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Deutschland: Premiumpellets können wir!

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Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) meldete, dass sich mittlerweile 1.000 Unternehmen weltweit (stand Juni 2020) für den vom DEPI vor zehn Jahren entwickelten Qualitätsstandard ENplus für Holzpellets, auch Premiumpellets genannt, zertifiziert hätten. Damit stünde das Zertifizierungssystem für die globale Harmonisierung von qualitativ hochwertigen Holzpellets. Wobei Deutschland eine führende Rolle bei der Produktion des modernen Brennstoffs spiele, denn mehr als 20 Prozent der weltweit hergestellten ENplus-Pellets stammten demnach aus deutschen Werken.

Pellets sind nicht gleich Pellets

Vielmehr gelten für die kleinen Holzpresslinge zum Verfeuern in kleinen und mittleren Feuerungsanlagen zum Zweck der Wärmeerzeugung Anforderungen an ihre Qualität – festgelegt in der europäischen Norm DIN EN 14961-2  “Feste Biobrennstoffe – Brennstoffspezifikationen und -klassen – Teil 2: Holzpellets für nichtindustrielle Verwendung” aus dem Jahr 2011.

Die DIN EN 14961-2 klassifiziert Holzpellets in die drei Eigenschaftsklassen A1, A2 und B. Wobei die Holzpellets der hochwertigsten Eigenschaftsklasse A1 sich von denen der Eigenschaftsklassen A2 und B vor allem im zulässigen Aschegehalt und der zulässigen Verunreinigung unterscheiden. Nach Inrafttreten der Norm DIN EN 14961-2 wurde der Qualitätsstandard ENplus für Holzpellets auf dem deutschen Markt eingeführt. Es stellt auch die Qualität der Pelletproduktion sicher und prüft darüber hinaus Handel und Logistik. Einen tabellarischen Überblick über die Qualitätsanforderungen an Holzpellets gemäß dem ENplus-Zertifikat bietet euch zum Beispiel das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf dieser Internetseite.

Qualitaetsstandard ENplus fuer Holzpellets Hand mit Pellets

Hochwertige Holzpellets + moderne Feuerungstechnik = Wärmewende

Eine einheitlich und transparent nachvollziehbare hohe Pelletqualität sei, so schreibt es das DEPI in seiner Pressemitteilung, neben moderner Feuerungstechnik die notwendige Voraussetzung für eine Wärmewende.
„Nur mit einem erstklassigen Brennstoff können Pelletheizungen und Pelletkaminöfen ihr volles Potential für
  • effiziente,
  • emissionsarme
  • und komfortable Wärme
umsetzen“, erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPI. Im Vergleich zur DIN EN Norm gehe der Qualitätsstandard ENplus für Holzpellets über viele Grenzwerte hinaus und beziehe die gesamte Logistik ein.
Zum jetzigen Zeitpunkt umfasse das ENplus-Programm für Holzpellets 525 Pelletproduzenten, 472 Händler und drei Dienstleistungsanbieter in 46 Ländern. Dabei komme Deutschland mit 41 zertifizierten Produzenten an 52 Werksstandorten, 133 Händlern und einem Dienstleister eine führende Rolle zu. Deutschland treibe laut DEPI die Verbesserung einheitlicher Standards auf internationaler Ebene stetig voran.
Qualitaetsstandard ENplus fuer Holzpellets

Gesamtproduktion 2020: Mehr als 13 Mio. Tonnen mit Qualitätsstandard ENplus für Holzpellets

Insgesamt würden im laufenden Jahr 2020 laut Angaben des DEPI voraussichtlich mehr als 13 Millionen Tonnen (t) mit Qualitätsstandard ENplus für Holzpellets zertifizierte Presslinge produziert. Etwa 77 Prozent des europäischen Heizungsmarktes werde demzufolge mit ENplus-Pellets versorgt (Quelle: DEPI nach Bioenergy Europe Pellet Report 2020).
Deutschland zähle auch hier nach wie vor mit über 2,7 Millionen t im Jahr 2019 zu den mit Abstand größten Produzenten von ENplus-zertifizierten Pellets. Diese Menge komme mehr als 20 Prozent der weltweiten ENplus-Jahresproduktion 2019 gleich. Im europäischen Vergleich liege Österreich erneut an zweiter Stelle, gefolgt von Russland, Frankreich und Polen. Bis auf Frankreich hätten alle Länder unter den Top 5 ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahr gesteigert.
Zertifizierte Produzenten, Händler und Dienstleistungsanbieter müssten laut DEPI ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem einführen. Dieses werde von externen Experten regelmäßige kontrolliert. Damit die Marke ENplus nicht missbraucht werde und, um die Qualität der Pellets zu sichern, seien sowohl das DEPI als auch das internationale Management von ENplus in Brüssel stetig aktiv. So würden umgehend rechtliche Schritte eingeleitet, wenn nicht zertifizierte Unternehmen das Siegel verwendeten. Dank dieser Herangehensweise seien Verbraucher sicher davor geschützt, Pellets minderwertiger Qualität zu kaufen.
Bis zum Juni 2020 habe man so weltweit mehr als 680 Betrugsfälle identifizieren und lösen können. Auf der einen Seite sei es natürlich ärgerlich, wenn Betrüger Pellets minderer Qualität anböten. Auf der anderen Seite zeige das aber auch, dass sich der Qualitätsstandard ENplus für Holzpellets als feste Orientierungsgröße im Markt etabliert habe. Kunden in Deutschland könnten auf Nummer sicher gehen, wenn sie ihre Pellets von einem regionalen Händler beziehungsweise Produzenten bezögen.
Des Weiteren verbessere sich die Pelletqualität über die Weiterentwicklung der Zertifizierung stetig. Eine Überarbeitung des Zertifizierungshandbuchs von DEPI und European Pellet Council sei derzeit in Abstimmung. In Deutschland gebe es mittlerweile auch Briketts und Hackschnitzel mit ENplus-Zertifikat zu kaufen.
Eine Übersicht der in Deutschland zertifizierten Pelletproduzenten und -händler listet die Internetseite www.enplus-pellets.de. Die ENplus-Zertifikatnehmer weltweit könnt ihr euch hier anschauen: www.enplus-pellets.eu.

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Fotos: Doreen Brumme