.

Was ihr jetzt zur Höhe der Heizkosten Heizsaison 2026/27 mitnehmen könnt

Heizen wird in diesem Winter teurer, aber nicht für alle gleich, und fast jeder Haushalt hat Spielraum. Die Stufe-1-Tipps könnt ihr heute umsetzen, den Heizungscheck legt ihr am besten vor die ganz kalten Wochen. Sprecht mit einem unserer Paradigma Partnerbetriebe, wenn ihr wissen wollt, was bei eurer Anlage an Heizkostenersparnis drin ist.

Foto: vegefox.com – Adobe.Stock.com (Titelfoto), DEPI (Grafik), Paradigma (Fotos und Video)